Julfeier im Stützpunkt Thüringer Wald/Ost

Am ersten Adventwochenende veranstalteten wir zum ersten Mal als Stützpunkt Thüringer Wald/Ost eine Julfeier. Rund 20 Aktivisten, Sympathisanten und ihre Familien folgten der Einladung beim gemütlichen Beisammensein die Weihnachtszeit einzuläuten. Neben einem politischen Rahmenprogramm lag unser Hauptaugenmerk auf die Vermittlung von traditionellen Bräuchen innerhalb der Gemeinschaft. Gerade in Zeiten des Werteverfalls ist es unerlässlich gerade der jungen Generation eine Alternative anzubieten.

Das Weihnachtsfest verkommt zusehends zu einem schrillen und lauten „Event“. Anstatt dem trostlosen Alltag zu entfliehen, den Stress hinter sich zu lassen und zu sich zu kommen, driften immer mehr Menschen in einen Rausch ab, der sie psychisch noch mehr belastet und vereinsamt. Dem Druck immer mehr und immer teurere Geschenke zu kaufen, können immer weniger Menschen stand halten. Die Schere zwischen Arm und Reich ist gerade zur Weihnachtszeit besonders weit geöffnet und somit sichtbar. Ein kleiner Teil ist voll und ganz im liberal-kapitalistischen System angekommen und weiß nach deren Spielregeln zu spielen und zu gewinnen. Der weit größte Teil unterwirft sich freiwillig dem falschen Götzen, nur um eine Fassade vom vermeintlich materiellen Wohlstand aufrechtzuerhalten. Man weiß zwar insgeheim, dass man mehr Schein als Sein ist, aber auf die Verpackung kommt es heutzutage an und wie man sich am besten verkauft. Und dann gibt es den Teil im Volke, welcher sich ganz unten wiederfindet. Diese Menschen sind heute schon die Verlierer im materiellen Sinne. Die Obdachlosenzahlen steigen, ebenso die Kinder- und Altersarmut. Die Geschenke fallen bei dieser Gruppe weit kleiner und weniger aus, wenn es denn überhaupt  welche geben sollte. Bei einigen wird es noch nicht einmal eine warme Mahlzeit geben. Das Deutschland im Jahr 2015 ist sozial zersplittert. In einem Punkt sind alle Deutschen jedoch vereint, ganz gleich welcher sozialen Schicht sie angehören – die mentale und identitäre Verarmung schreitet unaufhörlich voran.

Daher sehen wir es als unsere Pflicht an, einen Keil in dieses zerstörerische System zu schlagen, indem wir innerhalb unserer Schicksalsgemeinschaft Werte und Traditionen vermitteln, die unsere Urahnen schon ihren Kindern und Kindeskindern auf ihren zumeist steinigen Wegen mitgegeben haben. Nur ein ausgeprägtes Bewusstsein für die eigene nationale Identität kann immun machen gegen Egoismus und Materialismus. Daher legen wir bei unseren Jahreskreisfesten besonderen Wert darauf unseren Kindern eine Gemeinschaft vorzuleben, die sie so aus dem Kita-und Schulalltag kaum noch kennen. Auch die Kleinsten sollen in der Weihnachtszeit die Ruhe und Besinnlichkeit spüren, die früher allerorts zu finden war. Zu unserer Julfeier wurde daher gemeinschaftlich gesungen, gebastelt und alten Geschichten gelauscht. Es ist immer wieder herzerweichend, wie die  Kinderaugen zu leuchten beginnen, in Anbetracht eines geschmückten Weihnachtsbaumes und Julleuchters. Und nicht nur die Kinder fanden Freude an unserem Kasperletheater. Auch die Erwachsenen konnten für kurze Zeit in ihre eigene Kindheit zurückkehren und die schwere Last die gerade auf den Schultern vieler Eltern liegt, vergessen. Zu guter Letzt besuchte uns auch noch der Knecht Ruprecht, welcher uns vom Wilden Jäger gesandt wurde, um die braven Kinderlein zu beschenken.

Der Höhepunkt dieses Tages war neben einer politischen Rede, die sich ausführlich der Konsumsucht widmete und einem kulturellen Beitrag, der den Zuhörern einen Einblick in Riten und Bräuche unserer Urahnen gab, das familiäre Beisammensein. Das Gefühl in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten angekommen zu sein, die wie ein Fels in der Brandung, jede noch so hohe Welle bricht. Weihnachten ist viel mehr als nur das schnöde Schenken und Beschenktwerden. Es ist vielmehr das Ankommen in der Sippe, in der Gemeinschaft, im Volk.

Der Stützpunkt Thüringer Wald/Ost wünscht allen Mitgliedern, Sympathisanten und deren Familien einen kraftvollen Start ins neue Jahr!