Aktionstag Deutschland ist größer als die BRD – Bericht des Stützpunkt Pfalz

Zu dem Aktionswochenende unter dem Motto „Verzicht ist Verrat“ trafen sich letzten Samstag Aktivisten des Stützpunktes Pfalz am Denkmal für die Vertriebenen in Kaiserslautern. Am Gedenkstein sind die Wappen von Ostpreußen, Danzig, Westpreußen, Pommern, Brandenburg, Schlesien, Oberschlesien und Sudetenland angebracht. Am rechten Rand des Gedenksteins ist die Inschrift „Fern aber Treu“ eingemeißelt. Mit dieser Aktion wollen wir die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, daß wir nicht das schreckliche Schicksal der Heimatvertriebenen unserer deutschen Ostgebiete vergessen.

Um den jungen Kameraden das Ausmaß der Vernichtung der Deutschen aufzuzeigen, wurde aus dem Buch „Europa in Trümmern, das Ergebnis des Kreuzzuges der Alliierten“ von Emmanuel J. Reichenberger, er war ca. 1950 Präses des Kolping-Hauses in Chicago, Fakten über die Vertreibung und Vernichtung der Deutschen aus den Ostgebieten vorgetragen.

Hier nun Ausschnitte aus dem Kapitel „ KZ Deutschland“ ab Seite 313.
Richard Law, M.P. erklärte im englischen Unterhaus: „Die Situation in Deutschland ist ernst, wir haben im Herzen West- Europas 20 bis 30 Millionen Menschen, die vor unseren Augen verkommen. Die Situation ist ernst, weil wir durch unseren Wirrwarr, unsere Unfähigkeit und unsere guten Absichten die Saat eines dritten deutschen Krieges anhäufen.( „New York Times“, 6.2.1947)

Die amerikanische Zeitung für Deutschland veröffentlicht im Dezember 1949 eine Statistik über das Schicksal der 18 Millionen Vertriebenen: „Ungefähr 12 Millionen Vertriebene wurden in den 4 Zonen Deutschlands und auch in Österreich aufgenommen. Die übrigen 6 Millionen sind verschollen oder tot, niemand kennt ihren Aufenthaltsort oder ihre Sterbestätte. Die 12 Millionen Überlebende verteilen sich folgendermaßen:

Schleswig- Holstein: 956 100 Vertriebene
Hamburg: 86 500 Vertriebene
Niedersachsen: 1812 400 Vertriebene
NRW: 1094 700 Vertriebene
Bremen: 31 000 Vertriebene
Hessen: 656 700 Vertriebene
Württemberg- Baden: 697 700 Vertriebene
Bayern: 1912 900 Vertriebene
Südwürttemberg: 55 000 Vertriebene
Südbaden: 50 000 Vertriebene
Rheinland- Pfalz: 70 000 Vertriebene
Russische Zone/Berlin: 4520 000 Vertriebene

Gesamtsumme: 11 943 000 Vertriebene

In Schleswig-Holstein sind 35,2% der Gesamtbevölkerung Vertriebene, in Niedersachsen 26,4% und in Bayern 20,7%. Schleswig-Holstein unterhielt 501 Flüchtlingslager, in Hessen gab es 10 große Lager und 17 Bunker als Unterkunft, in NRW gab es 260 Lager und Massenunterkünfte.

Nach einer Berechnung der Prager Regierung haben allein die aus dem Sudentenland vertriebenen Deutschen Werte in Höhe von 19,44 Milliarden Dollar zurücklassen müssen. Das entspricht der Gesamtsumme der Marshallplanhilfe für Europa für den Zeitraum von 4 Jahren.

Die jungen Kameraden waren entsetzt über diese Informationen, welche heute verschwiegen werden oder als Strafe für das deutsche Volk als gerecht angesehen werden.

Gedenken in Weidenthal

Nächste Station des Aktionswochenende war der Denkmal in Weidenthal. Am 11. November 1949 wurde der Ortsverband des Bundes der Vertriebenen Weidenthal gegründet. 1952/1953 wurde das Gedenkkreuz für die Toten der Heimat im Franzosental in Eigenleistung fertiggestellt. Am 2. August 1953, am Tag der Heimat, wurde mit all den Ortsverbänden und Kreisverbänden der Umgebung ein großes Heimatfest veranstaltet und am 29.August 1954 fand die Gedenkstein-enthüllung am neu errichteten Gedenkkreuz statt. In den Jahren 1955 und 56 wurde die Anlage im Franzosental erweitert und mit Bänken ausgestattet.

Jahr für Jahr wurden die Tage der Heimat im Franzosental abgehalten und von der gesamten Bevölkerung des Ortes und der umliegenden Ortschaften gut besucht. Infolge der öfteren Beschädigungen des Mahnmals im Franzosental durch Jugendliche wurde der Beschluß gefaßt, das Ehrenmal für die Toten der Heimat auf den neu erweiterten Friedhof im Klingental zu verlegen.

Am Volkstrauertag, dem 13. November 1977, wurde es der Öffentlichkeit in einer kurzen Feierstunde übergeben. Es ist ein geschliffener Sandsteinkubus von 50x50x90cm der pfälzischen Bildhauerin Luise Unger. Darauf findet sich eine in Bronze gegossene Trommel, deren Bänder nach oben gestreckt zusammenlaufen wie bei einer Krone und die ein 117cm hohes Kreuz tragen. Auf der Trommel steht zu lesen: „Laßt uns die Toten unserer alten Heimat nicht vergessen – Wir hoffen auf ein Wiedersehen in der Ewigkeit“. Darüber findet man eingegossen mit der jeweiligen Bezeichnung der Heimatländer der Vertriebenen: Schlesien – Sudetenland – Ostpreußen – Brandenburg – Banat – Donaudeutsche.

Diese Daten stammen aus der Ortschronik von Weidenthal.

Um den Tag der Heimat ist es deutschlandweit sehr ruhig geworden, wir sind es unseren Volksgenossen schuldig, diesen Tag nicht in Vergessenheit geraten zu lassen!

Zugeeignet den deutschen Toten dieses Krieges,
denen, die unschuldig in Ketten liegen,
den Millionen Heimatvertriebenen
und allen jenen in der Welt,
denen Menschenrecht heilig ist.