"Where land speaks to heaven" – Mleeta: Die Gedenkstätte für den antizionistischen Kampf im Libanon

Bei einem Besuch im Libanon darf man es nicht auslassen den sogenannten „MleetaWiderstandspark“ im Süden des Landes zu besuchen. Auf der einstigen strategischen Schlüsselstellung in dem gebirgigen Gelände wird der Kampf der Hizbullah-Miliz gegen die jüdischen Besatzer für die Nachwelt dokumentiert. Der Besucher kann sich einen ergreifenden Einblick vom heldenhaften Widerstand der kampferprobten libanesischen Miliz gegen die technologisch überlegene jüdische Armee verschaffen, welche sich im Libanon festgesetzt hatte.

Die Hizbullah (Partei Gottes) unter der Führung des charismatischen Scheikh Hassan Nasrallah verfügt zwar nur über 12 Abgeordnete in der libanesischen Nationalversammlung, aber ihr wird von Nahost-Experten ein erheblicher politischer Einfluss dort nachgesagt. Militärisch ist sie der regulären libanesischen Armee weit überlegen. Der verstorbene Journalist Peter Scholl-Latour beschreibt die Truppe als „hochspezialisierte, todesmutige Formation“ von der behauptet werden kann, nach der israelischen Armee „der bedeutendste militärische Faktor in der ganzen Levante“ zu sein. Im Jahr 2006 bestand die Hizbullah eine gewaltige Kraftprobe gegen die Armee des Judenstaates. Die dreiwöchige heftige Konfrontation endete schließlich mit dem schmählichen Rückzug der auf blutige Weise entzauberten Judenarmee.

Wehende Hizbullah-Fahnen an einer Brücke im Südlibanon

In der libanesischen Bevölkerung hat die Hizbullah den Ruf der unbestrittenen Schutzmacht gegenüber Aggressionen aus Israel. Überall an den Straßen wehen stolz die gelben Fahnen der schiitischen Miliz und anstatt Reklametafeln, die die Hauptstadt Beirut verschandeln, blicken auf den Reisenden in den Südregionen von Plakaten und Wänden am Wegesrand die Bilder von entschlossenen Männern – allesamt im Kampf gefallene Märtyrer. Dies ist eine im Nahen Osten sehr verbreitete Art der Heldenverehrung.

Märtyrerplakate am Wegesrand

Wie Mahnmale wirken zudem die zahlreichen ausgebombten Gebäude, die ganz unweigerlich in das Auge stechen. Wie klaffende Wunden, aber auch wie Zeugen israelischer Kriegsverbrechen und eine Aufforderung zur ständigen Wehrbereitschaft trotzen die Ruinen an den Berghängen dem Zerfall. Alleine diese Eindrücke hinterlassen bei dem politisch versierten Besucher aus dem Einflussraum der sogenannten "Westlichen Wertegemeinschaft" schon einen starken Eindruck von dem unbezwingbaren Kampfeswillen der leidgeprüften Bevölkerung gegen die zionistischen Okkupanten.

Von jüdischer Luftwaffe zerbombtes Haus

Am Ziel der Reise, dem Museum von Mleeta verfestigt sich dieser Eindruck. Modern, auf einem einst hart umkämpften Hügel errichtet, begrüßen den Besucher – besonders innig, wenn er aus Deutschland kommt – engagierte Männer in kakifarbenen Uniformen. Zu Beginn wird man in ein Kino geführt und bekommt einen so ergreifenden, wie professionell gestalteten Filmbeitrag präsentiert, zu dessen Beginn der Zuschauer von Hassan Nasrallah, dem geistigen Führer der Hizbullah begrüßt wird. Einem kurzen Abriss der unrühmlichen Geschichte des Judenstaates und der Kampfhandlungen seit dessen Gründung aus Sicht der heimischen Widerstandskämpfer, folgt die Versicherung für die Zukunft, dass die Armee der "Partei Gottes" ihren Widerstand nicht einstellen wird. Wer nun denkt, in der Hizbullah betätigen sich fanatische Islamisten liegt falsch. Die Miliz strebt ein gesundes und ausgewogenes Miteinander von Christen und Muslimen an. Es gibt auch christliche Kämpfer und nicht umsonst gelten die kampferprobten Hizbullah-Soldaten als die stärksten Verbündeten der syrischen Regierung unter Bashar al Assad, im Kampf gegen islamistische Fanatiker.

Nach dem Film beginnt der Rundgang. Zuerst kommt man an eine "The Abyss" genannte Grube. Hier ist eine Auswahl von zu Schrott geschossenem Material der zionistischen Armee ausgestellt. Dies ist so angeordnet, dass beim Besucher der Eindruck entsteht, alles würde in einen Strudel in die Tiefe – in die Hölle gesogen werden. Mittelpunkt der Ausstellung ist ein zerstörter moderner Merkava-Panzer, der Stolz der jüdischen Rüstungsindustrie.

Abgeschossener Merkava-Panzer als Zentrum von „TheAbyss“

Daneben befinden sich verschiedene zerstörte Beutepanzer sowjetischer Bauart, welche die Judenarmee einsetzte und verlor, zahlreiche Stahlhelme, Ausrüstungsgegenstände und hingeworfene jüdische Gedenk- und Grabtafeln.

Allerhand Kriegsgerät, sowie jüdische Grab- und Gedenktafeln im „Strudel“

Auch auf die völkerrechtsverletzende Kriegsführung der israelischen Armee wird dezent hingewiesen. Ausgestellt sind eingesetzte Exemplare von geächteten Streubomben, welche die jüdische Luftwaffe entgegen der internationalen Bestimmungen massenhaft gegen die Miliz und die Zivilbevölkerung einsetzte, Splittergranaten, sowie Öl und Napalm-Fässer welche die Judenluftwaffe über den Bergen abgeworfen hatte. Hiermit sollte schon – ähnlich wie es die Amerikaner in Vietnam praktiziert hatten – die Botanik, welche den Widerstandskämpfern als Tarnung diente, zerstört werden. Das Vorhaben war jedoch genauso erfolglos wie in Vietnam. Neben erheblichen Umweltschäden hatte unter dieser menschenverachtenden Form der Kriegsführung vorrangig die Zivilbevölkerung zu leiden.

International geächtete Streubomben

Durch den Abwurf von Napalm und Benzinfässern wollte die israelische Luftwaffe die Vegetation niederbrennen

Dem „Abyss“ schließt sich ein Pfad unter der niedrigen Bewaldung, zusätzlich abgeschirmt durch Tarnnetze an. Hier wird die Taktik der Hizbullahkämpfer, ihre Waffen, Ausrüstung und medizinische Versorgung vorgestellt. Von den Widerständlern gegrabene Tunnel, alte Kommandostände, Bunker und Gebetsräume können besichtigt werden, gespickt von sehr ergreifenden persönlichen Geschichten des Kampfes.

Eingang in die Ausstellung über die Kampfesweise der Hizbullah

Das gebirgige Gelände und der Gegner, die hochgerüstete Armee des Judenstaates, verlangte den tapferen Milizionären alles ab. Umso erstaunlicher ist daher ihr Sieg über der bis dato als unbezwingbar geltenden jüdischen Soldateska.

Hizbullah-Soldaten bringen die Abschussvorichtung einer Katjuscha in Stellung

Das kilometerlange Tunnelsystem wurde für die israelische Armee zum Horror

Als Trophäen sind modernes Kriegsgerät der Zionistenarmee, meist made in USA, ausgestellt. In einer Halle am Ende des Rundweges werden einzelne Missionen vorgestellt und die dort gemachte Kriegsbeute stolz präsentiert. Neben dem Andenken an die gefallenen Kämpfer und der Erinnerung an den Krieg gegen den zionistischen Staat, welcher bis zum heutigen Tag andauert, soll die Gedenkstätte auch den Willen zum Widerstand stärken. Eine der Hauptbotschaften welche die Hizbullah mit dem, vom libanesischen Tourismusministerium geförderten Museum geschickt lanciert ist: Israel ist nicht unverwundbar! Widerstand ist möglich und kann erfolgreich sein!

„Nein, „Israel“ ist nicht unverwundbar“ Süd-Leiter Kai Zimmermann neben einer der Tafeln des Museums

Die Reisegruppe vom „III. Weg“

Für die Bevölkerung im Libanon ist die Hizbullah ein Garant für Sicherheit. In einem Lokal fragten wir die Gäste: Für sie ist die Hizbullah eine verlässliche Schutzmacht, welche die Zionistenarmee davon abhält wieder in das Land einzufallen. Ein Gast der gut Deutsch sprach, brachte die vorherrschende Meinung auf den Punkt: „Durch ihren unermüdlichen Einsatz schafft es die Hizbullah die israelische Armee in Schach zu halten. Sie hielten sich für unbesiegbar, bis sie hier im Libanon eines besseren belehrt wurden. Dass die Hizbullah von einzelnen Staaten als Terrorgruppe eingestuft wird, zeigt nur wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Sogenannte Vergeltungsaktionen der Judenarmee, welche von den Amerikanern mit modernen und zielgenauen Waffen ausgerüstet ist, richten sich völlig willkürlich gegen die libanesische Zivilbevölkerung. Auch die Drohung Netanjahus im Januar 2015 (siehe Anmerkung unten), sämtliche zivile Infrastruktur im Libanon wie Brücken, Elektrizitätswerke und Straßen zu zerstören, müsste rein objektiv dazu führen das Staatsgebilde Israel als Terrorvereinigung zu klassifiziern.

Für unsere Reisegruppe war der Besuch des Widerstandsmuseums in Mleeta eine ergreifende Erfahrung. Gerade aufgrund der Tatsache, dass die Berichterstattung über den Widerstand im Libanon gegen die israelischen Okkupanten in der BRD immer ideologisch gefärbt projüdisch ist.

Anmerkung: Die angesprochene Drohung Netanjahus äußerte dieser nach einem Angriff von Hizbullah-Einheiten auf einen israelischen Militärkonvoi im Gebiet der unrechtmäßig von Israel besetzten libanesischen Schebaa-Farmen. Hier wurde ein Armeefahrzeug gezielt mit einer Panzerfaust beschossen und mehrere jüdische Soldaten verletzt. Israel feuerte als Reaktion 40 Artilleriegranaten auf libanesisches Gebiet und tötete dabei einen spanischen UN-Soldaten (!). Der israelische Ministerpräsident Netanjahu drohte weiter mit einem vernichtenden Bombenangriff auf die gesamte Infrastruktur des Libanon. Er bezog sich in seiner Drohung auf das heftige Bombardement des Gaza-Streifens im Jahr 2014. Damals hatte die jüdische Luftwaffe dutzende Zivilisten durch massive Angriffe getötet.

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