Israelischer Minister will Assad ermorden lassen

Die Regierung Israels hat im Krieg in Syrien schnell die Fronten abgeklärt. Von Beginn an war das Regime Assad bösartig, während jede Opposition gegen Assad willkommen war. Der Hauptgrund liegt in den Bündnissen Syriens mit dem Iran und Hisbollah. Als aufstrebende Nation stellte Syrien eine potenzielle Gefahr für Israel dar, und dies hat sich auch im Krieg nicht verändert. Denn die Unterstützung der syrischen Armee ermöglicht es der Hisbollah massiv aufzurüsten und die Position der Hisbollah zum zionistischen Gebilde ist mehr als eindeutig (siehe „Where land speaks to heaven“ – Mleeta: Die Gedenkstätte für den antizionistischen Kampf im Libanon).

Auch wenn es bislang keine Angriffe seitens der syrischen Armee gegen Israel gab, attackierte der Judenstaat immer wieder im Verlaufe des Krieges das Land. So kam es zu diversen Luftangriffen auf syrische Stellungen und Stützpunkte. 2013 attackierte Israel sogar ein Forschungszentrum in dem arabischen Land.

Nun ruft der israelische Wohnungsbauminister Yoav Galant zur Ermordung des syrischen Präsidenten auf: „Meiner Meinung nach ist jetzt die Zeit gekommen, Assad zu ermorden, so einfach ist das!“

Damit zeigt ein wichtiges jüdisches Regierungsmitglied einmal mehr, welche Vorrechte sich Israel einräumt. Für Galant sind keine internationalen Gerichtshöfe relevant und erst recht keine Volksentscheide.

Denn nach wie vor bleibt Fakt, dass Assad gewählter Präsident Syriens ist und der Umstand, dass seine Popularität auch nach fünf Jahren Krieg ungebrochen ist, zeigt sich in der großen Opferbereitschaft der Syrer.

Laut Galant seien Assad und Hisbollah „eine schlimmere Bedrohung für die Welt als der Islamische Staat und andere sunnitische Terrorgruppen“.

Eine Abstimmung mit den Füßen anderer Art findet dagegen in Syrien selbst statt. Das letzte von Terroristen gehaltene Gebiet in Homs war Al-Waer. Es wurde im März durch die syrische Armee befreit. In einem Abkommen wurde es den Zivilisten übergeben und den Terroristen gestattet, in freiem Geleit die Stadt in die Rebellengebiete um Jarabulus zu verlassen.

Nun kehrten erste Zivilisten aus Jarabulus zurück nach al-Waer, da die Behandlung in dem Terroristenlager inhuman sei. Laut der syrischen Nachrichtenagentur SANA kehrten 37 Personen bereits zurück, weitere sollen folgen.

Die syrische Armee befindet sich in Ost-Aleppo unterdessen weiter auf dem Vormarsch. Nach der Eroberung des Westufer des Assad-Stausee musste das Gros der Eliteeinheit Tiger Forces zunächst in die Region Hama abziehen. FSA-Einheiten hatten eine massive Frühjahrsoffensive in Richtung Hama gestartet. Diese konnte jedoch zurückgeschlagen werden. Innerhalb von 10 Tagen gelang es den Tiger Forces nach Rückschlagung der islamistischen Offensive zurück an die Front mit Daesh (= „Islamischer Staat“) zu kehren. Schnell wurde die IS-Festung Deir Hafer genommen und in einer Sichelbewegung wurde Kurs auf den Militärflughafen Jirah genommen.

Daesh musste sich erneut zurückziehen, während die syrische Armee den Flughafen erobern und sichern konnte. Die weitere Richtung der syrischen Armee und der Tiger Forces wird die Tabqa Talsperre sein, die vor Kurzem von den SDF (Syrian Democratic Forces/ US-unterstützte Kurden) genommen wurde. Daesh wird versuchen die Versorgungsroute nach Aleppo zu durchbrechen, um so den Vormarsch der syrischen Armee zu verschleppen.

In Ost-Damaskus befindet sich ein großes Gebiet unter Kontrolle von FSA Einheiten. Die lange besetzten Gebiete Tishreen und Al-Qaboun zählen nun jedoch nicht mehr dazu, da auch sie nach langen Kämpfen von der syrischen Armee erobert werden konnten. Die Rebellengruppe Faylaqq Al-Rahman musste kapitulieren. Das Hauptaugenmerk der syrischen Armee liegt hier nun auf Jobar, einer Stadt, vor deren Toren es immer wieder zu heftigen Feuergefechten kam.

Sorgenkind bleiben die Regionen as-Suwaida und Daraa. Hier wurden die FSA-Einheiten von Jaysh Ahrar al-Asha`er von den Amerikanern aufgerüstet und sind nun zu empfindlichen Artillerieangriffen fähig. Insbesondere in Daraa gehen trotz zähem Widerstand immer wieder Gebiete verloren und die Lage für die syrische Armee ist äußerst bedrohlich.