Gesinnungsterror gegenüber Standbesitzer auf Erlanger Bergkirchweih

Bilquelle: Facebook
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Wie den etablierten Medien zu entnehmen war, wurde ein Standbetreiber, der der sogenannten „Reichsbürgerbewegung“ zugerechnet wird, von der Bergkirchweih ausgeschlossen. Ausschlaggebend für den Beschluss, ihm einen Stand zu verwehren, war seine Gesinnung.

Mehrere große Print- und Onlinemedien, wie die Süddeutsche Zeitung, berichteten am Dienstag, den 30. Mai 2017, über den Beschluss der Stadt Erlangen, einen Schausteller von der derzeit stattfindenden Bergkirchweih auszuschließen. Der Künstler Toni All hatte bereits in den vergangenen Jahren auf dieser Veranstaltung seine Porträtzeichnungen angeboten und war dort mit seinen Schnellzeichnungen, die ihm einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde beschert haben, ein gern gesehener Schausteller. Von Veranstaltern wurde er als „bekannt und bewährt“ bezeichnet.

Nachdem einige Medien in hetzerischem Denunziantentum über seine Gesinnung berichteten und ihn als sogenannten „Reichsbürger“ outeten, knickte die Stadt unter dem öffentlichen Druck ein – die Zusammenarbeit wurde beendet und der Porträtzeichner musste seinen Stand vor Beginn der Bergkirchweih unverrichteter Dinge wieder abbauen. Vorallem seine Internetseite machte ihn zur Zielscheibe. Neben Zitaten wie „Sieger schreiben die Geschichte und Verlierer glauben sie“ machten ihn Ausführungen zum Grundgesetz der BRD verdächtig genug, um von der Bergkirchweih verbannt zu werden.

Screenshot der Website von Toni All
Screenshot der Website von Toni All

Selbstverständlich kann man die „Reichsbürgerbewegung“ kritisch betrachten und in diesem Sammelsurium an Menschen unterschiedlicher politischer Ausrichtungen und Charaktere gibt es sicherlich so manchen Spinner. Skandalös wird es jedoch, wenn nicht versucht wird in den Dialog zu treten, sondern purer Gesinnungsterror betrieben wird und einem beliebten Schausteller, der sich nichts zuschulden kommen ließ, seine Arbeit verwehrt wird. Als Begründung für den Ausschluss dient dann beispielsweise das Argument, dass der Mann auf seiner Internetseite die BRD als ein besetztes Land bezeichnet hat. Dass in Deutschland tatsächlich nach wie vor tausende Soldaten fremder Armeen stationiert sind, wir kein souveränes Land im eigentlichen Sinne sind und die These eines „besetzten Landes“ sicherlich diskussionswürdig und kein reines Hirngespinst ist, bleibt hier vollkommen außen vor. Was die Thematik mit seinen Portraitzeichnungen zu tun hat bleibt ebenfalls das Geheimnis der Gesinnungswächter und Blockwarten aus Medien und Politik.

Abseits dieser Diskussionen darf es allgemein in einem gesunden Staat nicht sein, dass durch öffentliche Hand Gesinnungsterror betrieben, die Meinungsfreiheit eingeschränkt und Menschen in ihren Grundrechten eingeschränkt werden. Ob die Stadtverwaltung ähnlich kritisch bei „linken“ Budenbesitzern vorgeht, darf mehr als bezweifelt werden!