Rechte Räume oder die paranoiden Gedanken von Frau Kahane und Co.

Am Dienstag, den 16. Mai fand im NS-Dokumentationszentrum in München eine Hetzveranstaltung zum Thema Rechte Räume statt. Der hässliche Bauklotz wurde vor zwei Jahren an der Stelle eröffnet, wo einst das braune Haus stand. Zu der Podiumsdiskussion, welche die sogenannte rechte Architektur und die angeblichen rechte Räume thematisierten, waren folgende Personen geladen:
Moderation: Prof. Dr. Stephan Trüby von der TU München
zur Diskussion eingeladen waren:
Anetta Kahane, die Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, Yehoshua Chmiel, der Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Prof. Dr. Markus Miessen von der Universität Göteborg, Prof. Dr.-Ing. Winfried Nerdinger der Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrum München und Anh-Linh Ngo, ein Redakteur der Zeitschrift ARCH+.

Zu Beginn gab es eine kurze Einleitung, worum es bei der Diskussion geht. Es wurde versucht, einen architektonischen Bezug zu sogenannten rechten Räumen herzustellen, was nicht so ganz gelang. Gerade eine Frau Kahane lenkte das Thema lieber auf die ihrer Meinung nach national befreiten Zonen. Als jeder sein Verständnis von rechten Räumen erklären sollte, wurden die unterschiedlichen Meinungen der geladenen Diskussionspartner offensichtlich. Während die einen aufgrund der architektonischen Bauten u.a. den Münchner Königsplatz als rechten Raum verstanden, meinte Frau Kahane, das es sich um gefährliche Siedlerprojekte aus der rechten Szene handelt. Der Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Yehoshua Chmiel, erwähnte interessanterweise auch, das ebenso linke Viertel ein Problem darstellen. Dies sehr zum Unmut von Frau Kahane und den anwesenden antifaschistischen Fotografen, welche mit ihrer Hetze zuvor vergeblich versuchten, die nationalen Beobachter des Saales zu verweisen.
Auch wurden als rechte Räume der Maidan in der Ukraine erwähnt, da dort das Asov-Batallion federführend am Widerstand beteiligt war. Dies sind sogenannte Plätze als Ikonen.
Als das Thema Montagsdemonstrationen aufkam, konnte man sehen, mit welchen Unwahrheiten hier gearbeitet wird. Yehoshua Chmiel behauptete, das der Rädelsführer Martin Wiese, welcher mit einer Gruppe im Jahre 2003 einen Anschlag auf die Grundsteinlegung des jüdischen Zentrum plante, regelmäßig am Montag bei Pegida München mit marschiert. Regelmäßige Beobachter und Teilnehmer der Montagsspaziergänge von Pegida in München haben Martin Wiese aber noch nie dort gesehen. Außerdem wurde die Information unterschlagen, das die Gruppe um Martin Wiese zwar wegen der Planung einer Sprengstoffexplosion angeklagt waren, aber von diesem Vorwurf frei gesprochen wurden.
Interessanterweise wurde in der Diskussion deutlich, das dieses System mehr Angst vor den virtuellen Räumen wie soziale Netzwerke usw. hat, als vor gebauten Räumen. Ehrlicherweise wurde zugegeben, das man Treffpunkte viel besser beobachten könne. Auf die Frage, was die Gegenteile von rechten Räumen sei, kam kein einziger auf die Idee, das dies linke Räume wären. Frau Kahane antwortete nachdem sie um den heißen Brei redete, das die Demokratie wohl das Gegenteil sei.
Im großen und ganzen waren sich alle einig, das rechte Räume wie völkische Siedlungen nicht sein dürften, da diese sich dem Rechtsstaat entziehen wollen und Parallelgesellschaften bilden. Das die völkischen Siedlungen nur ein geringer Teil ist, während in Großstätten teilweise ganze Stadtviertel zu Ghettos durch kulturfremde Ausländer entstehen, scheinen alle Beteiligte einfach zu ignorieren.
Man merkte deutlich, das die Angst vor dem sogenannten „Extremismus der Mitte“ sehr groß ist und es den systemtreuen Hetzer auf der Bühne schwer fiel, die sogenannten „national befreiten Zonen“ zu benennen. Als Beispiele musste deswegen immer wieder das Dorf in Jamel in Mecklenburg-Vorpommern her halten. So kam der Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern zu dem Fazit, das es überall Judenfeinde gibt und auch die Moslems den Juden nicht positiv gewogen sind. Als das Berliner Holocaust-Denkmal zur Sprache kam, meinte er, das sie als Juden das Mahnmal aus halten, aber die Deutschen sich damit auseinander setzen müssen.
Was geschichtsträchtige Bauten angeht, so wurde die Meinung vertreten, das dort mehr Aufklärung mit sogenannten Zeitzeugen gemacht werden müsste. Man hatte das Gefühl, als ob hier am liebsten die Feldherrnhalle oder der Königsplatz dem Erdboden gleich gemacht werden sollte.
Gerade vor den völkischen Siedler scheinen die Herrschaften besonders Angst zu haben und die Rolle der Frau scheint sie da am meisten zu beängstigen. So meinten sie, das die Kinder dort komische Namen hätten, was zeigt, das sie keine Ahnung von der germanischen Kultur haben. Auch befürchten sie, das sich gerade die Frauen in Schulen und Kindergärten besonders bei ehrenamtlichen Tätigkeiten engagieren und sie dadurch durch ihre friedliche Art in die Mitte der Gesellschaft kommen. Diese paranoiden Vorstellungen waren fast nicht mehr zu überbieten. Auch wurde erwähnt, das viele nationale Aktivisten sich Burgen gekauft haben und es wurde der Eindruck erweckt, das dies wohl eine Art Fetisch sein soll. Diese kommen sehr oft in Mitteldeutschland vor, was damit erklärt wurde, das dort die Grundstücke um einiges billiger sind, als im Westen der Republik.
Ein weiterer Podiumsgast hielt einen kleinen Vortrag auf Englisch über die Lage in Ungarn. Dort bemängelte sie, das es in Ungarn noch eine Gedenkkultur gibt und deren Ahnen noch geehrt werden, was sie anhand von mehreren Beispielen von Denkmäler untermauern wollte. Natürlich wurde dabei auch gegen die Yobbik Partei gehetzt, welche mit der mittlerweile aufgelösten „Schwarzen Garde“ die ungarische Kultur hoch leben lassen. So wurde auch erwähnt, das sie völkische Feste veranstalten, in denen u.a. Bogenschießen geübt wird und man angeblich nicht merkt, was dort für böse Sachen im Hintergrund geschehen. Dies schien aber mehr in dem Kopf der Vortragenden zu passieren, da sie diese bösen Sachen nicht genauer beschreiben konnte. Lediglich ein Bild von einer Kundgebung sollte dies untermauern, wo bei einem Straßentheater eine Puppe, welche den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu darstellen soll, aufgehängt wurde. Weshalb diese szenische Darstellung gemacht wurde, wurde in keiner Silbe erwähnt.
Am Ende, bevor es zu der Diskussionsrunde ging, wollte man noch erörtern, welche Handlungsstrategien man gegen Rechts anwenden sollte. Alle waren sich einig, das man nicht weg sehen dürfe und handeln sollte. Wie das genau aussehen soll, blieb dabei offen, so das sich nun jeder seine eigenen Gedanken machen konnte.

Anetta Kahane Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung (links), Yehoshua Chmiel Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (mitte) und Prof. Dr.-Ing. Winfried Nerdinger Gründungsdirektor NS-Dokumentationszentrum München (rechts)
Anetta Kahane Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung (links), Yehoshua Chmiel Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (mitte) und Prof. Dr.-Ing. Winfried Nerdinger Gründungsdirektor NS-Dokumentationszentrum München (rechts)

Bei der anschließenden Fragerunde merkte man schon die Aufgeregtheit der örtlichen Antifafotografen. Während dem Vortrag wurde ein linker Hetzer schon bloß gestellt, als er als einziger auf einen Kommentar des Juden Yehoshua Chmiel klatschte. So versuchten sie nun die Mikrofonhalterin davon zu überzeugen, das die nationalen Beobachter unter keinen Umständen das Mikrofon bekommen dürften. So weit sollte es aber gar nicht erst kommen, da nach zwei eher belanglosen Fragen eine ältere Dame aufstand, welche nach eigenen Angaben früher in der linken Szene war. Diese meinte, das bei politischen Erfolgen von Rechts immer ein großer Finanzier dahinter stand und wer nun die Afd finanziert, da diese ihrer Meinung nach so erfolgreich sind. Als sie ihre Theorie weiter ausführte, wurde sie aufgrund eines Protestes des ARCH+ Redakteurs Anh-Linh Ngo von dem Moderator Prof. Dr. Stephan Trüby mit den Worten unterbrochen, das man hier keine Verschwörungstheorien nähren will. Aufgrund der Anbiederung der Afd mit Israel, eine sehr interessante Reaktion. Sogleich wurde die Fragerunde dann auch beendet und keine weitere Fragen mehr zu gelassen, so das die nationalen Beobachter gar nicht erst ihre Fragen stellen konnten. Anhand der Reaktion zur letzten Frage war dies aber auch nicht nötig, da man sah, das die Veranstalter mit kritischen Fragen sowieso nicht umgehen können.