Bundestagskandidat der Piraten freut sich über angeschossene Polizistin

Nachdem der Piratenpartei vor einigen Jahren noch vergleichsweise viel mediale Aufmerksamkeit geschenkt wurde, fristet sie seither ein Dasein am Rande der Irrelevanz. Thomas Goede, Bundestagskandidat der Piraten aus Potsdam, änderte dies schlagartig mit einem Tweet, über die Ereignisse in Unterföhringen bei München. Dort wurde, aufgrund eines Streites, die Polizei zu einer S-Bahn Station gerufen, jedoch eskalierte die Lage dramatisch. Ein 37-Jähriger entwendete einem der Polizisten die Dienstwaffe und schoss damit der 26-jährigen Kollegin des Mannes in den Kopf. Zurzeit befindet sich die Beamtin noch in Lebensgefahr.

Für Goeder war dies wohl offenbar ein Grund zur Freude, denn er schrieb auf Twitter: „So ein Tag, so wunderschön wie heute. Weg mit dem Bullendreck. Ich mach mal den Champus auf 😀 #ACAB

Da die Mehrheit der Leser seine Freude nicht teilen konnten, löschte Goeder die Nachricht und setzte später sein Profil sogar auf privat, wodurch alle Nachrichten nicht mehr sichtbar sind, jedoch war der Schaden bereits angerichtet. Nicht nur gingen mehrere Anzeigen gegen ihn bei der Polizei ein, auch der Staatsschutz begann Ermittlungen gegen ihn und sogar die eigene Partei distanzierte sich von ihm. Von einem Ausschlussverfahren gegen Goeder sieht die Partei im Moment zwar ab, jedoch könnte er aus der Landesliste für die Bundestagswahl gestrichen werden. Dazu müsste allerdings die gesamte Liste zurückgezogen werden und alle bis dahin gesammelten Unterstützungsunterschriften würden ungültig werden. Bedenkt man, dass von den Benötigten 2000, grade einmal 500 gesammelt wurden, ist anzunehmen, dass man ihn nicht von der Liste streichen wird. Insbesondere da er sich ohnehin auf dem zehnten Platz der Liste befindet und in Anbetracht des eher mäßigen Erfolges der Piraten in den letzten Wahlen, es eher unwahrscheinlich ist, dass er in den Bundestag einziehen wird.

Ganz unabhängig davon zeigt dieser Fall jedoch, welcher Menschenschlag in der Piratenpartei zu finden ist. Man sollte sich dabei nicht durch die Empörung und Distanzziererei seiner Parteikollegen blenden lassen, denn immerhin steht eine Wahl vor der Tür und keine Partei wünscht sich derart negative Presse zu diesem Zeitpunkt. Daher sind große Worte der Entrüstung mit einer gesunden Portion Skepsis zu betrachten, insbesondere wenn auf diese Worte keine Taten folgen, was momentan der Fall ist. Weiterhin sagt es natürlich viel über das Innenleben einer Partei aus, wenn Menschen wie Goeder, an verantwortungsvolle Posten gelangen. Goeder war immerhin Ersatzrichter des Schiedsgerichtes der Piraten, von dessen Amt er wohlgemerkt freiwillig zurücktrat. Es steht also zur Frage, ob die Partei schlichtweg nichts von der Einstellung Goeders wusste oder dass seine Einstellung zwar bekannt war und sich jedoch niemand wirklich daran störte. Da man davon ausgehen kann, dass eine Partei nicht jeden Dahergelaufenen auf eine Landesliste setzt, wird eher letzteres der Fall sein.

All dies, sollte jedoch nicht wirklich überraschen. Betrachtet man die Piraten, ebenso wie die Grünen, einmal genau, wird man feststellen, dass es sich bei ihnen um etwas handelt, was sich am besten als eine „Fassadenpartei“ beschreiben ließe. Gemeint ist damit, dass die Öffentlichkeit nur bestimmte Teilaspekte dieser Parteien wahrnimmt, währen der Rest mehr oder weniger im Verborgenen liegt. So werden die Grünen primär als eine Partei des Umweltschutzes wahrgenommen, während die Piraten sich anfangs erfolgreich durch ihren Fokus auf die Probleme des digitalen Zeitalters, profilieren konnten. Die Standpunkte, die sie in diesen Dingen vertreten, sind in vielen Fällen auch grundsätzlich richtig und spricht daher viele Menschen an. Oft sind sich diese Menschen jedoch nicht über den ideologischen Rattenschwanz dieser Parteien bewusst, welcher eher unbeliebte Dinge wie radikalen Feminismus, Genderunsinn, Hass auf Deutschland und Ähnliches umfasst.

Fälle wie dieser sind für solche Parteien daher besonders schädlich, da sie die hässliche Fratze offenbaren, die sich hinter den durchaus schönen Worten verbirgt.