Gedenktag: Friedrich Ludwig Jahn

Jahn, der Allvater der deutschen Turnerei, wurde am 11. August 1778 geboren und gehörte zu den leidenschaftlichen Verfechtern des großdeutschen Gedankens und eines einigen Deutschlands. Sein unermüdliches Streben galt der Wehrhaftmachung der Jugend und der Vorbereitung des von ihm sehnlich erwarteten Freiheitskampfes. Nach der unglücklichen Schlacht von Jena schloß er sich dem preußischen Heer an und flüchtete mit den Versprengten nach Lübeck. Von hier aus beginnen seine Wanderungen, auf denen er den Haß gegen Napoleon schürt; leidenschaftlich fordert er das einige Deutschland, die nationale Erziehung, ein volkstümliches Heer- und Staatswesen, immer im Ausblick auf den notwendigen Freiheitskampf mit Frankreich. 1811 schuf er den ersten Turnplatz in der Berliner Hafenheide, den er mit der begeisterten Jugend selbst angelegt hatte. Auch die Geräte, wie die von ihm erfundenen Reck und Barren, wurden in freiwillig übernommener Pflicht von der Jugend erbaut. Die Arbeitsdienstpflichtgedanken werden hier unbewußt zum ersten Mal verwirklicht. Jahn, der einen gewaltigen Einfluß auf die ihm ergebene Jugend hatte, wurde schließlich der Reaktion verdächtigt. 1819 wurde sein Turnplatz gesperrt, er selbst verhaftet und sechs Jahre in Untersuchungshaft gehalten, zum Schluß aber freigesprochen. Er blieb unter Polizeiaufsicht, erhielt jedoch „solange er durch sein Verhalten keine Veranlassung zum Tadel gab“, von der Regierung ein Jahrgeld von 1000 Talern.

Vollkraft, Biederkeit, Gradheit, Abscheu der Winkelzüge, Redlichkeit und das ernste Gutmeinen waren seit ein paar Jahrtausenden die Kleinode unseres Volkstums, und wir werden sie durch alle Weltstürme bis auf die späteste Nachwelt vererben.“ Friedrich Ludwig Jahn