Charlottesville – Amerikas Rechte bringt den Kulturkampf auf die Straße (+Video)

Nachdem es in den letzten Monaten in den USA zu mehreren teils gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen nationalen Gruppierungen und Antifaschisten gekommen war, stellen die Ereignisse in Charlottesville den momentanen Höhepunkt dieser Entwicklung dar.

Die Demonstration „Unite the Right“, also „Vereint die Rechte“ am Samstag sollte genau das erreichen, was der Name schon andeutet, all die politischen Bewegungen des rechten Spektrums der USA gemeinsam auf die Straße zu bringen. Am Vorabend gab es schon einen großen Fackelmarsch zur Statue des Südstaatengenerals Robert E. Lee, welche abgerissen werden soll. Diese verlief relativ ruhig.

Video: #UniteTheRight

Am Samstag zur rechtswidrig verbotenen Demonstration war so ziemlich alles vertreten, was die Rechte der Vereinigten Staaten aufzubieten hat und kann schon alleine deswegen als Erfolg gewertet werden. Vom Liebling der Medien, dem Ku-Klux-Klan, über NS-Splittergruppen, Biker, die Alt-Right, welche an sich schon ein kaum zu definierendes Konglomerat an verschiedensten Personen ist, aber auch Gruppen, die nicht ins übliche rechtsextreme Spektrum fallen, wie die Oath Keepers. Dabei handelt es sich um eine regierungskritische Bewegung, welche aus ehemaligen Soldaten, Polizisten und Ähnlichen besteht, die geschworen haben, die Verfassung der Vereinigen Staaten gegen alle Feinde zu verteidigen. Dieser Schwur schließt für sie die Regierung mit ein. Die Oath Keepers könnten es auch gewesen sein, die durch extrem militantes Auftreten auffielen, allerdings ist dies momentan nicht mit Sicherheit zu sagen. Ob es nun die Oath Keepers waren oder jemand anders, einige Teilnehmer der Demonstration sorgten für einiges Aufsehen, da sie in schusssicheren Westen und mit Sturmgewehren bewaffnet vor Ort waren. Aber auch sonst war das Auftreten vieler Teilnehmer nicht mit dem zu vergleichen, was wir aus der BRD kennen. Etliche nationale Demonstrationsteilnehmer, aber auch Gegendemonstranten, waren in regelrechten Kampfmonturen angereist, nicht selten bestehend aus Schutzkleidung samt Helm, Schild und einem Knüppel oder Ähnlichem. Einige der rechten Gruppierungen waren erstaunlich gut organisiert und versuchten durch das Bilden eines Schildwalls geordnet gegen den roten Mob vorzugehen.

Video: Charlottesville Compilation 2017

Die Vorbereitungen sollten sich als gerechtfertigt erweisen, denn wie nicht anders zu erwarten, waren etliche der Gegendemonstration nicht zum Spielen gekommen und die Lage eskalierte schon nach kurzer Zeit. Wer die Eskalation startete, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, wobei man bedenken sollte, dass die Gegendemonstranten angereist waren, um die Demonstration zu stören oder sogar zu verhindern und niemand wird sich der Illusion hingeben, dies durch das Halten einiger Spruchbanner und durch Sprechchöre zu erreichen. Die Linken suchten die Konfrontation und haben sie bekommen, wer nun den ersten Schlag ausführte, der das ohnehin unvermeidliche in Gang setzte, ist fast schon ohne Bedeutung.

Viel interessanter ist in diesem Zusammenhang das Verhalten der Polizei. Während in der BRD auf Demonstrationen stellenweise schon Beleidigungen und dumme Sprüche von den Beamten unterbunden werden, um eine mögliche Eskalation von vornherein zu verhindern und Demonstrationen stets strikt voneinander getrennt werden, glänzte die Polizei in Charlottesville lange Zeit durch Abwesenheit. So konnten die verfeindeten Gruppen, ohne dass auch nur ein Polizist zu sehen war, direkt aufeinandertreffen, woraus sich unvermeidlich Straßenschlachten entwickelten, die ebenfalls lange von der Polizei ignoriert wurden. Über die Zahl der Teilnehmer auf beiden Seiten kursieren zum momentanen Zeitpunkt unterschiedlichste Schätzungen, jedoch scheinen die Gegendemonstranten in der Unterzahl gewesen zu sein.

Der Hintergrund, vor dem die Demonstration stattfand, waren die Pläne der Stadt Charlottesville eine Statue des berühmten und als Kriegsheld gefeierten Südstaatengenerals Robert E. Lee zu entfernen. Dies ist nicht der erste Fall, in dem es um den Abriss eines nicht dem Zeitgeist entsprechenden Denkmals geht. Die Rechte der USA sieht darin einen Versuch, die Geschichte ihres Landes auszuradieren. Dazu passend wurde von ihnen der Spruch „You will not replace us“ (dt.: „Ihr werdet uns nicht ersetzen“) gerufen.

Video: Anti-Weiße schänden Südstaaten-Denkmal in Durham, North Carolina

Um die Bedeutung hinter der Demontage dieser Denkmäler in vollen Umfang zu verstehen, muss man sich das Ausmaß der anti-weißen Propaganda in den USA bewusst werden, die selbst die in der BRD praktizierten Schuldpropaganda in den Schatten stellen könnte. So ist es nicht unüblich, dass prominente Persönlichkeiten im Fernsehen erklären, es wäre etwas Gutes, dass die weißen Amerikaner zu einer Minderheit werden. Ein weiteres Beispiel wäre Sally Brown, die, als sie für den Vorstand des Democratic National Committe (eine Organisation der US Demokraten) kandidierte, erklärte, ihre Aufgabe bestehe darin, andere Weiße ruhig zu stellen. Sie sagte: „My Job is to shut other white people down“ (dt.: „Meine Aufgabe ist es, andere Weiße auszuschalten/vom Reden abzuhalten“). Andere gehen noch weiter. Ein zweifellos linksliberaler Professor erklärte auf Twitter: „All I want for Christmas is white genocide“ (dt.: „Zu Weihnachten wünsche ich mir nicht mehr als einen weißen Genozid“).

In Anbetracht einer solchen Rhetorik und der schon bei früheren Kundgebungen eskalierten linken Gewalt ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn auch nicht zu begrüßen, wenn einige Personen zu extremen Maßnahmen greifen. Wer Menschen nur Gewalt als letzten Ausweg lässt, sollte sich nicht wundern, wenn er genau diese bekommt.

Jeder wird mittlerweile davon gehört haben, dass ein 20-jähriger mutmaßlicher Nationalist sein Auto in eine Gruppe linker Demonstranten lenkte, wobei eine Frau ums Leben kam und 19 weitere Menschen verletzt wurden. Ob der Fahrer dies tatsächlich mit voller Absicht tat, ist momentan noch nicht zweifelsfrei geklärt. Es gibt Berichte davon, dass das Fahrzeug im Vorfeld angegriffen wurde und der Fahrer könnte daher in Panik gehandelt haben.
Dies ist selbstverständlich ein Detail, das man in der Systempresse auf beiden Seiten des Atlantiks vermisst. Ebenso vermisst man die Differenzierungen, die man bei islamistisch motivierten Anschlägen mit Fahrzeugen zur Genüge zu hören bekommt. Bei islamistischen Anschlägen besteht man darauf, doch erst mal ruhig abzuwarten, um zu sehen, was denn wirklich vorgefallen sei, und bestätigt sich das, was ohnehin schon jeder ahnte, sind die üblichen Verdächtigen gleich zur Stelle, reden von verwirrten Einzeltätern oder erklären sogar die restlichen Moslems zu den wahren Opfern, die jetzt unter noch mehr Fremdenhass zu leiden hätten. Hilft dies alles nicht, kann man natürlich immer noch erklären, Islamismus hätte nichts mit dem Islam zu tun. Begeht ein vermeintlicher Nationalist eine solche Tat, wirft man all dies über Bord und instrumentalisiert den Vorfall, um ein ganzes politisches Spektrum zu diskreditieren. Also genau das, was sie Personen aus diesem Spektrum vorwerfen zu tun. Nicht dass dies uns überraschen würde, dass die Systempresse alles so lange dreht und wendet, bis es in ihr Weltbild passt, ist hinreichend bekannt. Erwähnen wollen wir es trotzdem.

Da von der Presse also nur der übliche Unrat zu erwarten war und sie auch genau diesen lieferte, war es natürlich spannend zu sehen, wie Donald Trump reagieren würde. Immerhin demonstrierten dort seine Anhänger und Wähler auf der Straße. Menschen, ohne die er niemals Präsident geworden wäre, Menschen, die trotz Medienhetze und Lügen, zu ihm gehalten haben.

Trumps initiale Reaktion auf die Ereignisse fiel dann jedoch sehr diplomatisch aus. Er sagte: „Wir verurteilen auf das Schärfste diesen ungeheuerlichen Ausbruch von Hass, Fanatismus und Gewalt auf vielen Seiten.“ Die Presse war natürlich sofort in heller Aufruhr. Man warf Trump vor, dadurch, dass er die Gewalt der Nationalisten nicht explizit nannte, nicht klar genug Stellung gegen deren Taten beziehen würde. Zu diesem Zeitpunkt waren auch noch, zumindest einige seiner Anhänger, zufrieden mit seiner Reaktion, da er sie nicht, wie die Presse forderte, besonders hervorhob.
Doch dies sollte nicht lange so bleiben. Als Nächstes meldete sich Trumps Tochter Ivanka zu Wort und erklärte es gäbe „keinen Platz für Rassismus, weiße Vorherrschaft und Neonazis“ in der Gesellschaft. Rund zwei Tage nach den Ereignissen in Charlottesville sah sich dann auch Trump selbst dazu gezwungen, explizit Rassismus als böse zu erklären. Einen Tag später wiederum „Es gab einige sehr gute Leute, auf beiden Seiten.

Dies wird für viele seiner Anhänger eine herbe Enttäuschung sein. Die Wahl Trumps zum Präsidenten wurde von vielen, auch auf dieser Seite des Atlantiks, als ein symbolträchtiger Moment gesehen. Sie zeigte, dass es doch möglich ist, entgegen aller Hetze und Lügen der Presse, zu siegen. So verband man Trump mit der Hoffnung einen wirklichen Wendepunkt erreicht zu haben, nicht weniger als den Anfang vom Ende des arroganten, linksliberalen Establishments sollte Trump bringen und seine Ankündigung, den Sumpf des korrupten politischen Systems trocken zu legen, leistete dieser Hoffnung weiter Vorschub. Wie es nun scheint, versinkt Trump jedoch selbst mehr und mehr im Sumpf, den er auszutrocknen versprach. Insbesondere seine Tochter Ivanka, die als seine Beraterin agiert und auch hier wieder negativ auf sich aufmerksam machte, übt offenbar einen subversiven Einfluss auf ihren Vater aus. Schon in der Vergangenheit führte Ivankas Einfluss zu Entscheidungen Trumps, die viele seine Anhänger enttäuschten. So war Trumps Entscheidung den unbestätigten Einsatz von Giftgas durch syrische Regierungstruppen mit einem Raketenangriff zu vergelten, nach Trumps eigenen Angaben, maßgeblich durch seine Tochter beeinflusst. Viele hofften, dass die aggressive und destabilisierende Außenpolitik der USA mit der Wahl Trumps ein Ende finden würde, doch über seine Tochter scheint das System einen Zugang zu ihm gefunden zu haben, dem er sich nicht entziehen kann.

Damit sollte das Schicksal Trumps all jenen als Mahnung dienen, die meinen, die korrupten Systeme des Westens von innen heraus reformieren zu können. Man kann das System mit den besten Intentionen betreten, früher oder später wird es einen vergiften. Das System findet immer einen Weg. Selbst Donald Trump, konnte sich dem nicht entziehen. Geld, Macht und Berühmtheit besaß er schon, daher würde Korruption bei ihm nicht wirken, also suchte das System, der tiefe Staat, oder wie auch immer man es nennen will, die Schwäche, die jeder besitzt. Die eigene Familie, im Falle Trumps, seine Tochter.

Mit solch einem Gegner spricht man nicht, man verhandelt nicht mit ihm und unter keinen Umständen macht man mit ihm gemeinsame Sache. Solch einen Gegner kann man nur politisch völlig vernichten, restlos ausradieren. Es gibt nichts, in den durch und durch korrupten Systemen des Westens, was sich zu reformieren lohnen würde, es ist nicht die Zeit für Reformatoren, sondern für Revolutionäre.

Wie auch immer Trump sich entscheiden wird, ob für das System oder seine Anhänger, die Revolutionäre standen schon lange in seinem Schatten und in Charlottesville traten sie mit einem Paukenschlag hervor. Einer dieser Revolutionäre und Köpfe hinter der Alt-Right, Richard Spencer, erklärte Charlottesville für seine Bewegung zu einem Sieg und zum Beginn einer weißen Bürgerrechtsbewegung. Die Tragweite dieser Aussage wird erst deutlich, wenn man die gewaltigen und langfristigen Veränderungen bedenkt, die die schwarze Bürgerrechtsbewegung brachte. Spencer kündigt nicht weniger an, als erneut die Grundfeste der amerikanischen Gesellschaft zu erschüttern.
Ob er diesen großen Worten gerecht wird, wird sich zeigen. Amerikas Rechte hat in Charlottesville jedenfalls Stärke demonstriert. Sie hat die Herausforderung des linken Establishments im Kulturkampf angenommen und gezeigt, dass sie keine Angst hat, ihn auch mit allen Mitteln auf den Straßen zu führen. Sie hat dem weißen Mann wieder eine Stimme gegeben und verkündet: „bis hier hin und nicht weiter“. Und ihre Feinde zittern schon, spüren schon die Vergänglichkeit ihrer Macht und ahnen schon, dies war erst der Anfang.