Die Hitlerglocke von Herxheim

Waren bisher Bad Dürkheim und seine Ortschaften drum herum eher für die Auswandererfamilien Trump (US-Präsident Donald Trump) und Heinz (Heinz Ketchup) bekannt, kommt nun eine neue Besonderheit hinzu. In Herxheim am Berg befindet sich die sogenannte „Hitler-Glocke“, welche seit Neuestem für viel Wirbel in Medien und Politik sorgt. Ab sofort soll die Glocke der Jakobskirche schweigen.
Die 240 Kilogramm schwere Glocke hängt seit 1934 im Kirchturm der evangelischen Jakobskirche und gehört der Gemeinde Herxheim am Berg (Kreis Bad Dürkheim). Seitdem eine ehemalige Organistin und Lehrerin Anfang Mai sich in einem Leserbrief über die Glocke und ihre Inschrift „Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler“, verziert mit einem Hakenkreuz, beschwerte, wird über die „Hitler-Glocke“ gestritten. Abhängen fordert die Gutmenschenmafia mit ihrer Fürsprecherin und Ministerpräsidentin Malu Dreyer, andere sagen, es solle einfach alles bleiben wie es ist – bisher hat das Hakenkreuz ja auch niemand beim Glockengeläut gestört.
Der Gemeinderat von Herxheim am Berg hatte nach Bekanntwerden der Sachlage beschlossen, sich von einer Sachverständigen zur Zukunft der „Hitler-Glocke“ beraten zu lassen. Sobald ein Gutachten der beauftragten „Expertin“ vorliegt, will der Gemeinderat beschließen, ob die Glocke entfernt wird oder beispielsweise eine Gedenktafel an der Kirche angebracht wird. Bis auf Weiteres ist das Läuten aber erst einmal durch die evangelische Kirche eingestellt worden. Mit alledem hat Ronald Becker (Freie Wähler) – ehemals Bürgermeister – nichts mehr zu tun.

Dieser hatte nach einem Hetzbericht der ARD-Sendung „Kontraste“ den Hut genommen und war von seinem Amt als Bürgermeister zurückgetreten. In dem Fernsehbericht sollen relativierende Aussagen zur NS-Zeit gefallen seien, welche Becker auf das sinnverdrehende Zusammenschneiden des Filmmaterials zurückführt. Becker soll gesagt haben, dass Hitler immer nur mit Gräueltaten in Verbindung gebracht werde, nicht jedoch aber mit Dingen, die in dieser Zeit auf den Weg gebracht worden seien und bis heute genutzt würden.
Auszug aus der Rücktrittserklärung von Ronald Becker:

Letztendlich hat das Interview der ARD in der Sendung „Kontraste“ den Ausschlag gegeben, dass ich als Bürgermeister meiner Heimatgemeinde Herxheim am Berg und von allen politischen Ämtern zurücktrete. Da interessiert es auch keinen mehr, dass ein Telefonat mit einer 95-jährigen Einwohnerin von Herxheim sinngemäß wiedergegeben wurde.

Sie berichtete mir, dass sie in ihrem langen Leben alle Zeiten der NS-Zeit miterlebt hat. Dabei sagte sie: Es gab sehr schlimme Zeiten, es gab aber auch Gutes und sie möchte, dass die Glocke hängen bleibt.

Ich fand diese Aussage beeindruckend, da ich die NS-Zeit nicht miterlebt habe. Sollte ich, durch die verkürzte Wiedergabe des Interviews und die aus dem Kontext gerissenen Sätze, den Eindruck erweckt haben, dass ich diese Zeit verherrliche, so möchte ich mich davon aufs Äußerste distanzieren. 

Aber es hat auch sein Gutes. Nach so viel Engagement und Zeit für meine Heimatgemeinde werde ich nun mehr Zeit für meine Familie haben, die oftmals zurückstecken musste. Endlich kann ich meine berufliche Tätigkeit wieder aufnehmen, die ich in letzter Zeit sehr vernachlässigt habe. 

Ich werde mich auch weiterhin für soziale Projekte im Ehrenamt einsetzen, ob dies allerdings in Herxheim sein wird, das ist noch offen.

Landesmutti Malu Dreyer (SPD) gab kürzlich auch ihren Senf zur Diskussion um die sogenannte Hitler-Glocke hinzu. „Die Glocke sollte nicht mehr in Herxheim hängen„, sagte Dreyer gegenüber der Tageszeitung Rheinpfalz. Das Abhängen sei angeblich „unsere geschichtliche Verantwortung“. Und fehlen darf natürlich auch nicht der Zentralrat der Juden, sonst wäre es ja irgendwie langweilig. Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, forderte von Herxheim am Berg, die Glocke abzuhängen. Sie solle in ein Museum, so Schuster gegenüber dem SWR. Auch unser Parteivorsitzender hat sich zur Abnahme der Glocke bereit erklärt. Eine Reaktion auf eine Anfrage erfolgte bisher nicht.





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