Die Bedeutung von Brückenbündnissen für Linksextreme

Wir berichteten vor einiger Zeit über das vom Verfassungsschutz beobachtete Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“. Das Bündnis rief dazu auf, den Wahlkampf der AfD zu stören und vereinigte in sich sowohl Personen aus dem bürgerliche Lager, einige bekannte Politiker wie Ralf Stegner, als auch eine Reihe linksextremistischer Gruppen, die teilweise an den G20-Krawallen in Hamburg beteiligt waren und keinen Hehl um ihre kommunistische Gesinnung machen. Im Folgenden wollen wir die Bedeutung der Brückenfunktion, die solche Bündnisse haben, erörtern.

Eines der größten Probleme, mit dem sich der Nationale Widerstand konfrontiert sieht, ist die soziale Ächtung, die seinen Zielen und Absichten entgegengebracht werden, ganz gleich, ob diese nun friedlich oder durch Gewalteinsatz verfolgt werden. Zugegeben, diese Ächtung hat auch ihr Positives, sie schreckt viele Selbstdarsteller und Opportunisten davor ab, das nationale Lager als das Betätigungsfeld für ihre egoistischen und zersetzenden Machenschaften zu wählen. Im Großen und Ganzen ist die Ächtung jedoch eher als ein Nachteil als ein Vorteil zu sehen, insbesondere für Gruppierungen, deren Rekrutierungsstrategie weniger selektiv ist als die Unsrige.

Dominique Venner beschrieb sehr treffend, vor welche besonderen Herausforderungen die soziale Ächtung das Individuum Mensch stellt. Er schrieb: „So wurde mir klar, daß ein radikaler Opponent zu sein in Bürgerkriegszeiten einen Schneid erfordert, neben dem der Mut der Helden eines regulären Krieges fast verblaßt. Denn letztere bekommen ja vom Gemeinwesen ihre Legitimität und haben schließlich die Genugtuung, Ruhm davonzutragen. Umgekehrt muß der radikale Opponent in sich selbst die Motivation finden, dem allgemeinen Mißfallen trotzen, die Feindschaft vieler Leute und eine glanzlose Repression über sich ergehen lassen.“ Diesen Worten ist nichts mehr hinzuzufügen.

Zwar wähnt sich auch die radikale Linke in der Rolle radikaler Opponenten, doch in Wirklichkeit sind sie ein Teil des BRD-Systems. Man vergleiche einmal die Berichterstattung über die G20-Krawalle mit der über einige der Vorfälle, die sich in der Anfangszeiten der Asylflut ereigneten. Beispielsweise wurde damals im sächsischen Clausnitz ein Bus voller Asylanten von Einwanderungsgegnern blockiert. Neben einer konkreten verbalen Bedrohung war es zu keinen Straftaten gekommen, nichtsdestotrotz waren die Ereignisse über mehrere Tage hinweg DAS Thema in den Medien überhaupt. Trotz des Mangels an nennenswerten Straftaten erweckte die Berichterstattung der Systempresse den Eindruck, als hätte hier ein Mob wütender, hasserfüllter Hinterwäldler das Leben hilfloser Frauen und Kinder bedroht. Dementsprechend wurde die Möglichkeit, dass es sich hierbei um einen, im Großen und Ganzen friedlichen, Protest handelte, der entsprechend legitim ist, noch nicht einmal in Betracht gezogen oder erwähnt. Ganz anders in Hamburg. Die Krawalle waren kaum vorüber, da waren prominente Persönlichkeiten schon zur Stelle, um das Verhalten des anarchistischen Mobs zu relativieren, ihre Opferrolle hervorzuheben oder zumindest die Proteste mit dem Verweis darauf, dass es sich bei den Anwesenden nur um Krawalltouristen gehandelt hätte, zu entpolitisieren. Man frage sich auch einmal, wann zuletzt die Polizei für ihr Vorgehen gegenüber rechten Demonstranten öffentlich kritisiert wurde und wann sie zuletzt einmal nicht für ihr Verhalten gegenüber Linken kritisiert wurde.

Bündnisse wie „Aufstehen gegen Rassismus“ sind ein weiteres Zeichen für die Verbindung zwischen den angeblichen linken Revolutionären und dem liberalen Establishment der BRD, welches sie angeblich so vehement bekämpfen. Rechts der CDU sucht man so etwas vergeblich. Selbst vergleichsweise bürgerliche Bewegungen wie Pegida erhalten nur vereinzelt Rückendeckung aus dem bürgerlichen Lager, von prominenten Fürsprechern ganz zu schweigen. Sogar eine Alternative für Deutschland (AfD) tut sich schwer damit, Pegida offen zu unterstützen.
Gäbe es diese Verbindung zwischen dem System der BRD und dem linksextremen Lager nicht, würde es wahrscheinlich in ähnlich, teils erbärmlichen Zuständen, dahinvegetieren, wie das als rechtsextrem bezeichnete Lager.

Wir sprachen einleitend schon davon, welche Bedeutung die soziale Ächtung für den Zulauf an Personen hat, den eine politische Bewegung erhält. Wir erwähnten auch schon die mediale Macht, die insbesondere prominente Fürsprecher mit sich bringen. Es ist also nicht dem Zufall und auch nicht nur der Ideologie zuschulden, dass linke Bewegungen immer wieder Tausende von Menschen auf die Straße bringen können, während man sich als Rechter schon über ein paar Hundert freut. Links zu sein, ist nun mal Mode, an sich mit keinen Konsequenzen und Opfern verbunden. Es bietet sogar die Möglichkeit, sich, solange man sich in gewissen Rahmen bewegt, den verwegenen Anstrich eines Revolutionärs zu verpassen, ohne den Preis zahlen zu müssen, den das Leben eines wahren Revolutionärs mit sich bringt.

Es gibt jedoch noch einen weiteren Punkt, indem die allgemeine Akzeptanz linker Anschauungen, sich für das linksextreme Lager als bedeutsam erweist. Ein gesellschaftliches Klima, welches die Grundprämisse, die hinter dem Handeln eines Aktivisten steckte, beispielsweise gegen Rassismus zu sein, akzeptiert und gut heißt, ist ein idealer Nährboden für Extremismus, indem es dadurch, dass es die Motivation selbst als legitim anerkennt, die Hemmschwelle, sich außerhalb des Gesetzes zu bewegen, senkt. So wird aus dem Linksextremisten, der in seinem Kampf gegen Rechts zu unerlaubten Mitteln greift, kein gewöhnlicher Krimineller, sondern ein Idealist, der in seinem Kampf für eine eigentlich gerechte Sache zwar zu weit geht, es aber aus den richtigen Gründen tut. Dies trifft sowohl für die Selbstwahrnehmung des Aktivisten als auch auf dessen Wahrnehmung durch Dritte zu.

In diesem Zusammenhang ist die Positionierung der AfD als systemkritische, wenn auch nicht systemfeindliche Partei, für das nationale Lager aus strategischer Sicht von Vorteil. Sie mag zwar viele Protestwähler, sowie ehemalige Stammwähler radikalerer Parteien an sich binden und somit diesen Parteien schlechtere Wahlergebnisse bescheren, sie lockt aber dank ihres Erfolgs gleichzeitig auch Linksextreme, sowie deren Unterstützer im bürgerlichen Lager aus der Reserve. Plötzlich richtet sich deren Wut nicht mehr nur gegen vermeintliche Rechtsextremisten, für deren Schicksal sich ohnehin niemand interessiert, sondern gegen Personen aus der gesellschaftlichen Mitte.
Plötzlich sind nicht mehr nur Außenseiter von linker Gewalt und Hetze betroffen, sondern der Nachbar oder sogar ein Familienmitglied. Somit hören linksextremistische Taten auf, entfernte und abstrakte Dinge zu sein und werden zu greifbaren Ereignissen. Solange solche Taten nur unbekannte Personen betreffen, ist es einfach, sie zu ignorieren. Hat das Opfer jedoch ein vertrautes Gesicht, fällt dies deutlich schwerer. Man könnte sogar so weit gehen, dass erst durch das Aufkommen bürgerlicher, populistischer Bewegungen und Parteien linksextreme Gewalt und Hetze in der kollektiven Wahrnehmung der Deutschen bewusst erfasst wurde. Noch ist das Bewusstsein über die Machenschaften des roten Mobs nicht so weit, als dass Politiker sich nicht länger mit ihnen solidarisieren könnten, auch wenn die Ereignisse im Umfeld des G20-Gipfels hier viel Vorschub geleistet haben. Ob dies zu einem Umdenken führen wird, lässt sich noch nicht absehen. Klar ist jedoch, dass jeder Angriff linksextremistischer Gruppen auf die Mitte der Gesellschaft, auch ein Angriff auf die soziale Akzeptanz ist, auf die sie so sehr angewiesen sind.

 





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