Jungautorenwettbewerb 02/2017: Platz 7 und 8

Im Rahmen unseres Jungautorenwettbewerbs 02/2017 unter dem Motto „Jugend im Sturm“ veröffentlichen wir nun täglich verschiedene Einsendungen.

Platz 8: Aufruhr im Schlafsaal

1. Die Jugend im Schlaf
2. Die Jugend erwacht
3. Die Jugend im Sturm

1. Die Jugend im Schlaf

Die Tür geht auf und du kommst heim,
gehst der Lethargie gleich auf den Leim.
Gelangweilt schmeißt du dir eine Pizza in den Ofen,
und setzt dich vor den Fernseher – deinem Theosophen.
Die qualitätsfreien Medien prasseln auf dich ein,
sie wiegen dich in ihrem vermeintlich sicheren Schein.
Der Nachrichtensprecher plappert vor sich hin,
und Bilder fressen sich in dein Gehirn.
Er erzählt dir was alles in der Welt geschieht,
was andere tun oder wie dein Glück aussieht.
Während du die Pizza holst merkst du, du hast ja noch die Schuhe an,
das teilst du gleich auf Facebook – mit Smiley dran.
Deine Freunde sind alle schon im Chat,
man diskutiert eifrig über Popularität.
Zum Abschluß gönnst du dir noch einen Joint,
dann schläfst du ein, mit diesem deinen besten Freund.

2. Die Jugend erwacht

Es ist Feierabend und du trottest durch die Gassen,
da siehst du etwas und kannst es gar nicht fassen.
Ein alter Mann wühlt in einem Mülleimer herum,
von Gestalt her hager und der Rücken krumm.
Er sucht nach Pfand um seine Rente aufzustocken,
während andere übersättigt ihr Geld verzocken.
Seine Frau sei sterbenskrank,
und ohne Geld bleibt die Medizin im Apothekerschrank.
Das Altersgeld vom Staat reicht kaum aus zum leben,
also kämpfen sie ums nackte Überleben.
Jahrzehnte fleißig eingezahlt, doch jetzt ist nichts mehr da,
und plötzlich wird man seiner eignen Not gewahr.
Verwirrt hebst du nun den Kopf empor,
siehst dich mal um – mehr als zuvor.
Du siehst eine Mutter weinend mit schweren finanziellen Sorgen,
ihren Kindern verspricht sie stets ein besseres Morgen.
Kindergärten und Schulen betteln tagtäglich um Sanierung,
und viele Obdachlose hoffen auf eine Einquartierung.
Die Straßen haben Schlaglöcher, Risse und Warnschilder,
das frißt sich ins Gehirn wie Endzeitbilder.
Steht das Volk etwa am Abgrund?
Ist der Volkskörper nicht mehr gesund?
Wo fließt das ganze Geld vom Staat denn alles hin?
Macht hier überhaupt noch irgendetwas Sinn?
Not und Armut in den eigenen Reihen,
und Spott samt Hohn kann hier gedeihen?
Nun hebt noch ein anderer seinen gesenkten Kopf,
ein Mädchen streicht sich verdutzt über Stirn und Zopf.
Ein Zweiter, Dritter, Vierter, sie alle bleiben stehen,
schauen ganz benommen und beginnen nun zu sehen.

3. Die Jugend im Sturm

Es fällt wie Schuppen von den Augen und rumort im Wanst,
hat sich doch das Unrecht hier im deutschen Land verschanzt.
Bist du etwa so zufrieden? Soll so die Geschichte enden?
Laßt uns den Tyrannen stürzen, es liegt in unsren Händen!
Da fährt ein Ruck durch dieses gebeutelte Land,
es ächzt im Gebälk und es lodert ein Brand.
Der Donner schwillt an und bricht grollend hervor,
der Genius ist frei – bereitet euch vor!
Die Jugend sucht jetzt den kameradschaftlichen Schulterschluß,
sie festigt besonnen in Gemeinschaft ihren Beschluß.
Gemeinsam wird marschiert,
gegen geltendes Unrecht protestiert.
Sprechchöre strafen Lügen wie reissende Wogen,
zu lange wurde das deutsche Volk um sein Recht betrogen.
Auf, auf ihr Kameraden hinter Öfen und Schulbänken,
helft mit Deutschlands Geschicke zu lenken.
Raus auf die Straße! Zeigt dem Moloch die trotzige Stirn!
Die Jugend entflammt unterm deutschen Himmelsgestirn.
Vorwärts Kameraden nehmt die Flugzettel zur Hand,
der Widerstand trägt jetzt ein jugendliches Gewand.
Bewegung kommt von sich bewegen, also bleib nicht stehn,
laßt unser geliebtes Deutschland endlich wieder auferstehn!
Sie werden versuchen uns zu schwächen,
mit frechen Lügen gar zu brechen.
Uns in aller Öffentlichkeit demütigen und schikanieren,
um unsere Zukunft zu zerstören und zu ruinieren.
Doch diesmal nicht, denn hier ist Schluß!
Wir durchbrechen diesen lähmenden Fluß!
Diese Bewegung schwillt an wie ein gebietender Donner,
so kraftvoll und stark wie ein 70 Tonner.
Wir sind eine Dampflok und gewinnen an Fahrt,
eure Hindernisse können uns nicht stoppen – wir sind der Widerpart!
Nach und nach zerbricht euer letzter Verteidigungsturm,
Ihr werdet fallen! – Denn die deutsche Jugend ist im Sturm!

Platz 7: Jugend im Sturm

Rötlich-goldene Strahlen schimmern durch Äste und Bäume im ländlichen Oberbayern und treffen die benachbarten Weizenfelder. In dieser Romantik reflektiert wellenartig blaues Blitzlicht an den kurvenförmig angeordneten Leitpfosten vorbei und trifft stilsicher die bergige Landstraße. Die schönen Seiten in meinem Beruf, welcher für die Notfallversorgung für über 120.000 Menschen verantwortlich ist. Von diesen inspirierenden Situationen heraus, lass ich mich oft mitreisen – schwelge in Gedanken.
Ich sehe oft in Straßen den kulturellen Verlauf unseres Volkes, denn: 2000 Jahre deutsche Kulturgeschichte lassen sich durchaus mit einer ländlichen Fernstraße vergleichen. Sie entwickelte sich, nahm neue Maßstäbe an, wurde schmäler, breiter passte sich Gegebenheiten an, blieb trotz der Gefahren stets robust und behielt
ihr Fundament. 1945 wurde die Straße massiv umgebaut, zumindest wurde es versucht den Zeitgeist zu ändern, anzupassen. Jugend im Sturm. Bei diesen Wörter beginnen die Probleme. Für die heutige Zeit ein Paradoxon. Sturm ist im Regelfall stets ein Konstrukt was selbst auf die von ihm ausgehende Gefahr hinweist – es liegt in der Natur der Sache völlig gleich um welche Art von Sturm es sich handelt, dass das Gefährdungspotenzial steigt. Im goldenen Zeitalter, nach der Schande des ersten Weltkrieges, war dies auch der Fall, die völkische Gemeinschaft wuchs und hielt, durch den Versuch feindlicher Mächte unser Land in den Grundfesten zu erschüttern, so verankert wie noch nie zuvor zusammen. Man erkannte den Feind und tatsächlich, es wurde versucht die Herzen zu brechen. Im Denken und Handeln standen unsere Ahnen als Schicksalsgemeinschaft zusammen – dem Bombensturm gleichgültig gegenüber blickend. Doch zurück zur Straße:
Unser Fahrzeug passiert eine dörfliche Bahnunterführung. An dieser – so wurde mir erzählt – vermochte der letzte Widerstand verzweifelt die Unterführung zu sprengen und Bäume als Panzersperren einzusetzen. Als letzte treue Tat sich dem amerikanischen Terror entgegenzustellen. Heute sieht man davon nichts mehr – kein Gedenken. kein Heldenstein. Das blaue Licht trifft auf Graffiti und eine Gruppe junger Leute.
Hier gibt es keinen Sturm mehr, im beschaulichen Örtchen sind wir die Einzigen die ab und an mal für Aufmerksamkeit sorgen . „Seit 72 Jahren hatten wir keinen Krieg mehr“ hört man die Leute reden. Selbst mein Großvater welcher mit sich seinen 88 Jahren in Erinnerungen vertieft, berichtet durchgehend positives über die Zeit nach dem Krieg . Die Besatzer – die gaben einem Zigaretten und Kaugummi und Arbeit und ach was weiß ich…..
Seit 70 Jahren gibt es keinen Sturm mehr – die Menschen leben vor sich hin, bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit wird die „Service Hotline 112“ gerufen. Kein Krieg, keine Unruhen, man macht sich Gedanken wo man am Wochenende zum Feiern geht – man hat ja schließlich hart gearbeitet. Von diesem Standpunkt aus gibt es zwar eine Jugend aber keinen Sturm – oder etwa doch? Unser Fahrzeug rollt weiter in eine Siedlung . Das Meldebild war „C2 auf der Straße“ – eine Alkohol Vergiftung also, welche Sonntag morgens schon des Öfteren vorkommen kann. Im Hintergrund erschallen die Bassgeräusche einer Massenveranstaltung. Pompös. Plump. Wo liegt den der Sturm wenn alles heiter, fröhlich bis rauschartig wunderbar schön ist? 100 Meter vor
uns erkennt man Silhouetten von winkenden Menschen – genervt halten wir an und steigen aus. „Männlich, 15 aufgenommen, wach ansprechbar Alkohlintox zum ausnüchtern ins Krankenhaus – jetzt unterwegs, Status 7″
Das Fahrzeug rollt und nach obligatorischer Überprüfung der Vitalparameter frage ich den Knirps ob alles in Ordnung ist. Ich bekomme zu hören, dass seine Eltern den Vorfall nicht erfahren dürfen, sein Mobiltelefon ist weg – das übliche Gezetere. Dieser junge Mann befindet sich momentan in seinem persönlichen Sturm. Vielleicht steht genau in diesem Verhältnis die Problematik. Wenn man den heutigen Zeitgeist beobachtet, so stellt man fest, dass unsere Straße keine wunderschöne, von Natur umgebene Schnellstraße mehr ist – sondern seit 1945 nach und nach zu einer marode gewordenen Autobahn umgebaut wurde. Eine Bundesautobahn mit vielen Einfahrten. Auch Fahrzeuge von anderen Ländern, welche einfach aufgrund ihrer Beschaffenheit andere Verkehrsteilnehmer massiv gefährden, dürfen auf diese Autobahn auffahren. Während ich den besoffenen Bengel so beobachte, wird mir die Problematik klar. Der Zeitgeist, die Straße wird umgebaut – Zuckerbrot und Spiele. Wie damals bei meinem Großvater. Der Sturm ist kein Sturm mehr wie damals als der Feind mit seiner Vernichtungsmaschinerie offensichtlich dem deutsche Volk schaden wollte. Und genau das macht ihn gefährlicher denn je, man könnte fast sagen, der Sturm ist schlau. Und dennoch unsere, also die deutsche, Jugend steht im Sturm. Ein Sturm welcher sich tarnt wie ein Wolf im Schafspelz. Konsumgedanken stehen an erster Stelle. Fünf Tage arbeiten, Zwei Tage feiern. Der heutige Zeitgeist. Der Abstieg eines Fußballvereins ergattert sich die Titelseiten der lokalen Presse, während von Kinderlosigkeit der deutschen Familien keine Wertigkeit gelegt wird. Globalisierung steigert das Konsumverhalten – ein Teufelskreislauf. „Lasst uns Tanzen oder Ficken oder Beides – denn morgen sind wir Tod“ – Zitat eines Sängers welcher elektronische Tanzmusik produziert und punktgenau die heutige Einstellung trifft.
Der Sturm hat viele Gesichter, solche die nicht als Wolf sondern als Schaf wahrgenommen werden. Freiheit für alle,völlig gleich wer wen heiratet oder welches Geschlecht man sein möchte – ändern kann man es sowieso im Land der unbeschränkten Möglichkeiten. Und wenn einem alles zu viel wird, na dann zieht man sich die Wochenendtüte durch, der Staat legalisiert es sowieso bald. Wir sind alle eins – „Love is in the Air“ – ein Deutschland gibt es nicht, wir sind alle eine Welt .In diesem bunten Haufen steht jeder von uns. Die älteren und weltanschaulich gefestigten unter uns können mit dieser Situation besser umgehen. Jugendliche sind jedoch formbar. Doch die Jugend im heutigen verdreckten Zeitgeist vermag sich durch ein revolutionäres Handeln zu wehren. Dem Sturm standzuhalten. Bildet auch, kauft regional beim Bauernhof, lebt gesund, stärkt die Gemeinschaft und baut diese aus. Lasst euch von nationalen und sozialistischen Gedanken inspirieren. Klärt eure Mitmenschen auf und macht euch weitestgehend unabhängig vom Staat. Geht in die Natur statt in die Disco. Momentan ist dies die einzige Möglichkeit den Sturm, welcher sich nicht als Sturm zu erkennen gibt, entgegen zu wirken. Nur durch eine nationale, sozialistische und revolutionäre Lebenseinstellung können wir den heutigen Sturm bekämpfen.
Mittlerweile wurde unser Patient an das Krankenhaus übergeben. Über die Landstraße werden wir zur Wache zurück beordert. Ich schwelge in Gedanken – ich bin unseren Ahnen dankbar, welche sich den feindlichen Sturm entgegenstellten. Ich werde es auch tun , in der Hoffnung mitzuhelfen, die Autobahn wieder zu einer romantischen ländlichen und gut ausgebauten Straße umzubauen – in der Hoffnung das goldene Zeitalter noch erleben zu dürfen.





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