Auf den Spuren der ukrainischen Geschichte

Im Zuge der Teilnahme am „Marsch der Nation“ besichtigten verschiedene Gruppen der „III. Weg“-Mannschaft wichtige historische Orte und Sehenswürdigkeiten in Kiew.
So, wie die Geschichte vieler Völker und Nationen, ist auch die Geschichte der Ukraine äußerst wechselhaft. Die heutige Ukrainische Nation begründet sich in ihrem Ursprung auf das Wikingerreich der „Kiewer Rus“, das im 13.Jahrhundert unter dem Ansturm der Mongolen zerbrach. Im 14. Jahrhundert kam der Großteil des ukrainischen Territoriums unter litauisch-polnische Herrschaft und wurde 1569 Teil des Königreichs Polen. In dieser Zeit der Fremdherrschaft entwickelte sich das ostslawische Volk zu einer Nation und konnte für kurze Zeit einen eigenen Kosakenstaat bilden.

Denkmal für die Kiewer Stadtgründer Kyj und seine Brüder Schtschek und Choriw

Im 18. Jahrhundert wurde die Ukraine zwischen Österreich und dem russischen Zarenreich aufgeteilt. Während die Österreicher die ukrainische Identität anerkannten, begann im russisch beherrschten Teil der Ukraine eine umfangreiche Russifizierung. Es wurden die ukrainischen Kosakenhochburgen vernichtet, die katholisch-unierte Kirche verboten und die orthodoxe Kirche in die russisch-orthodoxe Kirche eingegliedert. 1863 wurden die ukrainische Sprache und Literatur verboten.
Nach dem Zusammenbruch des russischen Zarenreiches im 1. Weltkrieg nutzten die Ukrainer die Gunst der Stunde und gründeten 1918 die „Ukrainische Volksrepublik“. Bereits im Februar 1918 besetzten die Bolschewiken die Hauptstadt Kiew. Die roten Truppen wurden aber im darauffolgenden Monat von zu Hilfe gerufenen deutschen und österreichischen Truppen wieder verjagt. Im ukrainisch-bolschewistischen Krieg von 1917 bis 1921 mußten sich die Ukrainer sowohl gegen die Rote Armee, als auch gegen polnische Invasoren erwehren. Nach der Niederlage wurde die Westukraine polnisches Herrschaftsgebiet, die Ostukraine zur „Ukrainischen Sowjetrepublik“.
Unter der Herrschaft Stalins setzte bald erneut eine Russifizierung ein. 10.000 Geistliche wurden zwischen 1926 und 1932 ermordet, allein 1931 über 50.000 Intellektuelle deportiert. Insgesamt wurden mehrere Millionen Ukrainer in Gulags deportiert, von denen mindestens 500.000 ums Leben kamen. Den Höhepunkt des Ausrottungsfeldzugs der Kommunisten gegen das ukrainische Volk stellt jedoch der sogenannte Holodomor (Tötung durch Hunger) dar. Nach einer Dürre wurden die Abgaben an Nahrungsmitteln extrem erhöht und eine der schlimmsten Hungersnöte der europäischen Geschichte, durch das kommunistische Regime systematisch organisiert, herbeigeführt.

Denkmal für die Opfer des Holodomor
Denkmal für die Opfer des Holodomor

In den Jahren 1932-1933 fielen (je nach Berechnung) 3,5 bis 7,5 Millionen Menschen in der Ukraine, die als Kornkammer der Sowjetunion galt, der „Ernte des Todes“ zum Opfer. Gleichzeitig wurden die beschlagnahmten Lebensmittel durch den sowjetischen „Arbeiter-und Bauernstaat“ ins Ausland verkauft, um Devisen für die „Industrialisierung“ zu erhalten. Dieses kommunistische Verbrechen hat sich, bis zum heutigen Tage, tief in die ukrainische Volksseele eingebrannt. Die Ukraine wurde ferner systematisch durch Ansiedlung von Millionen ethnischer Russen überfremdet, was eine der Hauptursachen des heutigen Krieges in der Donbass-Region darstellt. Der große Terror dauerte noch bis 1941 an, bis die Ukraine im 2. Weltkrieg aus den Händen der Roten Pest befreit wurde.

Bereits kurz nach Beginn des Ostfeldzugs rief die „Organisation Ukrainischer Nationalisten“ nach der Eroberung Lembergs einen unabhängigen ukrainischen Staat aus. Da dies ohne Absprache mit den zuständigen deutschen Stellen erfolgte, gerieten die bis dahin Verbündeten in einen starken Konflikt, weshalb sich viele Ukrainer gegen die deutsche Besatzung wendeten. In der Schlacht um Kiew 1941 fielen rund 100.000 deutsche und etwa 400.000 russische Soldaten. Weitere 600.000 Russen kamen in Kriegsgefangenschaft. Siehe hierzu auch den Artikel zum Heldengedenken bei Kiew.

Mutter-Heimat-Statue zum Gedenken an den Sieg der sowjetischen Streitkräfte des 2. Weltkrieges

1944 eroberte die Rote Armee die Ukraine zurück und Millionen Ukrainer wurden in der Folgezeit, in einer gewaltigen Zwangsumsiedlung, deportiert. Dennoch gelang es der „Ukrainischen Aufstandsarmee“ UPA in einem erbitterten Kleinkrieg 1945/1946 die Kontrolle über fast die Hälfte des ukrainischen Gebietes zu erlangen. Erst Mitte der 50er Jahre konnte schließlich der ukrainische Widerstand gebrochen werden. Obwohl in der Folgezeit eine deutliche Entspannung der Lage eintrat, wurde die Ukrainische Sprache erst 1989 durch die Sowjetunion anerkannt. Nach dem gescheiterten Putsch gegen den letzten sowjetischen Staatsführer Michail Gorbatschow erklärte die Ukraine am 24. August 1991 schließlich ihren Austritt aus der Sowjetunion und erlangte damit ihre staatliche Unabhängigkeit.





7 Kommentare

  • Hallo,

    Ihr scheint mir eigentlich eine (soweit ich das nach durchlesen einiger euer Artikel und ansehen euer Selbstdarstellung sagen kann) durchaus interessante National Revolutionäre Gruppe, auch mit untypisch viel Bezug zum Sozialen(was ich gut finde).
    Doch was soll das hier bedeuten?
    Seit ihr jetzt auf Seiten dieser nützlichen Idioten der Rechten Kräfte usw. in diesem verdammten Stellvertreter Krieg?
    Euch muss doch bewusst sein das diese Leute, bei allen guten Ansätzen die sicher auch dort teilweise schlummern, sowas wie das Kanonenfutter der Nato-US-Hochkapital-Elite sind…

    Bei aller richtiger Kritik an historischem Fehlverhalten der russischen Führungen früher und richtigerweise, ja konsequenterweise, auch heute, last euch hier nicht so leicht hinters Licht führen!

    Wenn ich alles hier falsch verstanden haben sollte, dann stellt auch gerne richtig…

    Merlin 23.10.2017
    • Wir lehnen die Westmächte wie die Neo-Sowjetunion ab. Wir respektieren und unterstützen den Kampf für eine von beiden Mächten unabhäbgige Ukraine. Genaueres haben wir vor wenigen Tagen nochmals im Artikel zum Marsch der Nation geschrieben.

      App-04 24.10.2017
      • Nach allem, was ich über Asow weiß, sind sie alles andere, als nur die nützlichen Idioten des Westens. Sie streben wohl eher nach einer von allen Seiten unabhängigen, souveränen, nationalistischen Ukraine und haben ihre ganz eigenen Zukunftspläne. Weswegen ein Zuwachs an Stärke und Rückhalt von Asow vom Westen auch sehr kritisch gesehen wird. Dass es zurzeit vorrangig gegen die Russen geht, ist wahrscheinlich nur darauf zurückzuführen, dass die Ostukraine die brenzligste Baustelle ist. Ob sie die Nato auf Dauer im Land dulden und wilkommen heißen wage ich sehr zu bezweifeln. Es wäre wirklich spannend dazu mal die Einschätzung von jemandem zu hören, der gerade mit den 3. Weg in der Ukraine war oder ist! Ihr habt vor Ort doch sicherlich auch darüber gesprochen…

        Freak 24.10.2017
        • Asow will eine unabhängige Ukraine vom Westen wie auch vom Osten. Sie wollen eine freie selbstbestimmten Nationalstaat.

          App-04 24.10.2017
  • 100000 deutsche Gefallene allein in der Schlacht um Kiew 1941 erscheint mir absolut zu hoch zu sein-bis Jahresende 41 soll die zahl der deutschen Gefallenen bei ca.180000 gelegen haben.100000 Gefallene brachte ungefähr die halbjährige Schlacht um Stalingrad hervor

    Fuldaer 22.10.2017
    • Sind die offiziellen Zahlen.

      App-04 22.10.2017
      • ja die offiziellen Verlustzahlen,diese beinhalten aber immer die Gesamtverlustzahl,also einschließlich der Verwundeten und die machen meist die dreifache Menge der wirklich Gefallenen aus

        Fuldaer 22.10.2017

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