Für ein sofortiges Glyphosat-Verbot

Das Berchtesgadener Land ist eine der schönsten, wenn nicht sogar die schönste Berglandschaft in Deutschland. Inmitten des Landkreises liegt der Luftkurort Piding, in dem eine Gesellschaftsmolkerei ihren Sitz hat, die man im Umgang mit Natur und Mensch im heutigen Zeitgeist als vorbildlich bezeichnen kann. Bereits seit 2010 verarbeitet die Molkerei ausschließlich Milch von gentechnikfrei gefütterten Kühen. Entgegen anderer Molkereien, die den Milchpreis für Bauern stetig drücken, ist sie dafür bekannt, dass sie einen hohen Preis für das Produkt der Landwirtschaft bezahlt. Bereits mehrfach ausgezeichnet, wurden die Pidinger Milchwerke nun auch für den Nachhaltigkeitspreis 2017 nominiert. Und auch im Umgang mit Glyphosat zeigt die Molkerei Berchtesgadener Land nun deutlich, dass Umwelt- und Verbraucherschutz im Betrieb großgeschrieben wird.

Als erste Großmolkerei in Deutschland verbieten die Milchwerke ihren Milchlieferanten den Einsatz des umstrittenen Pestizids Glyphosat. Der Aufsichtsrat der eingetragenen Gesellschaft (eG) folgte damit einstimmig einem Vorschlag des Vorstands und der Geschäftsführung. Die Lieferanten, rund 1.800 Landwirte vom Watzmann bis zur Zugspitze – darunter 500 Biobauern – sollen nun extern überwacht werden und das Verbot, welches in den Milchlieferbedingungen aufgenommen wurde, gilt ab sofort.

EU-Politik vertagt, bayerischer Mittelständler handelt“

Der Druck auf das Unternehmen ging von Verbrauchern aus, die sich mit Fotos von gespritzten Futterwiesen in Traunstein an die Molkerei und auch an die Presse gewandt haben. Dennoch wurde schnelles und konsequentes Handeln bewiesen, was sicherlich auch davon zeugt, dass die Verantwortlichen das halten wollen, was sie versprechen: „Natürlich erzeugte und schmackhafte Lebensmittel mit echter Herkunftsgarantie“.

Der Entscheidung folgte eine Pressemitteilung mit dem Titel: „EU-Politik vertagt, bayerischer Mittelständler handelt“. Tatsächlich läuft die Zulassung für das umstrittene Herbizid aus und stand auf der Agenda der EU-Bürokraten. Der zuständige Fachausschuss hat die Entscheidung über ein Verbot oder eine Zulassungsverlängerung jedoch erneut vertagt. Im Dezember läuft die Zulassung aus und ein Verbot des bedenklichen Unkrautvernichters wird wohl ausbleiben, nur die verlängerte Zeit steht noch in den Sternen. Während die EU-Kommission eine zehnjährige Verlängerung empfahl, forderte das EU-Parlament maximal eine fünfjährige.

Doch was ist eigentlich Glyphosat?

In die Schlagzeilen kam Glyphosat in jüngster Zeit, da es nach Ansicht der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC als „wahrscheinlich krebserregend“ erklärt wurde. Allgemein ist es das in Deutschland und der Welt am häufigsten eingesetzte Pflanzengift und wird auf 40 Prozent der deutschen Ackerflächen verwendet. Anwendung findet es weltweit neben der Landwirtschaft auch im Obst- und Weinbau, in Olivenhainen, im Zierpflanzenbau, in Christbaumplantagen, Parkanlagen sowie auf Bahngleisen und in Gärten. Das Patent für die pflanzenvernichtenden Eigenschaften hat sich die Firma Monsanto bereits in den 1970er Jahren patentieren lassen. Anfangs kam es unter dem Namen „Roundup“ auf den Markt. Aufgenommen über die Blätter gelangt es in alle Bestandteile der Pflanze (also Blätter, Samen und Wurzeln) und tötet jede Pflanze ab, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Herbizideinsatz überlebt. Etwa ein Jahr lang halten sich die Rückstände in Lebens- und Futtermitteln, sodass diese auch das Tier und letztendlich der Mensch zu sich nimmt. Forscher haben Glyphosat bereits im Urin von Kindern und Erwachsenen nachgewiesen. Die Auswirkungen auf den Menschen sind noch weitestgehend unbekannt, da hierzu vor allem Langzeitstudien fehlen.

Insektensterben auch dank Glyphosat

Die negativen Folgen des Glyphosateinsatzes für die Tier- und Pflanzenwelt sind jedoch erheblich. So trägt das Pestizid zum Artensterben in der Agrarlandschaft bei. Nicht nur aufgrund der Monokultur, sondern vor allem auch durch den drastischen Einsatz von Pestiziden auf unseren Feldern, ist die Zahl der Insekten in Deutschland seit 1989 um ganze 75 Prozent gesunken. Der Mensch vernichtet so nicht nur die Pflanzen- und Tierwelt, sondern langfristig auch sich selbst. Insgesamt 35 Prozent unserer Nahrung hängen direkt von Insektenbestäubung ab und die Biene ist das drittwichtigste Nutztier für den Menschen nach dem Schwein und dem Rind. Albert Einstein war es, der sagte: „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“.

Umweltschutz ist Heimatschutz – ein Grundsatz unserer Partei!

Es geht auch anders – Glysophat sofort verbieten!

Die EU-Regelungen in solcher Hinsicht sind in erster Linie auf die Bedürfnisse der Hersteller zugeschnitten und man darf nicht vergessen, dass die Chemieindustrie der drittgrößte Industriezweig Deutschlands ist. Das kapitalistische Prinzip von Wirtschaftswachstum und Industrialisierung steht auch in der EU ganz oben – Verbraucherschutz oder Umweltschutz ist dabei Nebensache.

Dabei würde es auch anders gehen. Der Ackerbau mit dem Pflug bekämpft seit Jahrhunderten effizient unerwünschte Pflanzen auf dem Acker und wäre in Sachen Nachhaltigkeit nicht zu überbieten. Die Partei „Der III. Weg“ ist gegen die weitere Industrialisierung der Landwirtschaft und steht dafür, dass der Mensch endlich wieder mit der Natur im Einklang lebt. Die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage für unser Volk ist wichtiger als die Rentabilität von Betrieben. Deshalb fordern wir ein sofortiges Verbot für den Einsatz von Glyphosat auf landwirtschaftlichen Flächen sowie ein Verbot der Einfuhr von glyphosatresistenten Gentech-Pflanzen.





1 Comment

  • Dieses für uns Menschen, aber ebenso auch für die Tier-und Pflanzenwelt wichtige Thema, ist m.E. viel zu lange „unter Verschluss“ gehalten worden- jedenfalls gegenüber der Öffentlichkeit-. Denn schon seit Jahren wird seitens ehrlicher Umwelt-, bzw . Mitweltschützer auf die Gefährlichkeit von Glyphosat hingewiesen. Das hier die Behörden/Politiker der „Brüssel-EU“, aber auch die der „BRD“, bisher doch recht oberflächlich reagierten/reagieren, ist der Tatsache zuzuschreiben, dass diese sich mehr den Vorgaben der Pharmaindustrie, als den Verbrauchern, dem Umwelt-,bzw. Naturschutz gegenüber verpflichtet fühlen. Allein das seit Jahren grassierende verschwinden vieler Tier-,und Pflanzenarten, hätte schon längst- allerdings auch bei den Bürgern/Wählern/Steuerzahlern- zu einem konsequenten „Umdenken“ in Bezug auf die Verwendung/Einsatz dieses gefährlichen Giftstoffes führen müssen.

    Jürgen Puppe 01.11.2017

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