Politisch unkorrekte Aufkleber von Lazio-Rom-Fans sorgen für Eklat

Bekanntlich bedient sich die Streitkultur zwischen rivalisierenden Fussballclubs zuweilen einem gewissen derben Humor, um die Kontrahenten auf die Schippe zu nehmen. So geschehen auch in Italien zwischen den konkurrierenden Clubs AS Rom und SS Lazio Rom, nachdem Fans von letzterem Verein Aufkleber mit dem Bild von Anne Frank, die auf einer Montage ein Trikot des Stadtrivalen AS Rom trägt, in Umlauf brachten. Die Reaktion des gesamten Kartells von etablierter Politik, Presse, der sogenannten „demokratischen Zivilgesellschaft“ bishin zur jüdischen Lobby natürlich, ließ nicht lange auf sich warten und machte aus einem harmlosen Ulk italienischer Fußballfans einen Skandal, dessen Wellen sogar bis hoch ins EU-Parlament schlugen. Obwohl man sich zu Recht die Frage stellen kann, wer denn die wirklichen Antisemiten sind, wenn sich AS-Rom-Fans durch die Gleichstellung mit Anne Frank „beleidigt“ fühlen, überskandalisierten Parlamentspräsident Antonio Tajani und Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella den Streich als „pure Unmenschlichkeit“, während AS Roms Clubpräsident Claudio Lotito mit einer Abordnung von Lazio-Managern demonstrativ eine Synagoge besuchte.
Doch damit nicht genug. Beim Auswärtsspiel in Bologna mussten Lazio-Spieler sich gar einem reumütigen Sühneritual unterwerfen und mit Trikots auflaufen, auf denen das Konterfei von Anne Frank und der Ausspruch „Nein zu jedem Antisemitismus“ prangten. Auch wurden Passagen aus dem umstrittenen Tagebuch der Anne Frank verlesen, die prompt dazu führten, dass einige Lazio-Fans eine unmissverständliche Protesthaltung gegen den überzogenen Schuldkult annahmen und faschistische Gesänge anstimmten, was erneut eine Welle der medialen Empörung hervorrief. Mittlerweile wurden auch 16 Personen identifiziert, die durch die Überwachungskameras des Stadions als jene gejagten „Verbrecher“ enttarnt wurden, die an der Klebeaktion beteiligt waren und gegen die nun wegen „Aufstachelung zum Rassenhass“ ermittelt wird, obwohl sich auch hier zu Recht die Frage stellen sollte, was eine vermeintliche Religionsgemeinschaft, als die sich das Judentum immer darstellt, mit einer Rasse zu tun haben soll und warum nicht gegen die Verhetzung einer Religion ermittelt wird.
Der mit einem kritischen Urteilsvermögen ausgestattete Mensch sollte sich des Weiteren auch einmal die Frage stellen, was passiert wäre, wenn anstatt Anne Frank ein prominenter Angehöriger einer anderen Religionsgemeinschaft zum Gegenstand der Verhöhnung eines Gegners geworden wäre, so wie z.B. Jesus Christus, dessen Karikierung in westlichen Satireblättern wie der Charlie Hebdo oder der deutschen „Titanic“ vom linksliberalen Gutmenschenpublikum als „Kunstfreiheit“ gewertet wurde, während man Unverständnis darüber äußerte, dass manche Christen darin eine Beleidigung ihres Glaubens sehen. Mittlerweile fand die Aktion auch Nachahmer in Deutschland, humorbegabte Anhänger von Borussia Dortmund verteilten Aufkleber mit dem gleichen Bild von Anne Frank wie die Anhänger von Lazio, nur dass sie diesmal das Trikot des Lokalrivalen Schalke 04 trägt. Auch hierzulande sorgte dieser Fall bereits für Schnappatmung bei den üblichen Betroffenen. Dass die gegenwärtigen westlichen Gesellschaften Europas jedoch zwischen Religionen ersten, zweiten und dritten Ranges unterscheiden und sich augenscheinlich nur den Angehörigen der mosaischen Offenbarungsreligion gegenüber schuldig und reumütig zeigen, sobald diese, ob gerechtfertigt oder ungerechtfertigt, zur Zielscheibe des Spottes werden, lässt uns immer wieder die berühmten Worte Voltaires ins Gedächtnis rufen: „Wenn Du wissen willst, wer dich beherrscht, musst Du nur herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst.“





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