Schweden: „Pippi Langstrumpf“-Hörspiel führt zu Polizeieinsatz

In Schweden, dem Heimatland von Astrid Lindgren, führte ein Hörspiel von Lindgrens Kinderbuch-Klassiker „Pippi Langstrumpf“ zu einem Polizeieinsatz, da in diesem Pippis Vater als „Negerkönig“ bezeichnet wurde.
Eine Kindergartengruppe machte mit ihren Betreuern einen Ausflug in die örtliche Bibliothek der Stadt Borås, um dort gemeinsam ein Hörspiel von Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ anzuhören. Nur doof, daß es sich hierbei wohl um eine der Originalfassungen handelte, in denen Pippis Vater als „Negerkung“ [„Negerkönig“] bezeichnet wird. Ein anderer Bibliotheksbesucher fühlte sich durch die Aufzeichnung offenbar belästigt und verständigte die Polizei, welche dann auch anrückte. Schließlich hat ja die Polizei in Schweden auch keine anderen Probleme, als mißliebige Hörspiele zu untersagen.
Seit Jahren unterstellen Kulturbolschewisten den „Pippi Langstrumpf“-Geschichten und ihrer Autorin Astrid Lindgren Rassismus. Lindgren würde eine rassistische Sprache verwenden und fremde Kulturen stereotyp darstellen. Astrid Lindgren starb 2002 und ihre Tochter Karin Nyman verteidigt ihre Mutter immer wieder gegen diese Vorwürfe. Nyman sagte 2011 gegenüber dem „Guardian“, Pippi Langstrumpf sei keine Rassistin, „sie ist das Gegenteil“.
Die Vertreterin der Kindergartenleitung, Marie Gerdin, sagte dem schwedischen Magazin „The Local“ im Zuge der Vorkommnisse, sie sei „traurig“, dass es zu dem Zwischenfall kam und „es entspricht nicht unseren Standards im Kindergarten“. Man wolle zukünftig darauf achten, dass solche Missgeschicke nicht mehr passieren.
Die Polizei sah am Ende von einer Strafverfolgung ab.