Slowakei benennt Zigeuner-Kriminalität als Problem

Während hierzulande die Probleme, die durch einige Zigeunerbanden verursacht werden, von Wegelagerei über Sozialschmarotzertum bis hin zu Diebstählen meist kleingeredet werden, ist dies in einigen osteuropäischen Ländern nicht mehr möglich. So auch in der Slowakei. Dies hängt auch damit zusammen, dass dort weitgehend geschlossene, größere Siedlungen existieren. Es sind zahlenmäßig daher schlicht mehr Zigeuner in diesen Ländern anzutreffen.

Dies hat in der Bevölkerung zu einer aggressiv-ablehnenden Haltung geführt und die jahrelange Passivität diverser Regierungen hat den Unmut der Slowaken angefacht. Gerade in sozial schwächeren Gebieten, wie der Region Banska Bystrica (Neusohl), erfreut sich die nationalistische Partei LSNS über großen Zuspruch – nicht zuletzt wegen der Probleme mit den betreffenden Zigeunern.

Ähnlich wie in der BRD reagieren die etablierten Parteien mit einem vermeintlichen Entgegenkommen auf den erwachenden Nationalismus in der Bevölkerung. So kündigte der slowakische Innenminister Robert Kalinak an, „Roma-Kriminalität“ mit einem gesonderten Programm bekämpfen zu wollen. Inwieweit dies konkrete Pläne beinhaltet oder ob es sich hier nur um populistische Augenwischerei handelt, wird sich zeigen.

Zigeuner stammen, wie sich sprachwissenschaftlich und genetisch nachweisen lässt, ursprünglich aus Indien. Insbesondere das Zigeuner-Idiom Romani weist Ähnlichkeiten zum Sanskrit auf. Der Forscher Angus Fraser vermutet in seinem Buch „The Gypsies“, dass die Zigeuner ursprünglich eine niedere Musikantenkaste in Indien gewesen sein könnten, worüber es jedoch keinen Nachweis gibt.

Laut einer Studie von Kalaydijieva, Gresham und Calafell ist auch die genetische Verwandtschaft sehr eng. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass der asiatische mitochondriale DNA-Haplotyp M bei 27 Prozent aller Zigeunerfrauen vorhanden ist. Der asiatische Y-Chromosomen-Haplotyp VI-68 findet sich bei allen 14 untersuchten Zigeunerpopulationen und bildet 45 Prozent der Y-Chromosome der Zigeuner.

Erstmals tauchten sie im frühen 15. Jahrhundert in Europa auf, wobei die Zigeuner sich, angeführt von Häuptlingen, als christliche Pilger ausgaben. Da Christen verpflichtet waren, Pilgern zu helfen, wurden diese alsbald nach Leibeskräften ausgenutzt.

Wurden die Zigeuner anfangs noch mit Respekt behandelt, erwarben sie sich schnell einen Ruf als Diebe, Wahrsager und Rosstäuscher. Deshalb schlug die Stimmung ihnen gegenüber im 16. Jahrhundert drastisch um und erste Zigeuner wurden verhaftet und hingerichtet.

In einer italienischen Chronik aus dem 16. Jahrhundert heißt es: „Die Frauen der Gruppe streiften, jeweils zu sechs oder acht, durch die Stadt, sie betraten die Häuser von Bürgern und redeten darauf los, während einige von ihnen wegnahmen, was ihnen in die Finger geriet. Auf dieselbe Weise suchten sie Läden auf, unter dem Vorwand, etwas zu wollen, während eine von ihnen stahl…denn sie waren die listigsten Diebe der Welt“. (Fraser, 2002/2005, S.72)

Um das Problem zu lösen, versuchte man die Zigeuner – entgegen der Behauptungen heutiger Soziologen – durchaus zu assimilieren. Man versuchte zwanghaft die Zigeuner zu integrieren. So verbot die österreichische Kaiserin Maria Theresia den Zigeunern 1767, sich durch Sprache, Tracht oder Beruf von ihren Mitmenschen abzusondern. 1773 folgte das Verbot, untereinander zu heiraten und zudem wurden einigen von ihnen die Kinder über fünf Jahren weggenommen und bei Nicht-Zigeuner-Eltern aufgezogen. Ähnliche Versuche gab es auch in Spanien. Hier wurden zwischen 1749 und 1765 zwischen 9.000 und 12.000 Zigeuner inhaftiert.

Zigeuner verstehen sich durchaus als enge Gemeinschaft und heiraten daher mehrheitlich untereinander. Ihre Familien sind in Clans organisiert. Sie sind äußerst kinderreich, was die Probleme mit ihnen gerade bei Wirtsvölkern mit niedriger Fertilitätsrate verschärft.

In einer tschechoslowakischen Volkszählung von 1965 war jedes elfte Neugeborene ein Zigeunerkind. Ihre relative Bevölkerungszahl stieg rapide an. Zwischen 1965 und 1980 stieg ihr Bevölkerungsanteil um 30 Prozent. Die tschechoslowakische Regierung setzte Zigeunerfrauen unter Druck, sich sterilisieren zu lassen. Mit dem Fall des Eisernen Vorhanges waren auch diese Maßnahmen hinfällig.

Hier noch einige Zitate zum Thema:

„Während Zigeuner untereinander häufig ein funktionierendes Sozialverhältnis haben, reagieren sie gegenüber ihrer Umwelt oft äußerst skrupellos. Einen Nicht-Zigeuner – Gadjo – zu bestehlen, gilt nicht als unmoralisch. Laut einem ihrer Mythen hat Gott den Zigeunern erlaubt zu stehlen, da ein Zigeuner einen Nagel verschluckt hat, der zur Kreuzigung Jesu bestimmt war.“ (Sutherland 1975, S. 73)

„Es gilt für Zigeuner Ehrensache Nicht-Zigeuner, Gadjes, auszutricksen, um an ihr Geld zu kommen. Dafür wenden sie folgende Taktiken an:

– Lärm machen, um das Opfer zu verwirren

– zunächst schmeicheln, um das Opfer anschließend plötzlich einzuschüchtern

– Bedrängen und Aufdringliches Betteln“ (Sutherland, 1975, S. 71)