„Mein Kampf“ – Verkaufsschlager in Indien

Verschiedenen Medienberichten zufolge findet „Mein Kampf“ in Indien, insbesondere unter Nationalisten, reißenden Absatz. Aber auch außerhalb dieser Kreise soll es sich großer Beliebtheit erfreuen und in etlichen Buchläden und sogar Flughäfen erhältlich sein. Selbst in akademischen Kreisen scheint man die Worte Adolfs Hitler zu schätzen. So soll „Mein Kampf“ zur Pflichtlektüre von Wirtschaftsstudenten gehören, da in ihm die Errungenschaften eines kleinen, deprimierten Mannes dargestellt werden, der aus dem Gefängnis heraus, eine Strategie zur Eroberung der Welt formte.

Über die Aussage, dass Hitler die Welt erobern wollte, lässt sich, milde gesagt, sicherlich streiten. Ganz unabhängig davon und ganz gleich, was man von Hitlers Ideen hält, ist es doch durchaus verständlich, dass das Leben eines Mannes fasziniert, der es vom Niemand zum wohl mächtigsten Mann Europas brachte und der auch heute noch, entweder von „Unverbesserlichen“ als Heiliger verehrt oder als Dämon gehasst wird.

Ebenso wie dem Buch kommt daher auch der Person Hitlers einiges an Bewunderung zu. Eine im Jahr 2002 durchgeführte Untersuchung ergab, dass 17 Prozent der Bevölkerung Indiens sich ein Staatsoberhaupt wie Hitler wünschen. Die Faszination für Hitler scheint auf den von ihm herbeigeführten Aufstieg Deutschlands zu gründen. In indischen Schulbüchern, in denen er nebenbei als „Hitler, der Übermächtige“ bezeichnet wird, steht beispielsweise laut RT geschrieben:

Hitler brachte der deutschen Regierung Prestige und Würde. Er setzte die Strategie der Opposition gegenüber den jüdischen Menschen um und setzte sich für die Vormacht der deutschen Rasse ein.

Bedenkt man, dass Hitler Deutschland aus einem Zustand latenter Anarchie befreite, die Gefahr einer kommunistischen Revolution bannte, die Wirtschaft sanierte und dem innerlich gebrochenen deutschen Volk neuen Mut und Stolz brachte, scheint es wohl so zu sein, dass seine Person einiges an Anziehungskraft besitzt. Selbst seine erbittertsten Feinde konnten sich dem nicht entziehen, so sagte Winston Churchill:

Ich habe immer gesagt dass, wenn Großbritannien in einem Krieg besiegt werden sollte, ich hoffte, dass wir einen Hitler finden würden, der uns zurück an unseren rechtmäßigen Platz inmitten der Nationen führt.“ (Im Original : „I have always said that if Great Britain were defeated in war I hoped we should find a Hitler to lead us back to our rightful position among the nations.“ Winston Churchill, in „The Defence of Freedom and Peace (The Lights are Going Out)“ 1938)

Die Faszination Hitlers geht sogar noch weiter und treibt einige eher bizarre Blüten. So soll Hitler in sozialen Medien als der „indische Swastika-Gott“ beschrieben und neben den Hindu-Gott Vishnu gesetzt werden, eine Idee, die zweifelslos auf die Wahlinderin Savitri Devi zurückgeht, welche in ihrem Buch „The Lightning and the Sun“ Hitler als eine Art Avatar des Gottes Vishnu darstellte, der gekommen war, um die Welt aus dem Kali Yuga (dem dunklen Zeitalter am Ende eines Zyklus) in ein neues goldenes Zeitalter zu führen.
Devi war während des Zweiten Weltkrieges, als Indien noch Teil des englischen Empires war, in praktisch allen, insbesondere den radikalen Kreisen zu finden, die eine Autonomie Indiens anstrebten, und vertrieb dort deutsche Propaganda gegen England, zweifellos ein weiterer Grund für die anhaltende Beliebtheit Hitlers in Indien.

Fast schon amüsant ist bei alldem, das Unverständnis der Presse für diese eigentlich offensichtlichen Dinge. Noch amüsanter ist jedoch die offensichtliche Verwirrung der Autoren darüber, wie es denn sein könnte, dass Menschen mit brauner Hautfarbe Hitler, der ja bekanntlich alle die nicht blond und blauäugig waren unterjochen bzw. auslöschen wollte, so viel Begeisterung entgegenbringen.
Also entweder sind die Inder von einem Selbsthass zerfressen, den man ansonsten nur bei Deutschen findet, oder…





4 Kommentare

  • Ich denke nicht, das Hitler die Weltherrschaft im Sinne hatte. Das wäre auch nicht mit den Zielen der NSDAP und ihrer Tätigkeit
    vereinbar gewesen. Da schaue man sich nur mal an, wie das Ostheer aufgebaut war. Und vor allem, wer unsere Verbündeten waren.
    Bulgaren,Ungarn, Franzosen, Balten und andere europäische Völker. Das war damals ein gesamteuropäischer Kampf gegen den bolschewistischen Gegner im Osten und den plutokratischen Gegner im Westen. Sogar muslimische Soldaten gab es in den deutschen
    Streitkräften, ich verweise auf die „Handschar“. Auch aus Russland selbst gaben uns zahlreiche Männer die Hand, bedenke man die Kosaken und die einheimischen Hilfskräfte im Rahmen der Partisanenbekämpfung.
    Das war ein Europa, für das es sich zu kämpfen lohnt, im Gegensatz zum heutigen Konstrukt unter US-Vorherrschaft. Ein Europa der Vaterländer eben.
    Und noch etwas zu Hitler —Tote können sich nicht wehren. Aber man kann und muss sie verteidigen und vor Verleumdung schützen.

    Kai 05.01.2018
  • „Hitler, der ja bekanntlich alle die nicht blond und blauäugig waren unterjochen bzw. auslöschen wollte“??? – Können Sie dafür eine Quelle angeben? In „Mein Kampf“ und in seinen Reden findet sich das jedenfalls nicht!
    „Über die Aussage, dass Hitler die Welt erobern wollte, lässt sich, milde gesagt, sicherlich streiten.“ Darüber „streiten“??? Welche Originalquelle stützt denn Ihrer Meinung nach die „Aussage, dass Hitler die Welt erobern wollte“?

    Hans S. II 04.01.2018
    • Das ist nicht unsere Meinung, sondern die unserer politischen Gegner.

      admin 04.01.2018
  • „der … eine Strategie zur Eroberung der Welt formte“ … mal wieder herzlich gelacht. Der Nat.-sozialismus war eine rein auf das deutsche Volk gemünzte soziale und spirituelle Reformbewegung. Expansion und Imperialismus waren ihm diametral entgegengesetzt, da diese der angestrebten sozialen und seelischen Erneuerung Deutschlands im Wege standen. Irrtümer und böswillige Falschdarstellungen wie diese lassen sich jedoch mühelos durch das Studium entsprechender (BRD-freier) Literatur ausräumen.

    P 04.01.2018