Die Deutschen und ihr Hopfen – Gemeinschaftsausflug ins Hopfenmuseum

Ein wichtiger Aspekt im Dreisäulenkonzept unserer Partei ist bekanntlich der Kampf um die Gemeinschaft. Aus diesem Grund veranstaltet auch der Stützpunkt München/Oberbayern regelmäßig Gemeinschaftsausflüge, um den Zusammenhalt zu stärken und dabei kameradschaftlich die Heimat zu erkunden.

Weltweit bekannt ist die Stadt München für ihre Biere und daher bot es sich an, etwas mehr über den Ursprung des beliebten Getränks zu erfahren. Hierzu begab man sich in die Hallertau, nach Wolnzach, wo der Hopfen wächst. Alt und Jung konnten einiges lernen und nicht nur visuelle Angebote waren vorhanden, man konnte beispielsweise auch an einer nachgebauten Erntehilfe das eigene Geschick erproben.

Dass Hopfen sich hervorragend zum Bierbrauen eignet, ist keine neue Entdeckung. Schon in der Wikingersiedlung Haithabu in Schleswig-Holstein wurden bei archäologischen Ausgrabungen Reste von Hopfensamen gefunden. Die gefundene Menge lässt darauf schließen, dass schon damals das Getreide zum Brauen verwendet wurde.

Im Mittelalter wurde der Hopfenanbau zwar nicht wirtschaftlich kultiviert, jedoch gab es genügend wilden Hopfenwuchs. Insbesondere in den Auenwäldern wuchs das Gewächs. Der Hopfen wächst mitnichten alleine, sondern schlängelt sich gerne an anderen Bäumen hoch. Man findet ihn häufig an Weiden oder Pappeln, aber auch an Ulmen, Eichen, Erlen und Eschen. Nachbarn sind oft Brennnesseln, Waldreben, Holunder oder Leimkraut. Genutzt wird er nicht nur als Zutat für das Bier, sondern auch als Heilmittel. So soll er Kinder leichter einschlafen lassen, aber auch bei Frauenleiden, also Geburten oder allgemein bei Entzündungen helfen.

Lange Zeit wurde der Hopfen in ganz Deutschland gebraut, spezielle Hopfenanbaugebiete gab es nicht. Dies lag daran, dass Hopfen leicht verdirbt und nur schwer transportierbar ist. Noch vor 150 Jahren befanden sich daher in ganz Deutschland – von der Etsch bis an den Belt – Plantagen.

War das Bierbrauen ursprünglich Sache der Hausfrauen, wurde es später in den Klöstern kultiviert und zu einer richtigen Kunst veredelt. Die Mönche verbrachten viel Zeit ihres Tagwerks damit, sich mit der richtigen Herstellung zu beschäftigen. Erste Berichte über die Wirkung von Hopfen finden wir bei Hildegard von Bingen. Diese beschrieb Hopfen als wirksames Mittel gegen die Fäulnis von Getränken.

Ein Meilenstein in der Geschichte deutscher Braukunst war der Erlass des Reinheitsgebots im Jahr 1516 durch den bayerischen Herzog Wilhelm IV. Es besagt, dass zur Herstellung von Bier nur Gerste, Wasser und Hopfen verwendet werden darf. Es gilt noch heute und wird von deutschen Brauereien hochgehalten, während im Ausland dieses Gebot häufig nicht eingehalten wird und stattdessen neumodische „Craft“-Biere gebraut werden. In München galt das Gebot schon 1487. Bis das Reinheitsgebot jedoch auf ganz Deutschland ausgeweitet wurde, dauerte es, der endgültige Triumph im ganzen Reich vollzog sich erst 1906.

Der Hopfen wurde später Thema für Forschung und Vereine. So gründete sich 1874 in Nürnberg der „Deutsche Hopfenbau-Verein“, der als zentrale Organisation deutscher Hopfenpflanzer fungierte. Dieser unterhielt allein in der Hallertau zwei Sektionen, aber selbst in Orten wie Oldenburg, in Niedersachsen oder in der sächsischen Altmark war er präsent.

Zur besseren Erforschung führte Bayern 1898 das Amt des staatlichen „Hopfenbaukonsulenten“ ein, welches 1909 in „Landesinspektor für den Hopfenbau“ umbenannt wurde. Da in den 1920er Jahren eine Pilzerkrankung für zahlreiche Ernteausfälle sorgte, gründete man damals die „Gesellschaft für Hopfenforschung“ und noch heute existiert in Hüll bei Wolnzach ein großes Hopfenforschungsinstitut. Ziel der Forschung ist es insbesondere den Hopfen resistenter gegen diverse Schädlinge und Krankheiten zu machen.

Die Hopfenernte wurde Mitte des 19. Jahrhunderts zum großen Arbeitgeber für viele ärmere und gerade junge Menschen, da sie natürlich viele helfende Hände benötigte. Aus dem Bayerischen Wald, aus Böhmen und der Oberpfalz kamen die Erntehelfer. Häufig waren Frauen in der Überzahl bei dieser belastenden Arbeit und selbst Kinder halfen schon mit. In Kriegs- und Notzeiten wurden auch Soldaten, Schüler, Hitlerjugend und Kriegsgefangene eingesetzt.

Am letzten Tag der Ernte gab es ein großes Fest, bei dem die Hopfenpflücker mit einer geschmückten Stange auf den Hof zogen. Anschließend gab es noch ein großes gemeinsames Mahl, eh die Pflücker in ihre Heimatorte zurückkehrten.

Die Hopfenernte wurde damals von deutschen Arbeitern durchgeführt. In einer Verordnung des Bezirksamtes Mainburg aus den 1930er Jahren heißt es: „Die Anwerbung und Vermittlung ausländischer Arbeiter für die Hopfenpflücke ist nur der Deutschen Arbeiterzentrale gestattet. Etwaige Anträge um Erlaubnis zur Beschäftigung ausländischer Arbeiter sind bei der Ortspolizeibehörde einzureichen und von dieser an das Arbeitsamt Ingolstadt weiterzuleiten. Bemerkt wird jedoch, dass bei der derzeitigen Arbeitsmarktlage mit einer Genehmigung derartiger Anträge nicht zu rechnen ist.“

Der Hopfen prägte auch die regionale Kultur. In einer Volksweise, um 1940 herum aufgeschrieben, heißt es: „Heuer sind d`Spalter wieder fuchsteufelswild, weil der Hopfn wieder gar nix gilt! S`Brot des is a auch recht teuer, so geht`s den Spaltern heuer, so geht`s ihnen heuer.“

Nachdem man sich nun intensiv mit Anbau, Verwendung und Geschichte des Hopfens beschäftigt hatte, dürstete es natürlich alle Teilnehmer, weswegen im Braukeller in der nahen Brauerei in Au noch ein zünftiges Bier den gelungenen Ausflug abrundete.

Dort findet man auch ein schönes Zitat an der Wand: „Gute Biere soll durch Steuern, man dem Volke nicht verteuern. Folgt dem Rat ihr weisen Fürsten, lasst den deutschen Mann nicht dürsten!“