Pflegereport vom „III. Weg“

Auch in der sogenannten „Sozialen Marktwirtschaft“ gibt es Verlierer. Besonders betroffen sind neben Alten und Kranken diejenigen, die sich um unsere Schwächsten kümmern – die Alten- und Krankenpfleger. Entgegen der marktwirtschaftlichen Theorie von Angebot und Nachfrage gehören Pfleger in der BRD zu den absoluten Geringverdienern. Während die Zahl der Pflegebedürftigen in der alternden Gesellschaft steigt und gegenüber die Zahl der Pflegefachkräfte sinkt, ist das berufliche Rahmenprogramm für Pfleger denkbar schlecht. Sowohl Entlohnung als auch die Arbeitsbedingungen sind oft miserabel, so dass es nicht verwundert, dass sich kaum jemand für diesen Beruf neu entscheidet.

Dabei herrscht in der Politik längst Einigkeit darüber, dass ein dringender Bedarf vorhanden ist. Nur bei den Lösungen – abgesehen von der auf der Hand liegenden Forderung nach mehr Geld – sieht es dürftig aus. Insbesondere die CDU samt Bundeskanzlerin Merkel schaut hier alt aus, was schon ein junger Pfleger in einer Wahlkampfsendung offensichtlich machte. Wir möchten daher einen Überblick über die Situation in der Pflege verschaffen und möchten unsere eigene Programmatik zum Thema „Pflege“ vorstellen.

908.000 Beschäftigte in der Pflege leben vom Pflegemindestlohn. Dieser beträgt derzeit 10,85 Euro in Westdeutschland und 9,50 Euro in Mitteldeutschland. Ein Pfleger verdient heute etwa 1.600 Euro Nettogehalt. Das reicht zum Überleben. Große Sprünge, wie ein längerer Urlaub oder eine neue Waschmaschine, sind jedoch nicht drin. Zum Vergleich: In München gilt als arm, wer ein Nettogehalt von 1.350 Euro monatlich verdient. Doch der Beruf ist auch physisch und psychisch äußerst fordernd. In einer Studie der Fachhochschule Münster gaben 50 Prozent der Befragten an, dass sie sich stark belastet, beziehungsweise erschöpft fühlten.

Der Pflege fehlt das Personal

Der Beruf wird häufig von Frauen ausgeübt, die oft noch für ihre Kinder sorgen müssen und daher Teilzeit arbeiten. Dadurch fällt deren Verdienst noch geringer aus. In der genannten Studie gaben 80 Prozent der Befragten an, dass sie sich mit ihrem Beruf identifizieren. Dennoch würde nur ein Drittel den Beruf weiterempfehlen. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass sich zu wenige Menschen hier auf eine Stelle bewerben. Das Statistische Bundesamt rechnet bis 2025 mit einer Unterdeckung von 112.000 Pflegern. Und diese Schätzung ist noch niedrig angesetzt: die Bertelsmann-Stiftung rechnet bis 2030 mit einem Minus von einer halben Million Pflegefachkräften.

Doch statt sich um die vorhandenen Pflegekräfte einen Wettbewerb mit hohen Lohnangeboten zu liefern, wälzen die Pflegeheime häufig die Last auf die Schultern der wenigen Pfleger ab. Der Druck auf den Einzelnen steigt daher und die Zeit für die Pflege sinkt. Zwischen dem Dürftigsten, also Windeln wechseln, anziehen und allgemein der Hygiene, bleibt kaum noch die Zeit für ein kleines Gespräch mit den alten Leuten.

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Aber gerade die alte Generation braucht Aufmerksamkeit. Nicht nur demente Menschen brauchen eine Behandlung, die ihnen Respekt entgegenbringt. Das wissen die Pfleger – und vielen bricht es geradezu das Herz, wenn sie schnell zum nächsten Patienten weiter hasten müssen. Denn ein Pfleger betreut in Deutschland im Schnitt 13 alte Menschen.

Warum versucht man also nicht, mehr Personal für die Pflegeheime zu bekommen? Warum werden keine Rahmenbedingungen geschaffen, die den Pflegeberuf generell attraktiv erscheinen lassen?

Ausländische Großkonzerne machen Geschäft mit der Pflege

Viele Pflegeheime gehören großen Konzernen an. Und die können mit der Pflege sehr gute Renditen erzielen. Es gibt in Zeiten von Niedrigzinsen sehr wenige gute Anlagemöglichkeiten – die Pflege scheint jedoch hierbei eine zu sein. Heimbetreiber können mit einer Rendite von fünf bis acht Prozent rechnen. Daher investieren insbesondere ausländische Pflegekonzerne in deutsche Pflegehäuser. Von den drei Milliarden Euro die 2016 in deutsche Pflegeheime investiert wurden, kamen 60 Prozent von ausländischen Investoren. Marktführer ist die französische Korian-Gruppe mit etwa 25.000 Pflegeplätzen.

Die zweitgrößte Kette, Alloheim, ist zwar in Düsseldorf ansässig, Eigentümer ist jedoch die Carlyle Group. Diese ist in Washington D.C. ansässig und wird unter anderem von dem Juden David Rubenstein geführt. Zu Alloheim gehören 143 Heime mit 14.000 Plätzen.

Auch die „Deutsche Fachpflege Gruppe“ gehört einem ausländischen Unternehmen, der französischen Chequers Capital. Ebenfalls in Frankreich sitzen die Eigentümer der Silver Care Groupe, und zwar beim Großinvestor Orpea. Die Bonitas Holding gehört der luxemburgischen Lavorel Medical.

Aktuell für Schlagzeilen sorgte der Finanzinvestor Oaktree Group. Letztes Jahr übernahm der Konzern die Pflegeheimgruppe Vitanas Holding. Vitanas ist mit 7.700 Plätzen die sechstgrößte Einrichtung. Vitanas betreibt 36 Pflegeheime und machte 2016 einen Umsatz von 201 Millionen Euro.

Oaktree ist eine riesige Investmentgesellschaft mit Sitz in Los Angeles. Sie verwaltet ein Anlagekapital von 82 Milliarden US-Dollar. Ihr gehören unter anderem die Beluga Shipping, Bavaria Yachtbau und die Deutsche Wohnen. Schlüsselpersonen sind der geborene Jude Howard Marks, der knapp zweifache Milliardär und ebenfalls jüdische Bruce Karsh, der Halbjude John Bernkopf Frank und der Jude Jay Wintrop (Wilshire Boulevard Temple LA).

Um die Renditewünsche der Großkonzerne zu erfüllen, müssen die Pflegeheime natürlich „wirtschaftlich“ arbeiten und das bedeutet, dass gespart werden muss, wo gespart werden kann. Und die Schraube wird bevorzugt beim Personal angesetzt. Denn Pflegefachkräfte gelten als wenig wehrhaft. Während in vielen Branchen für mehr Lohn und bessere Arbeitskonditionen gestreikt wird – man denke nur an die Metaller, die Bahnfahrer oder die Piloten – bleibt es in der Pflege ruhig. Viele Pflegekräfte sind gar nicht erst gewerkschaftlich organisiert. Das hängt vor allem damit zusammen, dass Pfleger sich mit ihrer Arbeit und den Menschen, um die es geht, identifizieren. Denn wenn die Pfleger streiken, dann bedeutet das im Klartext, dass irgendwo ein alter Mensch eben heute nicht seine Tabletten bekommt und nicht gewaschen wird. Das wollen Pfleger, als häufig besonders soziale Menschen, nicht zulassen – und stecken daher lieber selbst zurück.

Die Pflege ist vor der kapitalistischen Gier zu schützen!

Da die Pflegefachkräfte letztlich einen Dienst am Volke leisten, sollte ihnen besondere Anerkennung zukommen. Sie arbeiten im Sinne des Wortes „sozial“. Aufgrund ihrer besonderen Rolle sollten sie unter der Protektion des Staates vor der kapitalistischen Gier nach Wachstum und Rendite stehen. Doch die so genannte „soziale Marktwirtschaft“ versagt hier und zeigt, dass der Markt im Zweifelsfall über dem sozialen Aspekt steht.

Im Zuge des deutschen Sozialismus, wie ihn die Partei „Der III. Weg“ fordert, muss ein revolutionäres Umdenken stattfinden. Um den Einfluss der ausländischen Großkonzerne zurückzudrängen, sind die Pflegeheime als Teil der öffentlichen Daseinsfürsorge anzuerkennen. Gemäß der raumgebundenen Volkswirtschaft, wie „Der III. Weg“ in seinem Parteiprogramm ausführt, sind solche Betriebe als Volkseigentum einzugliedern.

Gerade dieser Beruf fordert ein hohes Maß an sozialer Leistung und ist physisch wie psychisch anstrengend. Die gesellschaftliche Anerkennung des Pflegeberufs muss durch den Staat deutlich mehr wertgeschätzt werden.

Die Löhne müssen im Vergleich zum Istzustand deutlich angehoben werden, um das Berufsbild auch finanziell wieder attraktiver zu gestalten. Des Weiteren hat der Staat auch daheim pflegende Angehörige durch verstärkte finanzielle Zuwendungen zu fördern.

Generell muss die Politik familienfreundlicher gestaltet werden. Die Familie als Keimzelle des Volkes ist und bleibt das höchste Gut – ihr hat alles andere nachzustehen. Nur so kann der demografische Wandel umgekehrt und der Geburtenschwund gestoppt werden.





6 Kommentare

  • Ich lese regelmäßig die Artikel auf dieser Seite. Die sind wirklich sehr gut – inhaltlich und vom Stil her. Schade ist nur, dass es keine Funktion gibt, die Artikel einfach auszudrucken (zumindest habe ich bisher keine entdeckt). Vielleicht ist es ja möglich, eine solche Funktion einzurichten. Denn ich gebe gute Inhalte gern auch auf die klassische Art und Weise weiter: auf Papier. Das ist persönlicher und häufig sogar effektiver, als der Hinweis auf eine Web-Seite.

    Peter Müller 08.02.2018
    • Wir schauen mal, ob das technisch möglich ist.

      admin 09.02.2018
  • Vorbildlich. Sie schreiben und (!) agieren heldenhaft.
    Für Gott und fürs Vaterland.

    Epochenwandler 06.02.2018
  • Mich treibt besonders das Leid der alten Menschen um. Es kann nicht sein, das unsere Alten vielfach zu wenig Rente haben und knapsen und sparen müssen an allen Ecken und Enden. Sehr viele gehen trotz Anspruch nicht zum Sozialamt, wegen ihrer Ehre und aus Stolz.
    Das ganze Leben gearbeitet und nie geklagt oder faul gewesen, vieles ertragen–den Krieg, die Schrecken der „Befreiung“. Das Land mit bloßen Händen oder einfachsten Hilfsmitteln wieder aufgebaut und lebenswert gemacht und dann bekommen sie vom System allenfalls Almosen oder gleich einen Tritt. Das ist der Offenbarungseid der „freiheitlich-demokratischen“ Grundordnung. Denn: Zeig mir, wie du deine Alten behandelst, dann sage ich dir, was du wert bist.

    Kai 06.02.2018
  • PS. Meine Mutter und ich waren auch im MDR zu sehen. Pflegestufe 3 wurde meiner Mutter zugesprochen nach 7 Monaten. Es beinhaltet aber nur Arbeitslosenversicherung sowie Rentenversicherung, eine Krankenversicherung besitze ich bis heute nicht.

    Thomas Wagner 06.02.2018
  • Hallo zusammen,
    mein Name ist Thomas Wagner seit dem 15.03.2017 Pflege ich meine Mutter Eva Wagner in ihrer Wohnung in Leipzig in Vollzeit 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche. Ich arbeitete und wohnte in Lörrach neben Basel, da ich ein gutes Angebot hatte (und immer noch habe) wollte ich als Süßwarentechnologe auf der Schweizer Seite anfangen, daher kündigte ich bei Milka/Mondolez zum 31.10.2016 um noch zwei Monate in meiner Heimat zu verbringen. Ich merkte auch davor das es Mutti nicht gut geht, daher nutzte ich die Zeit um Mutti untersuchen zu lassen. Dabei stellte sich der Kehlkopf Krebs heraus, die Behandlung startete ich bin nach Lörrach zurück gefahren. Natürlich war mir klar das wegen des Aufhebungsvertrages eine Sperre des AlG 1 für 3 Monate folgen wird, allerdings habe ich persönlich niemals mit den weiteren Reaktionen des Arbeitsamtes gerechnet, ständig wurde ich vorgeladen und mir wurden Jobs als Schweißer, Mechatroniker sowie Hilfsarbeiter vorgeschlagen. Meine Einwände dass ich nicht schweißen unter Druck kann etc sowie das meine Mutter krank ist wurden ignoriert. Ich erhielt am 01.02.2017 das erste und einzige Mal meine 1423 € AlG 1 Überwiesen auf mein Konto. Nur folgten danach die weiteren Schikanen obwohl es bekannt war das ich mich um meine Mutti kümmere musste ich pro Woche 1 mal beim Arbeitsamt erscheinen. Für eine Fahrt Lörrach Leipzig benötige ich mindestens 12 Stunden mit flixbus. Das Spital S.Georg in Leipzig rief mich am Mittwoch an und teilte mir mit entweder bin ich Donnerstag da oder meine Mutter wird im Pflegeheim entsorgt. Ich schrieb dem Arbeitsamt eine Entschuldigung vor dem Sinnlosen Termin. Die Reaktion des Mitarbeiters war mir innerhalb einer Woche 2 Ersatz Termine zu senden und danach alle Leistungen einzustellen. Meine Mutter musste beatmet werden bis Dezember 2017 von daher konnte ich meine Mutter nicht eine Stunde verlassen. Meine Mutter ist Blind, sie ist etwas Dement, sie hat Probleme mit den Händen. Aber um Gottes Willen ich zahle immer schon ein Warum habe ich als DDR Bürger kein Anrecht auf eine Krankenversicherung??? Hartz 4 kommt für mich nicht in Frage da ich mein Alter gut abgesichert habe auch mehr wie ein Monat AlG 1 sollte drin sein!!

    Thomas Wagner 06.02.2018