Aufbruch ins Ungewisse – Propaganda im Ersten

Screenshot: ARD Mediathek

Europa ist im Chaos versunken. Rechtsextreme haben in vielen Ländern die Macht übernommen. Es herrschen Unterdrückung, Willkür und Gewalt. Täglich werden Menschen verhaftet. Viele verschwinden für immer.“

Mit diesem Satz beginnt der neue ARD-Film „Aufbruch ins Ungewisse“. Für manchen klardenkenden Zuschauer sicher bereits ein Grund um den Fernseher gleich wieder auszuschalten oder ihn – ebenfalls empfehlenswert – gleich aus dem Fenster zu schmeißen. Wie nicht anders zu vermuten, transportiert der Film klare politische Botschaften. Diese richten sich an den bundesrepublikanischen Durchschnittsbürger und sollen ihn zum einen vor den vermeintlichen Gefahren nationalistischer Politik warnen und ihn zum anderen zu mehr Toleranz gegenüber der Masseneinwanderung ermahnen.

Tatsächlich hält sich das Interesse an diesem vom deutschen Rundfunkgebührzahler finanzierten Machwerk in Grenzen. Bei seiner Erstausstrahlung zur besten Sendezeit am 14. Februar 2018 kam er auf eine Einschaltquote von 9,5 Prozent und lag deutlich hinter dem Fußballspiel Paris Saint Germain gegen Real Madrid und einer Krimi-Wiederholung bei ZDFneo.

Aber nun kurz zum Inhalt dieses Propagandamachwerks: Die Hauptprotagonisten müssen flüchten, da Familienvater Jan Schneider verfolgt wird, weil er als Rechtsanwalt Opfer von Enteignungen vertreten hat. Die anschließende Flucht soll das harte Los von Immigranten nach Europa abbilden und bedient sich dabei jedem erdenklichen links-grünen Klischee.

Die Odyssee beginnt natürlich klassischerweise nicht in einem sicheren Herkunftsland und auch nicht mit dem Flugzeug, sondern auf einem überladenen Schlauchboot vor der Küste Namibias. Wie man mit einem Schlauchboot von Europa in den äußersten Südwesten Afrikas kommt, ist eine spannende Frage, die für die Handlung jedoch unbedeutend ist. Auf dem Boot befinden sich allerdings nicht – wie angesichts der nationalistischen Regierung zu erwarten – Scheinasylanten und kriminelle Ausländer, sondern ausschließlich Weiße. Ob Kai Bitzer mit seinem Ausreisegutschein an Bord ist, lässt der Film offen.

Die Flucht sollte eigentlich nach Südafrika gehen, das offenbar als prosperierender Rechtsstaat für geflüchtete Europäer attraktiv ist. Doch leider hat man sich auf der Hochsee verirrt und das Boot kentert schon vor Namibia. Es gibt zahlreiche Tote, die Familie wird zerrissen. In der Auffangstation stellt die verzweifelte Familie fest, dass der 7-jährige Sohn Max fehlt. Da Namibia keine Flüchtlinge aufnehmen will, lassen sich die Schneiders von einem Schlepper aufgabeln und in Richtung Südafrika fahren. Doch der ruchlose Ganove fährt sie nur in Richtung Grenze, wo sie sich einem weiteren Treck anschließen müssen, um dann Richtung Ziel zu kommen. Dort werden sie ebenfalls interniert.

Hier lernen sie andere „Verfolgte“ kennen, wie eine tapfere Bloggerin, die in Europa schon mehrmals von Rechtsextremen vergewaltigt wurde, einen Homosexuellen, dessen Geschlechtspartner keine ärztliche Behandlung erhalten hatte und einen muslimischen Jungen, der wegen seiner Religion verfolgt wird.

Die Tochter erhält vom Vater ein mühsam erspartes Smartphone und lernt eine Gruppe Schwarzer kennen, die ihr eine willkommene Abwechslung bieten und mit denen sie endlich mal völlig sorgenfrei mit Bier und Zigaretten feiern kann. Viele von ihnen haben sich nicht registrieren lassen und ihre Pässe weggeworfen, da ihnen sonst die Abschiebung droht.

Leider hat die Mutter ihren Fingerabdruck abgegeben und so droht der Familie nun die Abschiebung nach Namibia, da dies das Ankunftsland der drei ist. Namibia nimmt aber nicht auf, sondern führt nach Europa zurück. Doch es gibt Hoffnung – der Sohn taucht in einem Krankenhaus auf. Unglücklicherweise handelt es sich dann doch nicht um den Verschollenen, sondern um einen anderen schwer verletzten Jungen, der dem Verstorbenen die Jacke abgenommen hatte.

Da Namibia und Südafrika offenbar Flüchtlinge nicht nur konsequenter internieren als die BRD, sondern auch noch problemlos abschieben, greift die Familie zu einer List und erklärt den schwer verletzten Jungen zu ihrem Sohn, was ihnen eine Aufenthaltsgenehmigung einbringt und den Lichtblick des Films darstellt.

Viele asylkritische Medien haben den Film bereits berechtigterweise karikiert, obwohl der Film im Grunde genommen schon Satire genug ist. Angefangen bei der Anarchie, die nicht durch Massenmigration nach Europa, sondern durch den nationalen Widerstand ausgelöst wird. Weiter geht es über die Flucht, die ausgerechnet nach Südafrika führt, was noch gut bekannt ist für die Verfolgung von weißen Menschen seit der Mandela-Ägide. Der Gipfel ist jedoch die kaltherzige Internierung in einem Sammellager, aus dem beim kleinsten Vergehen abgeschoben wird, was so gar nichts mit der Situation in Deutschland zu tun hat. Bekanntlich versucht man Afrikaner hierzulande umgehend zu integrieren, bestmöglich auszustatten und von einer Residenzpflicht in den Unterkünften kann man nun wirklich nicht sprechen.

Aber auch Details sind zu beachten: Der freundliche Homosexuelle wird ausgerechnet von einem weißen Wächter zusammengeschlagen – obwohl er sich nur einen kleinen Regelverstoß erlaubt hat – und anschließend abgeschoben. Die emanzipierte Bloggerin wurde ebenso von Weißen vergewaltigt. Die Tochter der Familie kann hingegen ohne jede Belästigung mit Schwarzen und „Nafris“ feiern. Die einzige freundliche Person im Personal ist natürlich eine Schwarze, die fehlerfrei deutsch spricht, da sie deutsche Vorfahren hat.

Doch – wenn auch unwissentlich – enthält der Film einen wahren Kern. Tatsächlich gibt es, wenn auch aus völlig anderer Ursache, Auswanderung aus westeuropäischen Ländern, die fast schon Fluchtcharakter hat. Diese zielt bisher vorwiegend auf Osteuropa ab, doch auch in Südafrika gibt es weiße Siedlungsprojekte. Nach den schlimmen Verfolgungen seit 1991 (etwa 3.000 weiße Farmer wurden dort bislang von Schwarzen ermordet) sehen sich die Nachkommen der Buren gezwungen, in hermetisch abgeriegelten, eigenen Siedlungen zu leben. Zwei dieser Siedlungen sind Kleinfontein und Orania.

Gerade in Kleinfontein entwickelt sich nun eine eigene Wirtschaft und es gibt erfreulicherweise auch eine höhere Geburtenrate als in den meisten anderen weißen Ländern. Hier gedenkt man bereits am Ortseingang mit einer Büste Hendrik Verwoerd, einem Politiker, der sich für die Apartheid, also einem System der Rassentrennung starkgemacht hat. Man betont hier die Priorität der Wahrung der afrikaanischen Kultur. Die Afrikaaner sind die Nachfahren holländischer Siedler in Südafrika. Juden, Katholiken und englischsprachige Menschen sind hier nicht erwünscht. Es verfügt über eine eigene Wasserversorgung, ein Einkaufszentrum, eine Schule, eine Bank und ein Altenheim. Überall sind ausschließlich Einheimische angestellt.

Bei einer fortschreitenden Verschlechterung der Lage in Europa wäre somit Auswanderung nach Südafrika für manche sogar denkbar – selbstverständlich nicht wegen einer nationalistischen Regierung, wie im Film dargestellt, sondern durch eben jene Masseneinwanderung, die aus fernen Länder Millionen von Fremden nach Deutschland und Europa bringt. Damit es nicht soweit kommt, gilt es die Asylflut und die Überfremdung im Allgemeinen zu stoppen.





4 Kommentare

  • Keine gez zahlen

    Eisenhut 21.02.2018
    • Wenns so einfach wäre, gäbs die öffentlich-rechtlichen schon lange nicht mehr…
      Das im Staatsfunk massive Propaganda läuft, ist ja klar. Aber für das viele Geld dürften die zahlenden Landsleute wenigstens eine gewisse Qualität der Propaganda erwarten und nicht so einen schlecht gespielten Murks. Habe selten so einen grottigen Film gesehen.

      Frank 24.02.2018
  • Zu guter Letzt kommen all die Verbrecher vors Gericht.

    Im Bürger-/Krieg gehen solche Gerichte oft recht kurz. Mitnichten sind sie jedoch generell ungerecht; ganz im Gegensatz zu den mehrheitlichen Gerichten in der Firma BRD.

    Und dann gibt es schließlich noch das jüngste Gericht; dem entkommt nicht einmal der gerissenste Lump.

    Gott mit uns!

    Chrysostomos 21.02.2018
  • Ich habe dieses Machwerk in der Mediathek mal grob überflogen.
    Ganz antun, kann sich das wohl niemand.
    Was für ein Mist, dafür zahlen wir doch gerne unsere 17 Eur im Monat.

    Fx9799 20.02.2018