Feder und Schwert XIV – Naturbetrachtungen: Kokos Lebenswerk

Am 19. Juni diesen Jahres schied ein Geschöpf der Natur aus dem materiellen Leben, welches denen unter uns, die wir glauben und wissen, daß in der großen Allschöpfung mehr als nur der Mensch zählt, eine Hoffnung und Bestätigung unserer Überzeugungen zugleich war. Am 19. Juni 2018 starb friedlich im Schlafe das Gorillaweibchen Koko im Alter von 46 Jahren. Koko, deren Name die Kurzform für das japanische Wort Hanabi-Ko ist, was übersetzt „Feuerwerkskind“ heißt (was auf ihren Geburtstag zurückgeht, den 4. Juli und damit den amerikanischen Unabhängigkeitstag), erlangte weltweite Bekanntheit für das Beherrschen einer eigens für sie erfundenen Gebärdensprache.

Erfunden wurde diese Gebärdensprache von ihrer Ziehmutter, der Tierpsychologin Francine Patterson. Die Forscherin der Stanford University nahm Koko mit einem Jahr in ihre Obhut, mit welcher sie später ins kalifornische Woodside umsiedelte, wo sich die Gorilla Foundation befindet. Es gelang Patterson, Koko über eintausend Gebärden beizubringen – doppelt so viele soll sie verstanden haben. Mit diesen Gebärden gelang es Koko nicht nur, Wünsche und Gefühle zu äußern, sie verband auch unterschiedliche Begriffe, um neue zu bilden, für die sie keine eigene Gebärde hatte. So kombinierte sie etwa die Begriffe „Finger“ und „Armreif“, um den Begriff „Ring“ auszudrücken.

Fühlte Koko sich ertappt, log sie ihre Ziehmutter sogar an. Als sie einmal ein metallenes Spülbecken von der Wand riß, zeigte sie auf ihre Katze und sagte in Gebärdensprache, daß es die Katze gewesen war. Sie hatte sogar einen Sinn für Humor, so etwa, als sie einmal einem ihrer Pfleger vormachen wollte, sie sei ein Vogel. Erst nach mehrfachem Nachhaken gab Koko lachend zu: „Gorilla – Koko“. Bemerkenswert ist auch, daß Koko bisher der einzige Gorillla ist, welcher den Spiegeltest bestanden hat. Ebenso bemerkenswert ist, daß Koko Instrumente spielen konnte, für die man seinen Atem kontrollieren muß, was beweist, daß Gorillas hierzu fähig sind (zuvor war ihnen diese Fähigkeit abgesprochen worden). Ihren IQ schätzten Forscher auf 85 bis 90 ein. Der europäische Durchschnitts-IQ beim Weißen liegt bei 100, der von subsaharischen Afrikanern bei 65.

Doch dieser IQ verwundert nicht, wenn man von Koko Aussagen wie die folgende vernahm. Gefragt, wohin die Tiere gehen, wenn sie sterben, antwortete sie: „Gemütlich – Höhle – Auf Wiedersehen“. Daß sie auf ein solches Wiedersehen hoffte, war nur allzu erklärlich, wenn man von Kokos Liebe zu ihren Mitgeschöpfen, insbesondere ihren Katzen, wußte. Ihr erstes Kätzchen, welches sie selbst „All Ball“ getauft hatte, bekam sie im Jahre 1984. Als dieses ein Jahr später durch ein fahrendes Auto zu Tode kam, reagierte Koko auf die Nachricht des Todes ihres geliebten All Balls mit einer Art Weinen und Rufen, welches auf einer Tonbandaufnahme festgehalten wurde. Niemand, der diese Aufnahmen hört, kann den echten Schmerz und die Trauer bestreiten, welche in jenen Rufen zum Ausdruck kommt. Ihr letzter Gebärdengruß an ihr geliebtes Kätzchen lautete: „Schlafen – Kätzchen“. So groß ihre Trauer um ihren Verlust war, so groß war die Freude, als sie später eine Box zum Geschenk erhielt, in welchem sich gleich mehrere Kätzchen befanden, um welche sich Koko liebevoll kümmerte. Ihre Liebe zu All Ball diente sogar als Inspiration für ein Kinderbuch.

So mancher Prominente besuchte das Gorillaweibchen, darunter Robin Williams, mit welchem Koko ein amüsantes Gespräch geführt hatte. Zweimal erschien sie auf der Titelseite von National Geographic – eines dieser Bilder hatte sie selbst aufgenommen. Kokos gesamtes Verhalten zeugte nicht nur von hoher Intelligenz, sondern auch von hoher Empathie anderen Geschöpfen gegenüber. Ihre Pfleger bezeichneten sie als einen Botschafter für Gorillas und den Austausch zwischen verschiedenen Spezies. Koko war freilich mehr, als einfach nur ein interessantes Tier. Sie hinterläßt uns ein Lebenswerk unschätzbaren Wertes. Koko lehrte uns, daß im Tiere soviel mehr steckt, als der Massenmensch in seiner Verblendung eingestehen will. Das Tier ist wie der Mensch ein Teil der Allschöpfung.

Es unterscheidet sich nur graduell, keinesfalls prinzipiell vom Menschen. Das Tier hat wie der Mensch auch Rechte von Natur wegen und es kann keinen unglücklicheren und verdorbeneren Menschen geben, als der, welcher das Tier für eine reine Nützlichkeit hält, dessen man sich nach Belieben bedienen dürfe. Die wahrheitsgemäße Weltanschauung lehrt uns, daß wir nur mit der Natur leben können und nicht gegen sie. Kann es denn ein größeres Verbrechen geben als ein solches, welches an der Schöpfung selbst begangen wird? Der Heimatschutz, welcher ja nicht zuletzt ein Schöpfungsschutz ist, muß jedem volksverbundenen Streiter im Herzen verwurzelt sein. Die Gerechtigkeit den Tieren und selbst den Pflanzen gegenüber sind die Grundlagen einer jeden naturgemäßen Lebensweise. Der Mensch, welcher berufen ist, darf sich nicht von den anderen Geschöpfen abwenden und sie zu reinem Material degradieren.

Das ist der große Seelenfall, welcher auf dem Menschen lastet, daß er sich von der restlichen Natur unabhängig und diese für seine Gier ausnutzen zu dürfen glaubt. Die Nationalrevolutionäre Bewegung weiß um die Bedeutung des Lebens der Natur, tierisches wie pflanzliches, und dessen Schützenswertigkeit. Der Tierfeind ist gewiß ein entschiedener Feind der Bewegung. Denn der Tierfeind, welcher zuerst das Tier und die Natur hinabwirft in den Staub, wirft zugleich den Menschen in diesen hinab. Mit dem deutschen Meister Schopenhauer werfen wir diesem entgegen:

Mitleid mit den Thieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, daß man zuversichtlich behaupten darf, wer gegen Thiere grausam ist, könne kein guter Mensch seyn.“

Doch die nationalrevolutionäre Bewegung erstrebt nichts geringeres als die Veredelung des Menschen und damit die Überwindung des materiellen Massenmenschen. Diese Veredelung wird nur dann vollständig sein, wenn der Mensch ein vollkommen neues Verhältnis zur Allschöpfung entwickelt. Die Überwindung der anthropozentrischen Ideolgie, welche den Menschen zum Maß aller Dinge macht und diesen über alles andere stellt – und handelte es sich selbst um einen noch so schwachsinnigen und noch so degenerierten Menschen – diese Überwindung ist dem Nationalrevolutionär ebenso zum Ziel, wie die Befreiung des Menschen von der Zinsknechtschaft oder dessen Erlösung vom zersetzenden Egalitarismus. Denn nur im Einklang mit der Allschöpfung vermag der Mensch wahrhaft zu erblühen und zu alter Größe finden.

Feder und Schwert ist die Kolumne der Netzseite der nationalrevolutionären Partei Der III. Weg. Sie erscheint regelmäßig an jedem 2. Sonntag.





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