Arm trotz Arbeit: Immer mehr Hartz-IV-Empfänger unter Berufstätigen

 

Wie prekär die Beschäftigungsverhältnisse in der BRD mittlerweile geworden sind, obwohl die Regierenden nicht müde werden, sich mit der niedrigsten Arbeitslosenquote seit 1990 zu brüsten, beweisen die aktuellen, erschreckenden Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Demnach haben im vergangenen Jahr Hartz-IV-Bedarfgemeinschaften, in denen es mindestens einen Erwerbstätigen gibt, zur Aufstockung des Haushalts mehr als 10 Milliarden Euro insgesamt erhalten, während es 2016 noch unter 10 Milliarden Euro waren. Diese traurige Entwicklung unterstreicht einmal mehr, dass die Löhne vielfach viel zu gering sind, um allen deutschen Haushalten trotz Erwerbtstätigkeit ein Auskommen ohne staatlicher Abhängigkeit zu ermöglichen. Im vergangenen Jahr gab es fast 1 Million Haushalte mit mindestens einem im Niedriglohnsektor Beschäftigten, denen Hartz IV ausgezahlt werden musste. Ein System, welches zulässt, dass Beschäftigte trotz Arbeit in die Abhängigkeit staatlicher Almosen geraten und welches sich dennoch mit geschönten Bilanzen über die Entwicklung der Arbeitslosigkeit schmückt, kann nichts anderes, als asozial bezeichnet werden. Spätestens an dieser Stelle müsste über eine verstärkte Regulierung in der Lohnpolitik durch die Erhöhung des Mindestlohnes nachgedacht werden. Nur derjenige Schaffende, der sich sein Auskommen von selbst erarbeiten kann, ohne länger ein Leibeigener des Systems zu sein, ist ein freier Arbeiter. In der BRD werden wohl aber noch Millionen von Deutschen weiter ihre Ketten zu tragen haben, solange dieses System noch nicht überwunden ist.





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