Gedenktag: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

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Am 2. April 1798 wurde August Heinrich Hoffmann in dem lüneburgischen Dorfe Fallersleben geboren. Später nannte er sich nach seinem Geburtsort Hoffmann von Fallersleben. Als Kind war er von zarter Gesundheit. Gewöhnliche Kinderkrankheiten haben den Jungen hart mitgenommen. Erst nach und nach kräftige sich sein Gesundheitszustand. Er war das mittlere von fünf Kindern. Er ging in die Fallersleber Volksschule, doch das reicht den strebsamen Eltern nicht aus; sie geben ihm einen Privatlehrer. Als kleiner Junge erlebte er die Besetzung seines Heimatortes durch das napoleonische Frankreich.

Schon früh erwachte in ihm die Liebe zur Natur. Zwischen den Blumen im Garten, den Bäumen im Walde und den Tieren auf dem Felde genoss er seine jungen Jahre. Diese Hochachtung vor der Natur hielt für den Rest seines Lebens an.

Mit 18 Jahren begann Hoffmann in Göttingen ein Studium der Theologie. Sein Interesse galt aber der Geschichte des klassischen Altertums. Als er die Bekanntschaft der Brüder Grimm machte, fragte ihn Jacob Grimm, ob ihm sein Vaterland nicht näher liege als die Antike. Danach wechselte Hoffmann zum Studium der deutschen Sprache und Literatur.

Hoffmann reiste gerne und stöberte in den Bibliotheken. Dabei entdeckte er verschollen geglaubte Werke flämischer und frühdeutscher Meister. 1823 erhielt er, nachdem er und sein Bruder mehrmals Anfragen gestellt haben, welche jedoch vorher abgelehnt worden waren, den Auftrag, nach Schlesien zu gehen und die Aufgabe eines Custos an der Universitätsbibliothek in Breslau zu übernehmen. Er gründete an der Universität die „Zwecklose Gesellschaft“, in der sich junge Gelehrte, Künstler und Kunstfreunde treffen konnten; diese traf sich einmal in der Woche, ihre Aufgabe bestand darin, die Künste zu fördern, aber auch wohltätig zu arbeiten. Sie verstand sich aber nicht als Freimauerloge und lehnte die „Geheimnistuerei“ ab, und jeder, der sich als Künstler verstand, konnte an den Sitzungen teilnehmen.

1830 erhielt er die Weihen eines außerordentlichen Professors, nachdem er ein schlesisches Wörterbuch geschaffen hatte. In dieser Zeit schrieb er seine ersten Kinderlieder, und er begann seine „Horae belgicae“, die sich mit der Sachlage und der Geschichte Belgisch Flandern beschäftigen. 1835 wurde er ordentlicher Professor, trat aber bald darauf als Custos der Bibliothek zurück, da er nicht Obercustos werden konnte.

Während dieser Zeit unternahm er Studienreisen quer durch Europa, u.a. nach Frankreich, Flandern, in die Niederlande, nach Prag und Wien. 1840/41 veröffentliche Hoffmann seine „Unpolitischen Lieder“, die doch gar nicht so unpolitisch waren, wie der Titel vorgibt.

Daraufhin bekam er Probleme mit der Zensur. Seine Lieder wurden verboten, seine Professur in Frage gestellt. Im April 1842 wurde Hoffmann von seinem Amt suspendiert. Seine Freunde, dabei insbesondere Bettine von Arnim, sandten Petitionen an den König von Preußen, Friedrich Wilhelm IV. von dem sie viel erwarteten, weil dieser kurz nach seiner Thronbesteigung Ernst Moritz Arndt und Friedrich Ludwig Jahn, den Turnvater, rehabilitiert hatte, die wegen ähnlicher Delikte wie Hoffmann belangt worden waren.

1841 war auch das Entstehungsjahr des „Liedes der Deutschen“. Hoffmann, der vorher versuchte, einen gemäßigteren Weg zu finden, war nun gezwungen, sein Leben wie ein Radikaler zu fristen; er konnte keine Arbeit annehmen und keinen Wohnsitz nachweisen und war auf der Flucht vor Behördenwillkür.

Abseits aller Revolutionswirren lernte er seine zukünftige Frau kennen, die 18-jährige musikbegabte Ida zum Berge, die gleichzeitig seine Nichte war.

1860 tritt er seine neue Stelle in Corvey an. Er fängt an, seine Werke zu sammeln und auszuwerten, gibt Sammlungen seiner Kinderlieder heraus und veröffentlicht nach dem Tode seiner Frau Ida seine Autobiographie (Mein Leben). 1866 erhält er sogar Besuch des preußischen Königs, wo er doch vorher wegen seiner politischen Gesinnung verpönt war, und wird in Amsterdam Mitglied der kgl. niederländischen Akademie der Wissenschaften.

Die Erfüllung seines größten politischen Wunsches, ein, wenn auch unter Ausschluss Österreichs und Luxemburgs, vereintes und freies Deutschland, erfuhr Hoffmann noch zu Lebzeiten, als 1871 das Deutsche Reich unter Bismarck gegründet wurde.

Seinen Beinamen „von Fallersleben“ hat sich selbst zugelegt, er war nicht adlig, sondern hat ihn als „Künstlernamen“ angenommen.

Sein „Lied der Deutschen“ faßte Stimmungen und Eindrückte des Dichters Hoffmann von Fallersleben zusammen.

In der Nacht zum 20. Januar 1874 erlag der Dichter einem Schlaganfall. Als Dichter des Deutschlandliedes ist er dagegen unsterblich.