Gedenktag: Ernst Abbe

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Gleichbedeutend als Physiker, Industrieller und Sozialpolitiker, wurde Ernst Abbe 1870 Professor der theoretischen Physik an der Universität Jena und 1878 Direktor der dortigen Sternwarte. 1875 war er auf Wunsch des Jenaer Universitätsmechanikers Carl Zeiss (geb. am 11. September 1816 in Weimar, gest. am 3. Dezember 1888 in Jena), dem er seit 1866 wertvolle wissenschaftliche Hilfe geleistet hatte, in dessen den Bau von Mikroskopen pflegendes Geschäft als Teilhaber einzutreten, so dass nunmehr der Übergang von der handwerksmäßig-empirischen Herstellung zur großbetrieblich-wissenschaftlichen Fabrikation glastechnischer Spezialgeräte vollzogen werden konnte. Zur Verbesserung der optischen Gläser gründete Abbe 1881 zusammen mit Schott und Zeiss das “Jenaer Glaswerk Schott und Genossen”. Nach dem Tod von Carl Zeiss errichtete er 1889 die Carl Zeiss – Stiftung, die er durch vorbildliche sozialpolitische Maßnahmen zu einem Musterbetrieb für seine Arbeiter gestaltete. Sein Ziel war darauf gerichtet, aus den Industriearbeitern einen neuen Mittelstand zu schaffen, der an die Stelle des alten Handwerks tritt, und so die sinnvolle Eingliederung des Proletariats in das soziale Gesamtgefüge zu bewirken, das Leben der Arbeiter sicherzustellen. Im Dienste einer solchen, vom Unternehmer selbst eingeleiteten Sozialpolitik, beschränkte er 1900 die Arbeitszeit auf 8 Stunden, beteiligte die Arbeiter am Geschäftsgewinn, führte Pensionsberechtigung, Urlaub und Abgangsentschädigung ein. Seine größte Tat bestand darin, dass er großmütig auf seinen Besitz am Unternehmen verzichtete, 1891 das Zeisswerk in eine unpersönliche Stiftung verwandelte und ihr durch Statut vom 26. Juli 1896 jene endgültige Verfassung gab, in deren Rahmen er selbst lediglich als Beamter der Firma und Mitglied der Geschäftsleitung tätig war. Ernst Abbe verstarb am 14. Januar 1905 in Jena.