Christchurch und die nützlichen Idioten

Wann immer irgendwo ein Amoklauf oder Terrorakt stattfindet, wird im Nachgang heftigst über die Rolle der Medien bei solchen Ereignissen diskutiert. Die Täter würden Aufmerksamkeit wollen und die Medien würden ihnen diese geben, sie gar auf eine verdrehte Weise zu Helden stilisieren, und damit zur Nachahmung verführen, so der Vorwurf.

Der Anschlag auf eine Moschee im neuseeländischen Christchurch ist hier keine Ausnahme, besonders, da der Täter selbst seine Tat medial aufbereitete und dazu aufrief, diese zu verbreiten. Einige Medienvertreter wollten ihm dies verweigern und schlugen beispielsweise vor, den Namen und das Bild des Täters sowie die in seinem Manifest niedergeschriebenen Thesen nicht zu verbreiten. Da das erklärte Ziel des Attentäters das Heraufbeschwören eines Bürgerkrieges war, solle man auch alles vermeiden, was Differenzen zwischen Weißen und Moslems hervorhebt und ein „Wir gegen sie“ heraufbeschwört.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Mitnichten. In Wirklichkeit folgen sie aufs Wort dem Skript, das der Attentäter für sie vorbereitet hat. Sie sind seine nützlichen Idioten, die sich dabei auch noch ach so schlau vorkommen. Oberflächlich mag es dem Attentäter darum gegangen sein, den Konflikt zwischen Moslems und Christen/Europäern zu schüren. Es liegt nahe, dass er hoffte, es würde zu Racheakten kommen, welche schlussendlich zu einer Spirale der Gewalt führen würden, an deren Ende der offene Bürgerkrieg steht. Was bis jetzt doch scheinbar noch niemand in Betracht gezogen hat, ist, dass es ihm nicht nur um die Reaktion der Moslems, sondern auch um die der Medien ging, nicht aber im Bezug zu seiner eigenen Person, sondern was die Referenzen angeht, die er überall ausstreute.

Alles an dieser Tat, wie sie aufgezogen wurde, das Manifest des Täters und selbst noch sein Verhalten vor dem Richter, triefen vor Referenzen und Memes, die unmissverständlich auf die politisch extrem unterschiedliche Netzkultur zeigen. Die Medien interpretieren dies, als wolle er sagen, „ich bin einer von euch“, aber vielleicht war diese Botschaft nicht für das Internet, sondern für die Presse bestimmt. So erwähnte er beispielsweise den bekannten Youtuber, PewDiePie, der durch seinen politisch inkorrekten Humor seit Jahren ein Dorn im Auge des Mainstreams ist. Wie gut trainierte Hunde sind die Presseschreiber auf aller Welt auf den Namen angesprungen, ans Werk gegangen und haben etliche Artikel produziert, in denen sie PewDiePie für Christchurch verantwortlich machen. Neben PewDiePie findet selbstverständlich alles und jeder Erwähnung, der auch nur im entferntesten im Netz oder der realen Welt gegen den Mainstream läuft. Männerrechtsaktivisten, MGTOW, Incels, Gamergate, die IB ,4chan und 8chan sowie selbstverständlich die AfD und Trump, sie alle haben als Teil des Netzwerkes des Hasses praktisch mitgeschossen.

Neuseelands größte Buchhandelskette Whitcoulls nahm sogar für einige Zeit die Bücher des kanadischen Psychologie-Professors und Autors Jordan B. Peterson aus dem Handel. Peterson erfreut sich großer Beliebtheit in mainstreamkritischen Kreisen, ist aber sehr deutlich in seiner Kritik der radikalen Rechten wie auch der Linken. Allein Letzteres genügte schon, auch ihn zumindest temporär auf die Liste der Verdächtigen zu setzen. Die wenigsten der hier genannten Gruppen und Strömungen sind ausdrücklich politisch rechts zu verordnen. Noch nicht zumindest und genau diese politische Verschiebung voranzutreiben, könnte das Ziel des Täters gewesen sein. Der Bürgerkrieg, von dem er sprach, war vielleicht nicht der zwischen Moslems und Europäern, sondern der innerhalb der weißen Völker.

Indem die Medien und das Establishment jetzt auf die Genannten einschlagen und ihnen eine Schuld zuschieben, die sie nicht haben, wird es eines geradezu in deren Köpfe hämmern: Das System sieht uns als Feind. Es ist nicht an einem zivilisierten und ehrlichen Diskurs interessiert. Es verfügt über die Macht, uns von diesem auszuschließen und uns bis in die reale Welt zu verfolgen. Wir dagegen verfügen über praktisch keinerlei relevante Macht und die Orte, seien es nur virtuelle, an denen wir uns offen austauschen können, wird man noch versuchen uns zu nehmen. Es gibt kein besseres Mittel, um aus moderaten Systemkritikern radikale Revolutionäre zu machen, denn was bleibt diesen Menschen denn anderes, als die Flucht ins Extreme?

Wer einzelne politische Praktiken kritisiert und dafür die ganze Macht des Systems zu spüren bekommt, muss früher oder später zu dem Schluss kommen, dass das System an sich das Problem ist. Genauso wie jeder, dem man jeden Dialog und alle demokratischen Mittel verweigert, um seine Probleme zu lösen, diese irgendwann mit anderen Mitteln lösen wird. Die Geschichte ist voller Beispiele, wie Derartiges endete und man muss sich wirklich fragen, wie arrogant das System sein muss, um zu glauben, dass es irgendein anderes Ende finden wird, als die unzähligen Tyrannen vor ihm.





4 Kommentare

  • Schade, dass man keine nicht kommentierte Version von „Mein Kampf“ und einen A.H-Altar in seinem Zimmer gefunden hat.

    Hier in Österreich wird ja zurzeit deswegen großartig über die IB diskutiert (von der ich übrigens kein Freund bin). Generell ist Österreich in Sachen Unterdrückung noch ein bisschen stärker als Deutschland. Ich überlege oft, nach Deutschland zu gehen, um bei euch mitmachen zu können, denn hier in Österreich haben wir wirklich keine Organisation, die meine Ansichten vertritt und in der ich ich sein könnte. Auch mit der angeblich so patriotischen Regierung Österreichs bin ich überhaupt nicht zufrieden. Ich habe damals die FPÖ gewählt, weil ich noch nicht erwacht war und schäme mich jetzt dafür.

    Außerdem sehe ich mich als Österreicher vor allem als Exil-Deutscher und kann diesem Staat noch weniger abgewinnen als der BRD.

    Robert 07.04.2019
  • Wieder mal ein sehr guter Artikel. Ihr geht in vielen Artikeln – egal zu welchem Thema – der Sache wirklich auf den Grund (na ja, soweit es die eng gefassten BRD-Gesetze halt zulassen) und hebt euch damit deutlich vom seichten Einheitsbrei der Systemmedien aber auch vieler halbgar-rechter Medien ab. Ich freue mich jeden Tag auf neue Artikel von euch und bin über die Tiefe und Intelligenz beeindruckt – ihr habt kluge Artikelschreiber in euren Reihen. Das ist echt ganz großes Kino. Dafür mal ein ganz dickes Lob. Überhaupt merkt man an euren tgl. Artikeln, den Demos, der einheitlichen Kleidung, euren Videos, Aktionen mit wie viel Herzblut, Idealismus und Einsatzwillen sowie absoluter Überzeugung ihr den täglichen Schikanen trotzt und unbeirrbar weiter kämpft. Es blutet mir das Herz mitanzusehen, wie solch eine anständige Partei wie eure, die nur das allerbeste will, so ungerecht behandelt wird (z.B. in Erfurt wo mit baurechtlichen Mitteln eure Unterschriftensammlungen staatlich behindert werden oder in einem anderen Fall wo nach dem Verbot eines rechten Konzertes es den Tausenden Rechten verboten wurde durch Stadtverweise an eurer Aktion in Thüringen teil zu nehmen). Ihr braucht für einen Sitz im EU-Parlament etwa 0,8 % = 150.000 Stimmen. Dafür müsst ihr medial mehr Aufmerksamkeit erregen und unbedingt auch in die Systemmedien kommen; also mehr krasse Aktionen! Ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, daß die Stimmen für euch korrekt übermittelt werden. Dieses System ist so vollständig anti-völkisch durchseucht, so gründlich in seinem Wunsch alles deutsche zu vernichten, das ich nur noch heulen könnte. Warum macht ihr für eure guten Artikel nicht mal eine monatlich erscheinende Werbezeitung, die dann in die Briefkästen verteilt würde. Denke eure Artikel sind so gut, die sollten gesammelt mal gedruckt werden. Auch auf youtube vermisse ich euch! Warum nicht eine tägliche Videokolumne für die „sozialen Medien“? Ihr müsst eure Bekanntheit dringend erhöhen.

    Ursi 06.04.2019
    • So ein Buch mit den besten Artikeln ist geplant.
      Auf youtube wurden wir gesperrt. Kannst uns nur noch übers Ausland dort aufrufen.
      Die Zeitung ist ne gute Idee, nur halt sehr kostspielig.

      Vielen Dank fürs Lob.

      admin 06.04.2019
    • Danke für den netten Kommentar.

      Thomas 07.04.2019