Die nationalen Bewegungen Südamerikas: Brasilien

In den nächsten Wochen wird uns der in Südamerika lebende Bernhard Scheida die nationalistischen / nationalsozialistischen Parteien / Gruppen in Südamerika, aufgeteilt nach Ländern, kurz vorstellen. Darüber hinaus wird er natürlich die gesamtpolitische Entwicklung der einzelnen südamerikanischen Staaten in seine Artikel mit einfließen lassen.

 

Brasilien

Ein Land wie Brasilien politisch zu verstehen und die Entwicklungen der nationalen Kräfte Brasiliens richtig einzuordnen, ist eine eigene Sache. Das Flächen massig größte Land Südamerikas wurde nicht durch die spanische Krone besiedelt. Außer der sprachlichen Besonderheit, es wird portugiesisch gesprochen, hat Brasilien auch eigene kulturelle Entwicklungen erlebt. Um dem Anliegen der nationalistischen und nationalsozialistischen Bewegungen in Vergangenheit und Gegenwart Brasiliens ein “Gesicht “ zu geben, Namen zu nennen, an Begebenheiten zu erinnern und Perspektiven aufzeigen, kommen wir an der Darstellung der engen Verflechtungen mit konservativen Kräften und klerikalen Machtinteressen in Brasilien nicht herum.

Seit der Aufteilung des Kontinents zwischen der Krone von Aragon und der portugiesischen Krone, wurde als gemeinsamer Konsens die katholische Doktrin und somit die Missionierung des in den portugiesischen Hoheitsanspruch fallenden Gebietes vom Amazonasbecken bis zur Südspitze des Kontinents reichenden Territoriums zur Vorbedingung des Vertragsabschlusses gemacht. Mit der Ratifizierung des Vertrags zwischen Spanien und Portugal wurde der Orden der Jesuiten beauftragt. Nicht alle Siedler waren Portugiesen. Doch alle Siedler mussten katholisch sein. Und genau hier liegt auch der “rote Faden “ aller brasilianischen konservativen Bewegungen und deren Einflussnahme auf nationale und nationalsozialistische Kräfte im Land. Ein Politikum besonderer Art, welches die Sonderstellung Brasiliens in der Geschichte Südamerikas deutlich macht, war die mißglückte Politik Portugals gegenüber Napoleon Bonaparte und auch des englischen Empire.

Das Resultat war die Umsiedlung des gesamten Hofstaates Dom Joaos von Lissabon nach Rio de Janeiro. Damit wurde Brasiliens Kolonialstatus aufgehoben und die Gleichberechtigung mit dem Mutterland an der Agave festgeschrieben. Ein genialer Schachzug. In den anderen südamerikanischen Ländern tobte ein blutiger Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien und der portugiesische Regent setzt sich an die Spitze der Befreiungskämpfer und behält dadurch die Macht. Nach Gründung des ersten Kaiserreiches auf südamerikanischem Boden unter Pedro dem Ersten, begann die fortdauernde Sonderstellung Brasiliens in Südamerika.

Nach anfänglichen Erfolgen der brasilianischen Monarchie stellten sich alsbald Konflikte ein, denen der kaiserliche Hof nicht gewachsen war. Sklaven wurden in Brasilien lange nach den anderen Ländern des Kontinents als freie Menschen anerkannt. Eine weitere Besonderheit Brasiliens im Staatenbund der südamerikanischen Nationen war die Tatsache, daß europäische Nationalisten, Revolutionäre der europäischen nationalen Bewegungen nach Brasilien kamen, um dort ihre Visionen, deren Durchführung in Europa zunehmend schwieriger wurden, durchzusetzen. Durch den italienischen Nationalisten Giuseppe Garibaldi unterstützte Revolten, gelangte der nationale “Wind“ Europas auch an die Küsten Brasiliens. Im Sinne Garibaldis, der ein Schüler Giuseppe Mazzinis war, einem Vordenker der gesamten nationalen Bewegungen in Europa, waren seine politischen Ziele das Selbstbestimmungsrecht aller Völker und die Abschaffung der Monarchie.

Dieser nationale Gedanke, seine Leidenschaft und sein Mut, sein Charisma und seine Liebe zu der Freiheit der Völker und ihr nationales Selbstbestimmungsrecht machten Garibaldi zu einem der großen Kämpfer in Brasilien, Uruguay und Argentinien. Ähnlich den Rückschlägen der nationalen Bewegungen und Revolten in Europa und der Zerschlagung der Römischen Republik von 1798-1799, bei deren Niederlage Garibaldi und seine Getreuen gegen papsttreue französische Truppen unterlagen, könnte der Haudegen und italienische Nationalheld als “tragischer Held” sowohl in Südamerika als auch in Europa angesehen werden. Die Allianzen in Brasilien führten in den folgenden Jahrzehnten zu einem 2. Kaiserreich und der internationalen Ächtung Brasiliens. Besonders durch die Briten und in Zusammenhang mit der Sklaverei, welche im Jahre 1888 durch die Kronprinzessin Isabelle aufgehoben wurde. Damit war allerdings die Bindung der Krone an die Großgrundbesitzer und die Mächtigen Brasiliens gebrochen. Es entstand ein Vakuum, in dessen Folge der Regent Pedro der Zweite im Jahre 1889 gezwungen wurde, das Land zu verlassen.

Es wurde daraufhin die “Republik der Vereinigten Staaten von Brasilien“ ausgerufen. Diese hatte als “Alte Republik“ bis 1930 Bestand und erlebte Wohlstand aber auch Rezession als Folge des Ersten Weltkrieges in Europa, in den Brasilien zwar nicht eingriff, dennoch offiziell gegen Deutschland an der Seite der Alliierten stand. Eine nationale Ära des relativen Wohlstandes erlebte Brasilien unter dem Präsidenten Vargas, welcher zwei Amtsperioden als Präsident Brasiliens erlebte. Von 1930 bis 1945 als “Der gute Diktator“ vom Volk geliebt und die 2. Amtszeit 1950- 1954. In Anlehnung an wirtschaftliche Ziele der deutschen Regierung unter Adolf Hitler erlebte Brasilien eine Blütezeit. Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika waren die bedeutendsten Handelspartner Brasiliens unter Getulio Dornelles Vargas. Er ließ sowohl kommunistische als auch extrem faschistische Aufstände, durch Landbesitzer finanziert, blutig niederschlagen und seine Machtergreifung war auf eine nicht den Tatsachen entsprechende mutmaßliche Konspiration und einem angeblichen Putschversuch der Kommunisten zurückzuführen.

Das tat seiner Beliebtheit im Volk keinen Abbruch. Er schaffte den arbeitenden Menschen gute Lebensbedingungen und industrialisierte das ehemals fast ausschließlich von Kaffee und Zuckerrohr lebende Agrarland Brasilien. Im Zweiten Weltkrieg erklärte Vargas der Achse Berlin-Rom den Krieg, nachdem deutsche U- Boote auch brasilianische Handelsschiffe angriffen. Etwa 500 brasilianische Soldaten starben im Zweiten Weltkrieg. Die meisten von ihnen in den Kämpfen um Monte Cassino. Nach einer weiteren Amtszeit, durch freie Wahlen 1951 an die Macht berufen, nahm sich Vargas im August 1954 unter massivem Druck der Generalität das Leben. 1964 putschte das Militär und ernannte den Feldmarschall Humberto Branco, einen Veteranen des 2. Weltkrieges und Mitglied der Alianza Renovadora Nacional zum Präsidenten. Er regierte bis 1967 das Land. Eine durch die Vereinigte Rechte Brasiliens und des Militärs ausgearbeitete “Neue Verfassung“, die von nicht unbedingt freien Wahlen begleitet wurde, ernannte den Feldmarschall Mariscal Costa da Silva im Jahr 1967 zum Nachfolger.

Unter seiner nur 2-jährigen Amtszeit gab es diverse kommunistische Attentate und da Silva setzte dem eine beinahe unantastbare Macht des Präsidenten entgegen. Danach regierten weitere Militärs die Junta in Brasilien, welche durch demokratische Kräfte und indirekte Wahlen, zudem durch eine herbe Wirtschaftskrise, im Jahre 1985 entmachtet wurde. Diese Entwicklung brachte in den 1980er Jahren eine Vielfalt nationaler Parteien und auch nationalistischer Bewegungen in Brasilien hervor, die weitestgehend durch die korrupte Demokratie und einer unverantwortlichen Politik gegenüber den Indigenen Brasiliens, die Demokratie ad absurdum führte. Der “Goldrush“ der 80er Jahre, man fand auf Yanomami Land Gold, ließ kriminellen Banden freie Hand und diese Entwicklung besorgte zunehmend die nationalen Kräfte Brasiliens.

Es wurden Parteien und Bewegungen gegründet, wie die Nationalistische Revolutionäre Partei Brasiliens (PNRB), die AIB als integralistische nationale Kraft, sowie die Integralistische Front Brasiliens (FIB). Dazu kamen eine Vielzahl von zum Teil furchterregenden Gruppierungen mit rechtsnationalen Visionen, auch angelehnt an die Skinhead-Szene in den USA und Europa. Bedeutend waren sie in den Metropolen Brasiliens und unter Namen wie Carecas do suborbio oder Carecas do Brasil und “White Power“ bekannt. Diese Gruppierungen nahmen den Kampf gegen Kriminalität, den Drogenhandel und die Verarmung auf. Mit Waffengewalt. Politisch durchsetzen konnten sie sich nicht. Hyperinflation, Korruption und die globalistisch-imperialen Machenschaften der USA richteten enormen Schaden in Brasilien an. Über Präsidenten wie Lula da Silva, er brachte einige soziale Programme auf den Weg, und die erste Präsidentin Brasiliens, Dilma Rousseff, sie wurde durch ein Amtsenthebungsverfahren 2016 aus dem Amt entfernt, versucht Brasilien der Lage im Land Herr zu werden. Der amtierende Präsident Brasiliens, Jair “Messias“ Bolsonaro, seit Januar 2019 im Amt, ein Ex-Militär, langjähriger Abgeordneter des Parlaments und Mitglied der Sozial Liberalen Partei Brasiliens (PSL) ist angetreten, die großen Probleme Brasiliens zu lösen.

Für viele, auch international, gilt Bolsonaro als Ultra Rechter. Das ist er nicht. Nationale Anliegen sind ihm sicher wichtig. Bolsonaro eine nationalsozialistische Gesinnung, eine dem Volksgeiste entsprechende Haltung nachzusagen, wäre falsch. Er ist im Wesentlichen ein Liberaler, der, um an die Macht zu gelangen, als sich ihm die Chance bot, eine für Brasilien traditionelle Haltung einnahm, die eher dem Kapital des Landes verpflichtet ist als dem brasilianischen Volk. Das heißt, den Agrokapitalisten, Latifundienbesitzer, der katholischen Kirche im Besonderen und den vielen Sekten des Landes. Somit schließt sich ein “Kreis des Ewigen“ in diesem Land. Der Machtbeeinflussung konservativer Parteien aber auch der Rechten Kräfte in Brasilien, durch die Macht und vor allem dem Kapital dieser Eliten. Somit ist der aktuelle Präsident Brasiliens mal wieder einer der Ausführenden und Erfüller der Geldmacht und nicht des nationalen und sozialistischen Anliegens derjenigen, die man mit Fug und Recht nationale und nationalsozialistische Vertreter Brasiliens nennen darf. Wie Rodrigo Constantino dos Santos. Ein promovierter Ökonom, dessen politische Arbeit in der schonungslosen Aufdeckung der Heuchelei, der Falschheit und der unsozialen Politik aller Regierenden des Landes, motiviert ist. Seine Thesen sind provokativ, nationalrelevant und freigeistig. Er zitiert oft Burke, den britischen Konservativen des 18. Jhd.: „Alles was nötig ist, damit schlechte Menschen die Macht haben, ist, daß gute Menschen nichts tun“.

Constantino dos Santos geht dabei seltene Wege. Er spielte in dem Film “Tropa de Elite“ (Elite-Truppe), Diogo Fraga, einen typischen Linksaktivisten Brasiliens. Er geht sozusagen “in den Schuhen“ des Gegners, um aufzuzeigen, wie verlogen die von ihm so benannte “Kaviar-Linke“ in Brasiliens Metropolen ist. Er wirft ihnen massive Täuschung des Volkes vor, indem er aufzeigt, dass ihr Altruismus, ihr Gutmenschentum nichts als falscher Vorwand ist, um dann Massenmördern wie Fidel Castro in Kuba zu huldigen. Auch zeigt er auf, wie diese linksorientierte monetäre Elite Brasiliens im Luxus ihrer Pariser Wohnungen lebt, während sie über die Medien, welche sie selbst kontrollieren, sozialistisches Wasser predigen. Männer wie Rodrigo Constantino dos Santos sind selten. Sie sind im Geiste den Garibaldis und Mazzinis ebenbürtig und könnten in Zukunft das Schicksal dieses großen Landes zum Guten wenden.

Bernhard Scheida, Bogota, Kolumbien

 

Die nationalen Bewegungen Südamerikas: Kolumbien





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