Elefant flüchtet in Cham vor dem „Circus Afrika“ (+Video)

Es muss durchaus ein Schrecken gewesen sein, als ein ausgewachsener Dickhäuter durch die beschauliche Kreisstadt Cham im Bayerischen Wald gelaufen ist. Entflohen ist er heute, am 24.06.2019 gegen 13.00 Uhr.  Mittlerweile ist der Elefant jedoch wieder eingefangen und in seinem viel zu kleinen Gehege, umgeben von einem Stromzaun, neben der Hauptstraße sozusagen inhaftiert. Die Flucht vor dem fragwürdigen Zirkusunternehmen ist dem Wildtier also nicht geglückt, wohin sollte er auch – eine artgerechte Umgebung wird in Europa kaum zu finden sein.

Vom 27. Juni bis 07. Juli 2019 gastiert der „Circus Afrika“ in Cham. Die Zelte sind bereits jetzt schon in der Hans-Eder-Straße aufgespannt und in kleine Gehege neben der Hauptstraße ist die Hauptattraktion eingepfercht – insgesamt drei Elefanten.

Unzulässiges Anketten, mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten, Temperaturen im Stallzelt nahe dem Gefrierpunkt… eine Liste der wiederkehrenden Verstöße rund um den Zirkusdirektor Hardy Weisheit, hat die Organisation peta veröffentlicht, die bis in den 90iger Jahre zurückreicht. Tierquälerei kann man dort bereits als Tradition bezeichnen. Dass die Elefanten Verhaltensgestört und vernachlässigt sind, belegen nicht nur die Publikationen von peta, sondern beispielsweise auch Videoaufnahmen. Siehe: Verhaltensgestörte Elefanten bei Circus Afrika (2015 – 1016).

Das mit Stromzaun geschützte Gehege neben der Hauptstraße

Die heimatverbundene Partei „Der III. Weg“ fordert bereits seit ihrer Gründung ein Halteverbot von Wildtieren in Zirkusbetrieben. So rufen wir auch die Bürgerinnen und Bürger in Cham dazu auf, den „Circus Afrika“ nicht zu unterstützen, sondern die Manege der Tierquälerei zu boykottieren. Von der herrschenden Politik fordern wir weiterhin ein konsequentes und deutschlandweites Wildtierverbot für derartige Schausteller.

Mehr Informationen zur fortlaufenden Kampagne: „Kein Applaus für Tierquälerei!“





2 Kommentare

  • Der Profiteur unserer modernen Welt kennt kein Gewissen.

    DZ 25.06.2019
  • Interessant, daß ein „Circus Afrika“ mit indischen Elefanten arbeitet. Mei, dem Großteil der Besucher dürfte das entweder gar nicht auffallen oder völlig egal sein. Was mir dazu noch einfällt? Nichts Gutes, aber zitieren möchte ich jemanden:

    „Man kann das Herz eines Menschen danach beurteilen, wie er Tiere behandelt.“
    – Immanuel Kant

    Und, ebenfalls passend, von Arthur Schopenhauer:
    „Die Güte des Charakters hängt mit dem Mitleid gegenüber Tieren so genau zusammen, daß man zuversichtlich behaupten darf: Wer Tieren gegenüber ungerecht handelt, könne kein guter Mensch sein.“

    Dann doch noch eine Meinung von mir: Hätte ich das zu entscheiden, würde jeglicher Mißbrauch von Tieren sofort untersagt. Unter Mißbrauch verstehe ich auch das Halten fern ihrer angestammten Heimat und die Zurschaustellung, um mit den armen Geschöpfen Geld zu verdienen.

    Klar, so ein Elefant ist nicht krankenversichert und bekommt kein Gehalt, bestenfalls billiges Futter. Für ihn gibt es keine Arbeitszeitgesetze; Und wenn einer stirbt oder durch ein Unglück verletzt wird, holt man einfach das nächste Tier.

    Der Boykott eines solchen Zirkusunternehmens sollte eines jeden Herzensangelegenheit sein!

    Thomas G. 24.06.2019