Im Gespräch mit Vera Oredsson (Teil 1/3)

Die deutschstämmige Vera Oredsson kam 1945 aus Ostpreussen über Berlin nach Schweden und war seither in nationalen Strukturen aktiv und ist an ihrem 90igsten Geburtstag zum Ehrenmitglied der Nordischen Widerstandbewegung erklärt worden. In diesem ausführlichen mehrteiligen Interview konnten wir sehr viel über ihr Leben und die NS-Bewegung in Schweden erfahren.

 

1. Sie wurden am 21. Februar 1928 in Berlin geboren. Wie und in welchem Alter kamen Sie nach Schweden? Können Sie uns einen kurzen Abriss ihres Lebenslaufs geben?

 

Vera Oredsson: Im April 1945 kam ich nach Schweden. Schweden und die schwedische Sprache waren mir nicht unbekannt, da ich die Sprache durch meine schwedische Mutter gelernt hatte – ich war zweisprachig aufgewachsen. Es war eine „Reise“ von Thorn in Westpreußen über Berlin und Lübeck nach Schweden. Mit 17 Jahren musste ich meine Ausbildung in der NSV-Vorschule verlassen und kam in dieses neutrale Land. Meine schwedischen Großeltern, die niemals ihre schwedische Staatsangehörigkeit aufgaben, verließen 1943 Berlin-Friedenau nach einer Aufforderung von Dr. Goebbels, da dieser es unverantwortlich fand, wenn sich im Zuge des Terrorbombardements der Alliierten noch Ausländer in Berlin aufhalten würden.

 

2. Wurden sie in Schweden offenherzig aufgenommen oder hatten sie es als Deutsche in der Nachkriegszeit schwer?

 

Vera Oredsson: Offenherzig ist zu viel gesagt. Denn die Propaganda gegen Deutschland in den Medien nahm zu.

 

3. Wie empfanden sie die Jugendjahre im 3. Reich?

 

Vera Oredsson: In meinem Buch ”När flaggstängerna blommade”, in welchem ich auf Englisch von meiner Jugendzeit im 3. Reich berichte, beschreibe ich ausführlich meine Erlebnisse. Ich war ein treues Mädel und Staatsbürgerin.

 

4. Hatten Sie während oder nach dem 2. Weltkrieg Kontakt zu bedeutenden Persönlichkeiten der NS-Bewegung in Deutschland?

 

Vera Oredsson: Nach dem Krieg bekam ich Verbindungen zu namhaften Vertretern durch die Kampagne ”Lasst Hess frei”, da ich Unterstützungsunterschriften für die Protestliste in Schweden sammelte. Z.B. hatte ich Kontakt mit Ilse Hess und ihrem Sohn. Mit Otto Ernst Remer hatten mein Mann und ich Verbindungen aufgebaut.

 

5. Wieso betätigten Sie sich politisch, schon in jungen Jahren, als Deutsche in Schweden?

 

Vera Oredsson: Als ich nach Schweden kam, war ich auf eine andere Regierung und pol. Richtung eingestellt und fand nicht, dass wir den Krieg verloren hatten. Aber da kamen alle diese Lügen, der Hass, Verleugnungen und fantasievolle Berichte. Ich beschloss, mich trotz meines jungen Alters, der Aufgabe zu widmen, alle Opfer (z.B. der Hinrichtungen von unseren Führern in Nürnberg) zu verteidigen, um die Wahrheit zu verbreiten.

 

6. Wie fanden Sie damals Kontakt zu anderen Nationalsozialisten?

 

Vera Oredsson: Durch meine schwedische Mutter, die der schwedischen Kirchengemeinde in Berlin Wilmersdorf angehörte, wo ich auch getauft wurde. Dort kam ich dann auch mit 14 Jahren in Kontakt zu schwedischen Freiwilligen in der Waffen SS. Diejenigen, die mit Nationalsozialisten verheiratet waren, wurden von der schwedischen Kirche “ausgeschlossen”. Diese Ausgrenzung veranlasste die Ausgeschlossen, sich einer anderen Gemeinschaft – den Lindholmsrörelsen anzuschließen. Diese lebten vornehmlich in einer Ortschaft bei Berlin. Dadurch war ich vertraut mit der dazugehörigen NS-Partei in Schweden und schloss mich 1945 ihr an.

 

 

Fortsetzung folgt…

 

 





1 Comment

  • Sehr gut ! Die letzten Zeitzeugen….

    Uwe 04.09.2019

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