Ein Drittel der Deutschen von Armut bedroht

Ein Drittel der Deutschen arbeiten im Niedriglohnsektor, brauchen mehrere Jobs um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können oder leben als Freiberufler am Existenzminimum. So sei die Lage im gerne als so reich erklärten Deutschland, sagte der Sprecher der Landesarmutskonferenz Berlin, Hermann Pfahlen, in einem Interview mit RT, anlässlich des Tags für die Beseitigung der Armut am 17. Oktober. An Reichtum mangle es seiner Meinung nach nicht, nur sei dieser zum großen Teil im oberen Drittel der Bevölkerung konzentriert und der Rest sei entweder schon am Boden oder müsse darum fürchten, dort in Zukunft zu landen. Die Verteilung sei das Problem betonte er.

Die Hauptstadt ist hierbei keine Ausnahme. In Berlin, wo man mit Sprüchen wie „arm, aber sexy“ versucht, das Politikversagen wegzulachen, ist in den letzten Jahren die Zahl derjenigen, die über eine halbe Millionen Euro im Jahr verdienen stark gestiegen. Zur gleichen Zeit waren 2018 über 160.000 Kinder und Jugendliche auf Hartz IV angewiesen, was für viele von ihnen bedeutet, dass eine normale Kindheit mit Hobbys, Ausflügen und Geburtstagen nur eingeschränkt möglich ist. Selbst der Zugang zu Bildung, mit der sie sich später vielleicht aus dem sozialen Elend befreien könnten, ist für etliche nur schwer zugänglich.

Weiter leben laut Pfahlen mehr als 50.000 Menschen in Berlin in Not- oder Behelfsunterkünften, weil sie keine eigene Wohnung haben, und mehrere Tausend gleich ganz auf der Straße. Eine immer größer werdende Zahl von Menschen sei zudem auf die Tafel angewiesen, teils, weil sie am Essen sparen müssten, um die Mieten zu zahlen. Viele Rentner müssten zudem mit Nebenverdiensten wie dem Austragen von Zeitungen oder Flaschensammeln ihre ärmliche Rente aufbessern. Dass Elend in diesem Maß in der BRD vermeidbar wäre, steht außer Frage und auch der Armutsbeauftragte der UNO, Philip Alston, erklärte, dass Armut in reichen Ländern eine politische Entscheidung sei. Pfahlen fordert daher eine breite gesellschaftliche Front, die Druck auf alle Parteien aufbaue, dies zu ändern. Nur so könnten aus den Worten auch Taten werden.

Doch nicht nur die Politik wäre hier gefragt, denn damit sich eine solche breite Front bilden kann, muss zunächst ein öffentliches Bewusstsein für das volle Ausmaß der Armut in der BRD geschaffen werden. Dies wäre die Aufgabe der Medien, doch diese arbeiten sich lieber an anderen Dingen ab und es ist ein Armutszeugnis für die Medienlandschaft der BRD, dass ein kremlfinanzierter Sender es ist und nicht unsere eigenen „kritischen“ Journalisten, der die Missstände in diesem Land ans Licht der Öffentlichkeit bringt.





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