Gedenktag: Hans Venatier

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Der schlesische Dichterpädagoge Hans Venatier wurde am 15. Februar 1903 in Breslau geboren und studierte Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Latein und Religion. Er arbeitete anschließend als Pädagoge. Als Schüler beteiligte sich Venatier 1920 am Kapp-Putsch, schloß sich während seines Studiums den Freikorps an, die sich für den Schutz Schlesiens einsetzten, und war Mitglied der Schwarzen Reichswehr, ab 1934 auch Mitglied der NSDAP. Den Krieg erlebte der Dichterpädagoge als Infanterieoffizier von den Pyrenäen bis Stalingrad. Er erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse sowie das Infanterie-Sturmabzeichen. Nach Kriegsende landete er für drei Jahre in einem amerikanischen Internierungslager. Auch nach dieser Zeit verfasst Hans Venatier weiter Schriften und Bücher. Durch die Veröffentlichung eines Artikels von ihm in der Zeitschrift Nation Europa entstand ein politischer Skandal um seine Person, welcher ihn am 19. Januar 1959 in den Freitod trieb. Venatier wählte den Freitod aber nicht als Zeichen der Schwäche, sondern des Protests gegen die politischen Zustände im Lande wegen. Dies zeigen u.a. folgende Zitate der leidenschaftlichen Künstlernatur: „Wer nicht stirbt, wenn ihm die Möglichkeiten zu seiner Kunst genommen werden, ist nie ein Künstler gewesen“. „Der Tod ist verschlungen in den Sieg“, spricht die Kämpfernatur in ihm.

Glaube

Oft hab‘ ich betrübte Stunden,
da glaub‘ ich nicht mehr daran,
daß Deutschland wieder gesunden
und weiterleben kann.

Dann möcht‘ ich zusammensinken,
bin krank an Leib‘ und Seel‘.
Gebt mir den Schierling zu trinken,
daß ich von dannen mich stehl‘!

O, schlafen, schlafen, schlafen,
nichts denken, nichts reden, nichts tun…
Der Tod allein ist der Hafen,
wo Schiffer und Schiffe ruhn.

Doch innen, im Herzen tief innen,
wo all die Asche liegt,
da glüht noch ein funkelndes Sinnen,
das gibt sich nicht besiegt.

So wartet das Feuer im Herde,
eh noch der Wind sich gerührt,
bis plötzlich ein flammendes Werde
die neuen Lichter gebiert!

 

1 Kommentar

  • Schönes Lied. Schönes Gedicht. Diese Menschen sind Vorbilder.
    Danke, dass ihr mit dem Gedenktag darauf aufmerksam macht.

    ManuJeanne 19.01.2021

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