
De Jonge wirkt auch deshalb so tollkühn, weil die Zwangsverhütung (mittels Spirale, Verhütungsstäbchen oder Hormonspritze) bis vor kurzem bei geistig behinderten Frauen automatisch durchgeführt wurde und sich gerade in den letzten Jahren dagegen Protest erhob. Die allgemeine Freizügigkeit verlangt auch die ungebremste Fortpflanzung von Schwachsinnigen; eine Betroffene in den Niederlanden hat 14 Kinder zur Welt gebracht. Dabei ist der Zwang relativ leicht zu rechtfertigen bei Personen, die nicht mündig sind und auch ihre Medikamente zwangsweise bekommen. Anders sieht es bei den genannten Drogensüchtigen und Obdachlosen aus, sie sind im Vollbesitz ihrer Bürgerrechte, weshalb wohl aus der Idee nichts werden wird. Obwohl die Berufsgruppen der Sozialarbeiter und Jugendamtsmitarbeiter, die mit solchen „Familien“ und Kindern aus solchen Verbindungen zu tun haben, ihre Hoffnungen schon darauf setzen.
Recherchiert man zu diesem Thema findet man eine ganz merkwürdige Information bezüglich Israel. Dort ist im Jahre 2013 herausgekommen, daß äthiopische Einwandererfrauen im Übergangslager zwangsweise mit der sogenannten Dreimonatsspritze versorgt wurden, die Schwangerschaft verhindert. Entsprechend ging die Geburtenrate unter dieser Einwanderergruppe sprunghaft zurück. Man kennt ja die Israelis als sehr fortschrittlich und wagemutig in Sachen Fortpflanzungsmedizin, und wer weiß, wie lange diese Praxis schon betrieben wurde. Inzwischen sind aber auch in Israel die Antirassisten auf den Plan getreten und verhindern eine weitere Selektion unter den Neubürgern.
In den 1930er und 40er Jahren gab es die angegebenen Verhütungsmethoden noch nicht, und eine Zwangsverhütung kam daher nicht in Frage. Statt führten die Nationalsozialisten gemäß dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ eine Sterilisation der erbgeschädigten Frauen durch, wobei als „erbgeschädigt“ auch die Asoziale galt. Man ging davon aus, daß solche Verhaltensweisen nicht nur durch die Umwelt verursacht, sondern auch genetisch bedingt sind. – Vielen ist das auch heute klar, aber wenige haben den Mut und fordern entsprechende Maßnahmen.













