München-Neuperlach: Mauer um Flüchtlingsheim gebaut (+Video)

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Die Mauer, die Donald Trump an der Grenze zu Mexiko aufbauen will, steht in Münchens Neubaugebiet Neuperlach bereits. Sie ist vier Meter hoch und besteht aus sogenannten Gabionen, das sind Fertigbauteile in dunkler Farbe, sie sind 80 cm breit. Die Länge beträgt vierzig Meter. Insgesamt ergibt sich ein häßlich und billig wirkender Anblick. Dies ist den Anwohnern jedoch lieber als die unmittelbare Nähe zu der Flüchtlingsunterkunft, die hinter der Mauer bereits errichtet, aber noch nicht bezogen ist. Die Mauer ist der Kompromiß, der bei einer Klage der Anwohner gegen das neue Heim herauskam. Da es nicht gelang, das Heim zu verhindern, gaben sich die Bürger schweren Herzens mit dieser „Lösung“ zufrieden. Offizieller Grund für die Mauer ist der Lärmschutz, da zu der Flüchtlingsunterkunft auch ein Spiel- und Sportplatz gehören soll. „Wir haben nichts gegen Flüchtlinge“, argumentierten die Münchner vor Gericht, „aber wir wollen am Wochenende unsere Ruhe haben, wenn wir im Garten sitzen.

Jetzt sitzen die Bewohner kleiner Eigenheime vor einer häßlichen Mauer, aber auch diese letzte Bastion ist massiven Angriffen ausgesetzt. „Rassismus pur“ sprühte jemand an die Mauer, und nachdem am 1. November Bilder von der Mauer – aufgenommen mit einer Drohne – im Netz auftauchten, ging die Aufregung und Empörung weit über München hinaus bis in die Vereinigten Staaten. Dort spricht man schon von einer „neuen deutschen Mauer“. Es handelt sich tatsächlich um eine Neuheit, die aber Schule machen könnte. Was, wenn alle Anwohner von Flüchtlingsheimen eine Mauer verlangen? Dann wird die „Integration“ endgültig zur Farce.

Video: Neuperlach Süd: Flug über die Mauer am Flüchtlingsheim

Im März oder April nächsten Jahres sollen 160 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in das zweistöckige Haus mit den hell- und dunkelblauen Fensterläden einziehen. Die Abwehr der Bürger – sieben von ihnen hatten geklagt, darunter ein Richter am Landgericht – wendet sich sicher nicht nur gegen den Lärm, sondern entspringt auch der Furcht vor Kriminalität. Vor allem aber – und dazu muß man Neuperlach kennen – hat sich dieses ehemalige Unterschichtenviertel am Stadtrand von München infolge der hohen Mieten, die Normalverdiener aus der Stadt vertreiben, allmählich in eine eher bürgerliche Gegend verwandelt. Die Bewohner fangen schon an, stolz auf ihr Viertel zu sein, da sollen sie durch das Heim plötzlich in ein Elendsquartier zurückgeworfen werden. Die Mauer ist eine ebenso verständliche wie hilflose Maßnahme. Das klassische Unter-den-Teppich-Kehren hat noch nie auf Dauer funktioniert.