
Jetzt sitzen die Bewohner kleiner Eigenheime vor einer häßlichen Mauer, aber auch diese letzte Bastion ist massiven Angriffen ausgesetzt. „Rassismus pur“ sprühte jemand an die Mauer, und nachdem am 1. November Bilder von der Mauer – aufgenommen mit einer Drohne – im Netz auftauchten, ging die Aufregung und Empörung weit über München hinaus bis in die Vereinigten Staaten. Dort spricht man schon von einer „neuen deutschen Mauer“. Es handelt sich tatsächlich um eine Neuheit, die aber Schule machen könnte. Was, wenn alle Anwohner von Flüchtlingsheimen eine Mauer verlangen? Dann wird die „Integration“ endgültig zur Farce.
Video: Neuperlach Süd: Flug über die Mauer am Flüchtlingsheim
Im März oder April nächsten Jahres sollen 160 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in das zweistöckige Haus mit den hell- und dunkelblauen Fensterläden einziehen. Die Abwehr der Bürger – sieben von ihnen hatten geklagt, darunter ein Richter am Landgericht – wendet sich sicher nicht nur gegen den Lärm, sondern entspringt auch der Furcht vor Kriminalität. Vor allem aber – und dazu muß man Neuperlach kennen – hat sich dieses ehemalige Unterschichtenviertel am Stadtrand von München infolge der hohen Mieten, die Normalverdiener aus der Stadt vertreiben, allmählich in eine eher bürgerliche Gegend verwandelt. Die Bewohner fangen schon an, stolz auf ihr Viertel zu sein, da sollen sie durch das Heim plötzlich in ein Elendsquartier zurückgeworfen werden. Die Mauer ist eine ebenso verständliche wie hilflose Maßnahme. Das klassische Unter-den-Teppich-Kehren hat noch nie auf Dauer funktioniert.














