Russland liefert schwere S-300 Luftabwehrsysteme an Syrien

In einem schwerwiegenden Zwischenfall Mitte September hatte die syrische Armee während eines israelischen Luftangriffs versehentlich ein russisches Aufklärungsflugzeug abgeschossen. Die mangelhafte Ausstattung der syrischen Luftabwehr ließ das Land schon lange hilflos bei Angriffen der Israelis wirken. Während Russland lange Zeit die israelischen Unverfrorenheiten unbeantwortet ließ, scheint nun ein Umdenken stattgefunden zu haben. Russland plant Syriens Luftabwehr deutlich aufzurüsten, was das Land in die Lage versetzt, sich ernsthaft gegen israelische Attacken zu wehren.

Am 17. September hatte Israel mit Marschflugkörpern vermutete Werkstätten der syrischen Rüstungsindustrie in der Küstenstadt Latakia angegriffen. Zeitnah befand sich eine russische Aufklärungsmaschine vom Typ Il-20 im Anflug auf die russische Militärbasis Hmeimim. Die syrische Flugabwehr verwechselte die Maschine im Eifer des Gefechts mit den Israelis und schoss das Flugzeug ab. 15 russische Militärangehörige starben.

Das israelische Verteidigungsministerium hat den Angriff auf Syrien zwar bestätigt, jedoch alle Verantwortung für den Abschuss der Il-20 von sich gewiesen. Schuld seien Syrien, der Iran und die Hisbollah. Russland jedoch lässt die mit kaum versteckter Häme, verbreitete Ausrede nicht gelten. Man habe der israelischen Regierung klar zu verstehen gegeben, bei ihren Angriffen keine Gefährdung russischer Soldaten in Kauf zu nehmen. Dieses Risiko war bei dem Angriff klar gegeben, da die technischen Möglichkeiten der syrischen Armee nicht ausreichend sind, um den Luftraum einwandfrei zu überwachen. Dass die syrische Luftabwehr in der Gefechtsphase auch auf nicht eindeutig identifizierbare Flugobjekte schießt, war somit nicht überraschend.

Schon oft hat Israel nach eigenem Gutdünken Angriffe auf Syrien geflogen, obwohl kein Kriegszustand zwischen dem freien arabischen Land und dem zionistischen Gebilde besteht. In diesem Jahr gab es unter anderem einen Angriff am 09. Januar in der Nähe von Damaskus, am 07. Februar auf ein Forschungszentrum, ebenfalls nahe Damaskus, am 30. April auf mehrere Militärbasen, am 10. Mai auf Dutzende Ziele, am 03. und 04. September auf verbündete iranische Truppen in Syrien. Insgesamt hat sich die Zahl und Intensität der Angriffe deutlich erhöht. Nur selten gelingt es der syrischen Armee tatsächlich ein israelisches Flugzeug abzuschießen. Auch die eingesetzten Marschflugkörper werden nur zum Teil abgewehrt.

Israel hat bereits angekündigt, seine Angriffe unvermindert fortzusetzen. Der jüdische Premierminister Netanjahu begründete dies mit der Furcht vor einer dauerhaften iranischen Militärpräsenz in Syrien und vor Waffenlieferungen an die Hisbollah.

Doch während bislang in Tel Aviv wohl nach jedem gelungenen, heimtückischen Angriff höhnisch gelacht wurde, dürfte so manchem Zionisten das Lachen wohl im Halse stecken geblieben sein. Russland wird mindestens 2 S-200 Luftabwehrsysteme an die syrische Armee übergeben. Das System verfügt über einen Suchradar mit einer Reichweite von 400 Kilometern, hat einen Feuerleitradar, ein Freund-Feind-Abfragessystem und Startrampen für Lenkraketen. Es ermöglicht der syrischen Armee eine deutliche effektivere Verteidigung ihres Luftraums. Die Zahl der gelieferten Systeme könnte Presseberichten zufolge jedoch auf 4 oder sogar 8 steigen. Syrien kann damit sowohl seine Küste, wie auch die Grenzen zu Israel, dem Libanon, Jordanien und dem Irak absichern.

Zusätzlich plant die russische Armee, die eigenen Streitkräfte in dem Land am Euphrat aufzurüsten. Es wird spekuliert, dass Krasukha-4 Radarstationen und R-330Zh „Zhitel“ Kommunikationsstationen nach Syrien verlegt werden sollen.

Nicht nur Israel, auch die USA und ihre Verbündeten dürften besorgt sein. Zwar ist die Situation momentan recht friedlich, doch dürfte es sich um die Ruhe vor dem Sturm handeln. Denn weiterhin plant Syrien die Zerschlagung der verbliebenen Terroristengruppen in dem Gouvernement Idlib. Es wird daher auch über einen erneuten inszenierten Giftgasangriff spekuliert und infolge dessen über einen neuen Luftschlag durch „Uncle Sam“ und seine Verbündeten. Verstärkte Stationierungen von Flugzeugträgern und mit Marschflugkörpern ausgestatteten Kampfschiffen im Mittelmeer, dem Roten Meer und dem Persischen Golf sind seit Längerem zu beobachten. Den selbst ernannten Botschaftern von „Freiheit und Demokratie“ aus USrael steht ein harter Weg bevor, sollten sie erneut den Tod nach Syrien tragen wollen!