Interview mit dem griechischen Nationalisten Costantino Alba

Anfang Mai führten wir mit dem griechischen Nationalisten Costantino Alba ein ausführliches Interview zur politischen Lage in Griechenland. Costantino Alba war langjähriges Mitglied der Chrysi Avgi und ist aktuell noch parlamentarischer Mitarbeiter des griechischen EU-Abgeordneten G. Epitideios.

 

1. Stell doch mal bitte kurz Deinen politischen Werdegang unseren Lesern vor?

Ich begann mit 16 Jahren in verschiedenen nationalistischen Gruppen in Griechenland aktiv zu werden. Mit 18 Jahren verließ ich mein Vaterland, um in Verona, Italien, Politikwissenschaften zu studieren. Hier unterstützte ich die MSI, das Italian Social Movement. Hierbei hielt ich stets Kontakt mit mehr radikalen Gruppierungen wie dem VFS zum Beispiel. Während meinem 8-jährigen Aufenthalt hatte ich die Gelegenheit, Kameraden verschiedenster nationaler Organisationen aus ganz Europa kennenzulernen. Unter der Kooperation und Erfahrung mit anderen europäischen Nationalisten entwickelte sich der Gedanke, mich politisch in meinem Heimatland zu engagieren. Während eines Fußballspiels 1991 zwischen Griechenland und der Türkei lernte ich zwei junge Mitglieder von Golden Dawn kennen und war positiv überrascht von ihrem Auftreten und ihrem intensiven Aktivismus gegen Türken. Durch ein Gespräch mit diesen Mitgliedern schaffte ich es, ein persönliches Treffen mit dem Generalsekretär der Golden Dawn, N. Michaloliaskos, zu bekommen und begann, der Bewegung beizutreten und diese zu unterstützen. 1993 gründete ich das regionale Büro der Partei in Lamia, Zentral Griechenland, in meiner Heimatstadt.

Der Kontakt zu meinen europäischen Kameraden brach nie ab, und so war ich als ein Aktivist im Ausland und gesamt Griechenland unterwegs, als ich dann 2000 nach Thessaloniki, Nordgriechenland, zog.

2014 schlug mich der Generalsekretär als Kandidat der Golden Dawn für die Europawahlen vor. Gewählt wurde allerdings ein anderes Mitglied und so wurde ich sein persönlicher Assistent in den Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments in Brüssel.

 

2. Du warst ja seit vielen Jahren Mitglied in der nationalistischen Partei „Chrysi Avgi“. Welche Rolle hast Du innerhalb der Partei innegehabt?

Aufgrund meines bestehenden starken Engagements, mit europäischen Kameraden in Kontakt zu bleiben, lag es in meiner Verantwortung, unsere Partei weiter international bekannt zu machen, uns eine Stimme in Europa zu geben und die Chrysi Avgi zu einer unter Kameraden anerkannten, gleichwertigen nationalen Bewegung zu machen.

Um der Verbreitung unserer Ideen und unserer Werte Willen, war es mir ein persönliches Anliegen, eben dort Veranstaltungen und Reden zu organisieren, wo der linke Zeitgeist nach der politischen Umwälzung von 1974 herrschte. Nicht nur die Antifa, natürlich auch die Polizeigewalt stand uns stets gegenüber.

 

3. Was hat sich nach den Wahlerfolgen der Chrysi Avgi verändert? Wieso treten nach und nach so viele „Alte Aktivisten“ aus der Partei aus? Auch Du bist ausgetreten?

Die erfolgreiche Wahl von 2012 war eine großartige Chance, unseren Gedanken endlich Gehör zu verschaffen und unsere Träume zu verwirklichen. Alle Gewählten waren Front-Line Aktivisten!

Golden Dawn war die einzig repräsentative, radikal nationalistische Partei, mehr als die gewöhnlich patriotischen Parteien.

Mit der Zeit stellte die Parteiführung den politischen Aktivismus auf der Straße ein. Statt die wirtschaftliche, soziale und ethnische Krise, nebst der illegalen Migrationsfrage zu unserer Waffe zu machen, zeigt der führende Kern der Partei ein arrogantes Verhalten und folgte einem nicht nachvollziehbaren, wirren politischen Weg. Mehrere talentierte Kameraden stellten daraufhin ihren politischen Aktivismus und ihr soziales Engagement ein, noch bevor die Wahl ganz beendet war.

Im März 2018 realisierte ich, dass die Partei sich zu einer “Business”-Partei entwickelt hatte, ohne jeglichen Aktivismus, aber mehr und mehr Forderungen nach Geld.

Um mir selbst über meine Zukunft klar zu werden, diskutierte ich meine Gedanken laut in der Partei und war enttäuscht, herausfinden zu müssen, dass mir ein unethisches, offensives Verhalten entgegenschlug. Meine Konsequenz daraus: Seit vergangenem Jahr bin ich ein unabhängiger Nationalist.

 

4. Hat der Prozess gegen führende Köpfe der „Chrysi Avgi“ irgendwie seinen Teil zur Veränderung der Ausrichtung innerhalb der Partei beigetragen?

Der Mord an einem Antifa-Sänger wurde einem Mitglied der Golden Dawn angehängt, was zu zahlreichen illegalen Verhaftungen fast aller im griechischen Parlament sitzenden Abgeordneten der Partei führte.

Nachdem der Generalsekretär der Golden Dawn als Gast in einem Radioprogramm die volle politische Verantwortung dieses Mordes übernahm, was keine politische Entscheidung war, waren unsere Wähler so enttäuscht, dass dies der linken Partei “Syriza” zum Wahlsieg verhalf.

Unnötig zu erwähnen, dass eine solche Meldung Auswirkungen auf den gesamten Prozess haben würde.

 

5. Die zypriotische Partei „ELAM“ kann ja als Schwesterpartei der „Chrysi Avgi“ bezeichnet werden? Sie sitzt ja auch im dortigen Landesparlament. Hat sie sich auch verändert?

ELAM wurde als politische Bewegung von griechischen Zyprioten gegründet, welche ideologischen Kontakt mit Golden Dawn hatten. ELAM entwickelte sich zu einer politischen Partei mit verschiedenen erfolgreichen Wahlen in dem einzig europäischen Land, welches immer noch geteilt ist, nach der illegalen Besetzung des nördlichen Teils durch die Türken. In einem, im Vergleich zu Griechenland, völlig anderen politischen Umfeld scheint es ELAM gut zu machen.

 

6. Meines Wissen bist Du ja als Mitarbeiter eines griechischen Europaabgeordneten tätig, was sind da Deine Aufgaben und wie gestaltet sich die Arbeit?

Wie bereits erwähnt arbeite ich seit 2014 als anerkannter parlamentarischer Assistent in den Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments für den Abgeordneten G. Epitideios. Als Kopf dieses Büros sind wir dafür verantwortlich, uns mit der europäischen Grundverordnung und Beschlüssen vertraut zu machen, um Änderungsvorschläge zu präsentieren und Untersuchungen im Bereich der Wahlprozedur zu leiten.

 

7. Was sind Deine Vorstellungen von einem Europa nationalistischer Prägung?

Ich glaube an ein Europa frei von Kapitalismus und marxistischer Repression. Die einzige Lösung ist die Kooperation aller europäischen Parteien und Bewegungen. Als griechischer Nationalist stehe ich dafür, dass wir nach dem Austritt aus der Europäischen Union zu einem souveränen Nationalstaat zurückkehren sollten, alle Migranten ausführen und basierend auf unserer Kultur und unseren Wurzeln an einem neuen, gesunden und aufblühendem Europa arbeiten sollten.

 

8. Erst kürzlich hat die griechische Regierung ja ein Namensabkommen mit dem sogenannten Staat „Nordmazedonien“ geschlossen. Warum bringt das so viele griechischen Patrioten auf die Straßen und was ist hier der geschichtliche Hintergrund?

Mazedonien war ein antikes Königreich am Rande des altertümlichen und klassischen Griechenlands und später der führende Staat des hellenistischen Griechenland. Vor dem vierten Jahrhundert war es der Sitz des antiken Mazedonien. Das erste Königreich war der Mittelpunkt des nordöstlichen Teils der griechischen Halbinseln. Es grenzte im Westen an Epirus, Paenio im Norden, Thrakien im Osten und Thessalien im Süden.

Die Slawen auf der anderen Seite gehören einer indo-europäischen Sprachgruppe an, welche verschiedene slawische Sprachen sprechen, die zu einer größeren baltisch-slawischen Sprachgruppe gehören.

Nach den frühen Anfängen des 6. Jahrhundert begannen sich die Slawen auszubreiten und entwickelten sich zu einer Mehrheit, welche Zentral- Ost- und Südosteuropa bewohnten. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass diese Slawen nicht im Entferntesten etwas mit den ethnischen, wahren Mazedoniern ( z.B. Alexander der Große ) zu tun haben, die schon 1.000 Jahre zuvor da waren, bevor die Slawen sich auf der baltischen Halbinsel ausgebreitet haben.

Nach Jahren missbräuchlicher und irreführender historischer Fakten hat es Fyrom geschafft, den meisten führenden europäischen Persönlichkeiten (welche versuchen, den griechischen Einfluss auf die umgebenden baltischen Staaten gering zu halten) einzureden, diese Menschen hätten ein Recht auf Selbstbestimmung, obwohl das der historischen Wahrheit widerspricht und im Gegensatz zu den Interessen der Mitgliedsstaaten steht.

Das verräterische griechische Parlament der Linken und ihr Minister, A. Tsipras, unterzeichneten mit Hilfe der Opposition das Abkommen von Prespes, und gaben somit ihre Zustimmung, dass sich Slawen von nun an Mazedonier nennen dürfen.

An diesem Punkt zog es Tausende Patrioten auf die Straße, um gegen das Abkommen zu demonstrieren, trotz der Tatsache , dass sie aufgrund der immer tiefergehenden wirtschaftlichen Krise absolut mittellos sind und die Regierung sie wie Kriminelle behandelt und somit zu illegalen Verhaftungen treibt.

 

9. Wie geht es für Dich als griechischer Nationalist weiter? Gibt es politische Alternativen zur „Chrysi Avgi“ oder besteht Hoffnung auf Rückbesinnung der Führerschaft innerhalb der Partei?

Aufgrund verschiedener politischer Fehler gab es kürzlich ein vermehrtes Aufkommen nationaler/patriotischer Bewegungen/Parteien in Griechenland. Um meinen Aktivismus als Nationalist beizubehalten, stehe ich in Kontakt mit diesen Bewegungen, beobachte sie und wirke nach wie vor in anderen europäischen Organisationen in Europa mit. Durch die Organisation von Veranstaltungen und Reden in Brüssel und die Teilnahme an Diskussionen in europäischen Ländern versuche ich, das nationale Feuer am Leben zu erhalten . Ich wäre froh, wenn ich all die Erfahrungen, welche ich in den fünf Jahren in Brüssel gesammelt habe, verwenden könnte, um auch in Brüssel ein nationales Denken erschaffen zu können.

 

10. Griechenland fordert erneut Reparationszahlungen von der BRD für sogenannte Gräueltaten an Griechen im 2. Weltkrieg. Wie siehst Du das?

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges hat das “demokratische“ Europa die Regeln des politischen Zusammenspiels neu gesetzt (Nürnberger Prozesse, Reparationszahlungen, Demilitarisierung etc.), ausgenommen der diplomatisch schwachen Länder.
Während der künstlichen wirtschaftlichen Krise, welche unsere Leute mittellos machte, fragten alle Politiker nach dem Ausgleich, welchen wir im Gegensatz zu anderen nie bekamen.

 

11. Im Zuge des politischen Aufstiegs der Chrysi Avgi wurden zwei Parteiaktivisten auf offener Straße vor einem Parteibüro mit Schüssen regelrecht hingerichtet. Wurden die Täter jemals ermittelt?

Fast sechs Jahre nach den Morden wurde der Gerechtigkeit immer noch nicht Genüge getan. Obwohl beide Familien der zwei ermordeten Kameraden weit über ihre Grenzen des Machbaren hinausgingen, jedes legale Mittel nutzten, niemand wurde verhaftet, niemand hat sich einer Verhandlung stellen müssen, keiner wurde bestraft. Trotz zweier Äußerungen, welche Verantwortung für den Mord darstellen und öffentlich geäußert wurden, gab es keinen Fortschritt, aber auch nicht die Bemühung, jemanden ernsthaft des Verbrechens zu verdächtigen. Die Mörder laufen immer noch ungestraft umher.

 

 





1 Comment

  • Sehr interessant! Danke dafür.

    DZ 24.05.2019