Hallenser AfD-Stadtrat Donatus Schmidt knickt vor Antisemitismusvorwürfen ein

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Die hysterische Furcht vor dem Antisemitismusgespenst reißt auch mehrere Wochen nach dem versuchten Attentat auf die städtische Synagoge in der Saalestadt Halle nicht ab. Nun musste sich der AfD-Stadtrat Donatus Schmidt mit dem vernichtenden Vorwurf auseinandersetzen, ein böser „Antisemit“ zu sein. In einer Sondersitzung des Stadtrates, in der Schmidts Aufsichtsratposten bei der TOOH (Theater, Oper und Orchester GmbH Halle) auf dem Spiel stand, verlas Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) Schmidts demokratisches Sündenregister, wozu die Teilnahme an einer „antisemitistischen Demonstration“ (Fehler im Original) und vor allem die Verbreitung von „Verschwörungstheorien“ gehören.

Hintergrund von Letzterem ist ein beim ZDF-Magazin „Frontal 21“ aufgetauchtes 44-minütiges Video, das Schmidt bei einer Rede zeigt, in der er sich über die höchst zweifelhaften Umstände des Anschlags auf das World Trade Center im September 2001 äußert. So merkte er dort an, dass sich auffallend wenige Juden unter den Opfern beim Angriff auf das ehemalige Welthandelszentrum und Symbol des globalen Kapitalismus befunden haben und schloss daraus, dass viele jüdische Personen vorgewarnt worden sein mussten. Tatsächlich erschien in dem Nachrichtendienst der Washington Post „Newsbytes“ vom 27. September 2001 eine Meldung unter dem Titel „Instant messages to Israel warned of WTC attack“ und auch die israelische Tageszeitung „Ha’aretz“ berichtete zwei Tage später von einer Werbeagentur namens „Odigo“, laut deren Vizepräsident für Verkauf und Marketing israelische Angestellte rund zwei Stunden vor dem ersten Flugzeugeinschlag vor dem Angriff gewarnt wurden.

In der Summe wurde laut einem Artikel der New York Times vom 22.9.2001 der Tod von gerade einmal drei Israelis bestätigt, von denen zwei in einem der Flugzeuge gesessen haben und sich nur einer in den Türmen aufhielt. Eine statistische Unmöglichkeit, wenn man bedenkt, dass Spitzenvertreter israelischer Firmen im ehemaligen Welthandelszentrum ein- und ausgingen und dessen Miteigentümer, Frank Lowy, selbst israelischer Staatsbürger ist.

 

Canossagang ohne Wirkung

Doch allen Tatsachen zum Trotz entschuldigte sich Schmidt für das Gesagte und versuchte, die ihm gemachten Vorwürfe damit zu rechtfertigen, dass er diese nur im Konjunktiv geäußert hätte und keine Tatsachenbehauptungen darstellen würden, was die getätigten Äußerungen im Video jedoch widerlegen. Kleinlaut beteuerte er gegenüber dem ZDF, dass ihm Antisemitismus „wesensfremd“ sei und wähnte sich in seiner Verteidigungsrede vor dem Stadtrat als Opfer des „Sozialismus“, der in den Farben „braun, rot oder grün jetzt“ immer auf die Art und Weise einer „Hexenjagd“ den politischen Gegner vernichten wolle. Nun wisse er, dass die gemachten Äußerungen falsch gewesen sind und beschränkt seine Kritik folglich nur noch auf die „Kreise des Großkapitals“, zu denen Menschen aus allen Ländern, jedoch keine Juden, gehören würden.

Der Gang nach Canossa hat Schmidt jedoch nichts genützt. Mit großer Mehrheit wurde der AfD-Stadtrat als Aufsichtsrat der TOOH vom Stadtparlament abgewählt und die SPD fordert Schmidt nun auch dazu auf, sein Mandat als Stadtrat niederzulegen. Auch von seiner eigenen Partei dürfte sich Schmidt keine großartige Rückendeckung mehr erhoffen. Der Landesvorstand der AfD Sachsen-Anhalt gab an, die im Video von „Frontal 21“ gezeigten Äußerungen Schmidts aufs Schärfste zu verurteilen und die gemachten Vorwürfe überprüfen zu wollen.

 

Beispielsfall für alle: Wer sich distanziert, verliert

Die Personalie Donatus Schmidt sollte allen frei denkenden Deutschen, die sich unbeirrt vom demokratischen Kampfbegriff „Verschwörungstheorie“ mit der Wahrheitssuche im weltpolitischen Geschehen beschäftigen, ein Exempel abgeben, dass man mit dem Mittel von bürgerlich-angepasster Politik im Stile der AfD niemals unbequeme Tatsachen ansprechen oder bestehende Dogmen des Systems antasten kann, bevor man nicht mit den herrschenden Zuständen komplett gebrochen und sich dem nationalrevolutionären Geist verschrieben hat.

1 Kommentar

  • Man entschuldigt sich diesen Leuten gegenüber niemals. Wie im Artikel erwähnt, hilft es den Betroffenen nichts, sie werden so oder so zu einer Persona non grata und die sogenannten Semiten sind äußerst nachtragend.

    Sigmar Mattheus 18.12.2019
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