US-Imperialismus: Droht Krieg zwischen Iran und USA?

Bei einem Luftangriff haben US-amerikanische Streitkräfte 25 Kämpfer der Kataib Hisbollah getötet und 51 weitere verletzt. Der Anschlag, verübt durch Kampfflugzeuge, soll eine Reaktion auf den Tod eines amerikanischen Zivilbeschäftigten sein. Bei einem vorausgegangenen Raketenbeschuss verstarb dieser, vier US-Soldaten sowie zwei irakische Sicherheitsbeamte wurden verletzt. Als Reaktion auf den Angriff kam es zu einem erneuten Raketenbeschuss auf amerikanische Militäreinrichtungen im Irak. Bei der Kataib Hisbollah handelt es sich um eine irakische Miliz, die beim Kampf gegen Daesh (Islamischer Staat) mitgeholfen hatte und Teil der Achse Iran – Syrien – Hisbollah ist.

 

Pulverfass Nahost

Auch mehr als acht Jahre nach dem Ende des dritten Golfkrieges 2011, sind die US-Truppen noch nicht aus dem formal unabhängigen Irak abgezogen. Sie versuchen, den amerikanischen Zugriff auf das irakische Öl zu sichern und potenzielle Konkurrenten in dem politisch instabilen Pulverfass kleinzuhalten. Im vergangenen Jahr ist dabei insbesondere der Iran in das Fadenkreuz der Amerikaner gekommen. Das Land ist nicht nur dem pro-zionistischen US-Präsidenten Donald Trump ein Dorn im Auge, sondern auch den amerikanischen Verbündeten Israel und Saudi-Arabien. Sowohl im Jemen, als auch in Syrien und dem Irak kommt es dabei zu Stellvertreterkriegshandlungen. Immer wieder werden Stellungen iranischer Verbündeter insbesondere von Kampfflugzeugen aus dem zionistischen Gebilde Israel heraus angegriffen.

Im Irak ist die Situation besonders angespannt, da die stagnierende wirtschaftliche und politische Entwicklung in dem Land zu großen Protesten in der Bevölkerung geführt hat. Erst kürzlich musste der irakische Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi aufgrund der Massenproteste in seinem Land zurücktreten. Er verblieb aber kommissarisch im Amt. Die gefürchtete islamistische Terrororganisation Daesh konnte hier viele Kämpfer rekrutieren. Seit Jahren sind Terroranschläge in dem Land an der Tagesordnung. Für besondere Spannung sorgt der innerislamische Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten um Einfluss in dem Land am Euphrat.

 

Kampfjets über Anbar

Ziel der amerikanischen Aggression waren Stellungen an der syrisch-irakischen Grenze, bei Al-Bukamal in Syrien und der Region a-Qaim im Irak. Hier befand sich eine der letzten Bastionen von Daesh, die erst im Laufe des Jahres 2019 erobert werden konnten. Weitere Ziele befanden sich ebenfalls im Gouvernement Deir ez-Zor in Syrien und Anbar im Irak. Es wurden Munitionsdepots und ein Hauptquartier getroffen. Die getöteten Soldaten waren Angehörige der Kataìb Hisbollah, einem irakischen Ableger der Hisbollah. Sie sind Teil der schiitischen Volksmobilisierungseinheiten. Während üblicherweise unbemannte Drohnen von den Amerikanern für ihre Luftschläge genutzt werden, wurden für den Angriff Kampfflugzeuge vom Typ F-15 Strike Eagle herangezogen.

Der irakische Übergangspräsident verurteilte den massiven amerikanischen Eingriff in die irakische Souveränität. Es mehren sich die Anzeichen, dass die USA die Gewaltspirale zu einem Krieg eskalieren lassen werden. Der Ton wird rauer, so sagte der Senator Lindsey Graham: „Gewalt ist die einzige Sprache, die der Iran versteht“. Der iranische Außenamtssprecher Abbas Mussawi verurteilte das selbstherrliche Vorgehen der Amerikaner: “Die USA sollten die territoriale Integrität und die Souveränität des Iraks respektieren und sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen”.





1 Comment

  • Ich glaube, es geht bei den Handlungen der VSA hier vordergründig um die Durchsetzung der Interessen Israels, das Öl ist nur ein Vorwand. Der Amerikaner verfügt selbst über große Ölreserven im eigenen Land und die amerikanische Außenpolitik wird größtenteils vom Wirken der israelischen Lobbyorganisation AIPAC, sowie weiterer Juden mit doppelter Staatsbürgerschaft in hohen Positionen bestimmt.

    Volker 06.01.2020

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