Türkei: Erdogan droht Griechenland mit Krieg

Im Mittelmeer eskaliert derzeit ein Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei um unterirdische Erdgasvorkommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht Griechenland offen mit Krieg. Während die türkische Wirtschaft immer tiefer in die Rezession rutscht, versucht der neo-osmanische Herrscher Erdogan mit einer aggressiven Außenpolitik, sein Volk auf Linie zu halten. Der EU gelingt es nicht, dem imperialistischen Türken die Grenzen aufzuzeigen. Auch in Syrien und Libyen führt die Türkei kostspielige Kriegseinsätze durch, die das Staatsbudget belasten. Kommt es zum Austausch von Kampfhandlungen zwischen den NATO-Staaten Griechenland und Türkei?

 

Streit um das Gas: Der Konflikt im Mittelmeer

Laut dem US Geological Survey befinden sich im Levantischen Meer gewaltige Erdgasvorkommen. In dem Meeresbecken sollen unglaubliche 3,45 Billionen Kubikmeter Erdgas liegen. Zudem sollen hier 1,7 Milliarden Barrel Erdöl schlummern. Seit Langem sind die Ausbeutungsrechte für diese gewaltigen Vorkommen umstritten. Das zionistische Gebilde Israel beansprucht große Teile der Vorkommnisse für sich. Das Erdgasvorkommen könnte den Bedarf sämtlicher Anrainerstaaten für viele Jahrzehnte decken. Die Rechtslage für die Schätze im Meer ist umstritten. Gegenwärtig befindet sich die Türkei nicht nur mit Griechenland, sondern auch mit Zypern im Clinch.

 

 

Länder können üblicherweise 12 Seemeilen um ihr Territorium für sich beanspruchen. Im Ägäischen Meer zwischen der Türkei und Griechenland ist die Situation jedoch schwierig. Griechenland hat hier viele kleinere Inseln, die theoretisch allesamt einen Radius von 12 Seemeilen beanspruchen könnten. So würde fast die ganze Ägäis unter griechischen Hoheitsanspruch fallen. Für die Türkei ist diese Situation inakzeptabel, weil beispielsweise die kleine Insel Kastellorizo keine drei Kilometer vom türkischen Festland, jedoch mehrere Hundert Kilometer vom griechischen Festland entfernt ist. Seit Jahrzehnten gilt im Ägäischen Meer aufgrund der speziellen Situation eine besondere Regelung. Üblicherweise nehmen die Länder hier nur eine 6-Seemeilen-Zone in Anspruch. Die Türkei ist nie dem UN-Seerechtsabkommen UNCLOS beigetreten, das die Hoheitsgewässer regelt. Daher legt die Türkei die Hoheitsgewässerregelungen so aus, wie es ihr grade passt.

Normalerweise könnte hier auf diplomatischem Wege eine Lösung gefunden werden, die der Türkei, aber auch Griechenland Ansprüche zuteilt. Doch der neo-osmanische Präsident Erdogan will in grenzenloser Machtgier mehr. Derzeit kreuzt das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ durch das östliche Mittelmeer, flankiert von Fregatten und Zerstörern der türkischen Kriegsmarine. Mit seismografischen Geräten soll es die Gasvorkommen lokalisieren. Dabei durchstreifen die türkischen Kriegsschiffe auch Gebiete, die von Griechenland beansprucht werden. Eine unverschämte Provokation! EU-Diplomatiker, Spitzenpolitiker und selbst US-Präsident Donald Trump haben sich eingeschaltet, um die Türkei wieder zur Raison zu bringen, doch am Bosporus gibt man sich unbeeindruckt. Präsident Erdogan kläfft in wütendem Ton in Richtung Westen: “Wir fliehen nicht vor dem Kampf. In diesem Kampf schrecken wir nicht davor zurück, Märtyrer und Veteranen zu hinterlassen”, und „Sind diejenigen, die sich derzeit im Mittelmeer und Umgebung gegen uns stellen, zu den gleichen Opfern bereit?”

 

 

Griechische Kriegsschiffe sind unterdessen im Einsatz, um die türkische Flotte an ihrem provokativen Vorhaben zu hindern. Wird es zum offenen Schlagabtausch kommen? Griechenland hat seine Hoheitszone im Italien zugewandten ionischen Meer auf 12 Kilometer erweitert. Auch dies wertet die Türkei als Affront. Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay erklärte: „Wenn das kein Kriegsgrund ist, was denn sonst?“ Rational betrachtet wäre die Entscheidung zu einem Militärschlag äußerst unklug, ein Krieg mit Griechenland könnte eine Auseinandersetzung mit der ganzen EU heraufbeschwören. Außerdem sind beide Staaten formell über die NATO Verbündete. Doch ist Großmogul Recep Tayyip Erdogan zu rationalem Denken fähig? Oder gibt es vielleicht sogar Gründe, die ihn zu dieser aggressiven Politik verleiten?

 

Inflation, leere Staatskassen, ausbleibende Touristen – Türkei am Ende?

Die Türkei hat derzeit mit einer Vielzahl an Problemen zu kämpfen. Die Inflationsrate der türkischen Lira ist in den letzten Jahren rapide gestiegen. Die Lira verliert somit stark an Wert. Auch die Arbeitslosenquote steigt, im Mai waren 12,9 Prozent der Türken arbeitslos. Insbesondere die aufgrund der Corona-Pandemie ausbleibenden Touristen verschärfen das Problem. Dabei ist die Türkei gerade jetzt auf Einnahmen angewiesen, denn über Jahre hat der Staat über seinen Verhältnissen gelebt. So hat beispielsweise die Prunksucht des Möchtegern-Sultans Erdogan große Lücken in das Staatssäckel gerissen. So kostete der neue Präsidentenpalast, ein 1000-Zimmer-Schloss allein satte 491 Millionen Euro. Zwei kostspielige Kriegseinsätze in Syrien und Libyen verbraten weitere Unsummen, die das Land eigentlich nicht hat. Die Türkei müsste dieses Jahr 170 Milliarden Dollar Schulden zurückzahlen. Experten bezweifeln, dass dies möglich ist, und so steht das Land offenbar kurz vor dem Bankrott.

 

 

Mit aller Gewalt hält Erdogan jeden Protest klein. Der Protest ist momentan tatsächlich eher klein, denn offenbar hält eine Mehrheit der Türken bislang zu Erdogan. Doch damit dies so bleibt, muss Erdogan den Eindruck vermitteln, die Lage im Griff zu haben. Mit dem aggressiven Gebaren gegenüber Griechenland lenkt Erdogan von den Problemen im Inland ab. In den türkischen Medien läuft Propaganda rauf und runter, das mit einer riesigen Türkeiflagge behangene Schiff „Oruc Reis“ pflügt stolz durch die Wellen, auf Bildern sind Kriegsschiffe zu sehen, die ihre Geschütze abfeuern und Raketen, die in den Himmel steigen. Würde es Erdogan gelingen, schnell mit der Ausbeutung der Erdgasvorkommen zu beginnen, könnte er möglicherweise seiner angeschlagenen Wirtschaft auf die Sprünge helfen. Wahrscheinlich spekuliert Erdogan auf einen solchen Befreiungsschlag.

 

Als Friedensgarant nutzlos – Die NATO

Auch in dieser Stunde der Bedrohung müsste eine echte Europäische Gemeinschaft eigentlich zusammenstehen und Stärke zeigen. Doch offenbar ist die EU entweder nicht willens oder nicht in der Lage, die von Griechenland vertretenen europäischen Ansprüche rigoros zu verteidigen. Noch immer setzen wankelmütige Politiker wie der deutsche Außenminister Heiko Maas auf zaghafte Appelle und Diplomatie-Bemühungen. Dabei fordert allein die Lage in Zypern ein souveränes Auftreten. Zypern ist nach einer türkischen Invasion 1974 zur Hälfte besetzt. Die Türkei hat eine Republik Nordzypern ausgerufen, die jedoch von keinem anderen Land anerkannt wird. Nun möchte Zypern seine Hoheitsrechte wahrnehmen und hat daher die 12-Seemeilen-Zone um die gesamte Insel in Anspruch genommen.

Die Türkei möchte dies vereiteln und reklamiert das Gebiet vor dem völkerrechtswidrig besetzten Nordzypern für sich. Auch hier kommt es bislang zu keiner Parteinahme für die zypriotisch-europäischen Rechte. Neben dem offenbar erneuten Schwächebeweis der EU stellt der griechisch-türkische Konflikt auch einen Beweis für die Wirkungslosigkeit der NATO dar. Laut offizieller Lesart soll die NATO bekanntlich ein Verteidigungsbündnis sein und als Garant für Sicherheit und Stabilität dienen. Doch tatsächlich funktioniert die NATO offenbar nur als Angriffsbündnis und Drohmittel gegen nicht-beteiligte Staaten. Wenn sich beteiligte Länder gegenseitig bedrohen, scheint die NATO kein Garant für einen anhaltenden Frieden zu sein.

Die Partei der „III. Weg“ fordert den Austritt Deutschlands aus der EU und aus der NATO. Deutschland sollte einzig auf eine europäische Zusammenarbeit setzen und sich insbesondere nicht vor fremde Karren spannen lassen für Kriegseinsätze, die nicht dem Wohl des deutschen Volkes dienen. Die EU zeigt lediglich dann Stärke, wenn es darum geht, den deutschen Steuerzahler auszupressen, um die Interessen von internationalen Banken und Großkonzernen zu bedienen. Europa braucht alternativ eine starke Eidgenossenschaft, die entschieden gegen äußere Feinde zusammenhält und nach innen die Hoheitsrechte ihren Mitgliedsstaaten unangetastet lässt.





1 Kommentar

  • Merkel-Mutti hat dennoch die Hosen gestrichen voll vorm bösen Herrn Erdogan- hat er doch die Grenzen zur EU als mächtiges Mittel, den ganzen Strom an Fachkräften in die anbgeblich freie Welt zu entlassen.
    Diese ach so freie Republik ist nur ein Wurmfortsatz der ehemaligen Besatzer und kein einziges Stück souverän. Deshalb duckt sich die Regierung immer weg, wenn es um Themen geht, die auch unmittelbar die Intersssen von DEUTSCHEN betreffen.

    Frontline Siegen 08.09.2020

Kommentar schreiben

Deine E-Mail Adresse wird nicht öffentlich sichtbar. Kommentare mit strafbarem Inhalt oder Verweisen zu anderen Netzseiten werden nicht veröffentlicht.

×

Schneller und einfacher Kontakt über WhatsApp - Einfach auf den unteren Button klicken!

 

Kontakt über Threema unter der ID:
ZYSHY9EH

×