Nächster „Gasschock“ droht

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Wie schnell sich Zeiten ändern, sieht man derweil beim Thema Gas. Gestern noch war das sogenannte „Russengas“ seitens der Herrschenden beliebt und erwünscht und eine gesamte Industrienation baute darauf. In kürzester Zeit wurde uns der Gashahn zugedreht. Die Auswirkungen für die Zukunft? Kaum abschätzbar. Es wird auf jeden Fall ansatzweise schwierig bis katastrophal.

Das aus Kohlenstoff und Sauerstoff bestehende Molekül Kohlenstoffdioxid (CO2) ist wohl Jedem geläufig und wurde bisher, wie Methan, als Treibhausgas geächtet. Wobei das auch aus diversen tierischen und menschlichen Öffnungen entweichende Methan für das Klima zehn- bis zwanzigmal schädlicher ist als CO2.

Das gasförmige Kohlenstoffdioxid wird allerdings in Industrie und Wirtschaft zum sogenannten Karbonisieren von Getränken, als Treibgas in Sprühdosen oder in Feuerlöschern verwendet. Auch zur Haltbarmachung von Nahrungsmitteln, Kühlung von Getränken, in Klimaanlagen und in der Kältetechnik findet CO2 Anwendung. Kurz gesagt, ein Mangel dessen würde erhebliche Probleme in Industrie und Wirtschaft verursachen. Und genau das ist eingetreten.

 

 

 

Industriegas wird knapp

Die Verwendung von sogenanntem Industriegas ist weitreichender, als man glauben möchte. Beispiel Lebensmittelindustrie: Durch dieses Gas wird Fleisch und Wurst haltbar gemacht, Tiere werden vorm Schlachten damit betäubt.

Beispiel Gemüseanbau: Durch mit CO2 angereicherte Luft wachsen Pflanzen deutlich schneller. Gemüse wird damit haltbar gemacht.
Beispiel Getränkeindustrie: Jeder weiß, wie Mineralwasser ohne „Sprutz“ schmeckt. Kann man trinken, aber muß man nicht mögen. Das Feierabendbier am Ende eines Arbeitstages dürfte ohne Kohlensäure ansatzweise ekelhaft schmecken.

Folglich macht sich ein Mangel dieses Gases recht schnell in allen unseren Lebensbereichen bemerkbar. Mindesthaltbarkeiten der Lebensmittel können nicht mehr eingehalten werden, die Schlachtung von Schweinen und Rindern wird stark eingeschränkt, Produktion von Klimaanlagen stagniert, Bier schmeckt schal.

Auslöser dieser neuerlichen Probleme, die sich nun auftun ist die wegen hoher Energiepreise stark gedrosselte Düngemittel-Produktion. Denn bei genau der entsteht das überall verwendete Industriegas als Nebenprodukt.