Neurechter Familienkrach: AfD und Patriotenvereine distanzieren sich von Martin Sellner

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Er hat es schon wieder getan! Martin Sellner, der umtriebige Spendensammler, ist bekanntlich eine Reizfigur. Sein Hintermann und Verleger Götz Kubitschek sagte über Sellners politische Organisationsversuche in der Kalergi-Paneuropa-Postille „Die Neue Ordnung“ (III/2019): „Zum einen ist dieser wirklich gute Ansatz einer patriotischen, nicht-extremen und sehr kreativen Jugendbewegung nun bis zur Unberührbarkeit kontaminiert. Das bedeutet: Es wird nichts Großes mehr daraus.“

Der unberührbare Sellner hat also wieder einmal einen Organisationsversuch kontaminiert. Im November 2023 haben sich mehrere hochrangige Mitglieder der AfD und zahlungsstarke Unternehmer bei einem Treffen in einem Potsdamer Hotel über einen „Masterplan“ zu massenhaften Abschiebungen aus Deutschland ausgetauscht. Sellner hat bei diesem Treffen laut eigener Angabe aus seinem unsäglichem Buch „Regime Change von rechts. Eine strategische Skizze“ vorgetragen. Sellners politisches Endziel „Reconquista“ ist, wie im Buch formuliert, die „Orbanisierung“ unseres Staates. Wer das aktuelle Ungarn näher kennt, weiß, dass „Orbanisierung“ Korruption in ungeahntem Ausmaß bedeutet: Die Herrschaft des Orban-Familienclans und seiner Partei ohne eigener Weltanschauung über das ausgeplünderte Volk der Ungarn. Trotz offenkundiger Plattheit der Ausführungen wird Sellners Anwesenheit benutzt, um anderen zu schaden. Der etwas intelligentere Götz Kubitschek führte dazu im oben genannten Interview – Martin Sellner im Blick – bereits 2019 aus: „Manche Leute und Gruppierungen werden zu ‚weißen Billiardkugeln’ gemacht, mit denen dann andere Kugeln ins Loch gestoßen werden sollen.“

Das Antifa-Rechercheteam von „Correctiv“ hat das Treffen vor Ort dokumentiert. Einige Dokumente wurden „Correctiv“ auch von Greenpeace zur Verfügung gestellt. Nach Aufdeckung der Veranstaltung in den Systemmedien begann die Hetzjagd auf die Teilnehmer. Während sich Vereine und Parteien von ihren Mitgliedern in bürgerlicher Kleingeistigkeit distanzierten, haben andere handfeste geschäftliche Nachteile erlitten.

Der Knackpunkt war die Frage, wie mit BRD-Staatsbürgern zu verfahren ist, die volksfremder Herkunft sind und als „nicht assimilierbar“ gelten. Die Systemmedien behaupten, man hätte die „massenhafte Vertreibung“ selbiger geplant. Reflexartig reagierte das patriotische Milieu hasenfüßig. Die AfD-Spitze sieht die Abschiebung von BRD-Staatsbürgern, selbst wenn es sich um kultur- und artfremde Ausländer handelt, als Widerspruch zu ihrem Parteiprogramm. Sellner selbst stellt in einer Videobotschaft klar, dass man zwischen BRD-Staatsbürgern „keine Unterschiede“ machen dürfe. Vielmehr soll man mit Hilfe von einer Politik der „Leitkultur“ und Assimilation einen Anpassungsdruck auf ethnisch fremde „Islamisten oder Clankriminelle“ ausüben oder bei nicht-assimilierbaren Ausländern mit BRD-Pass vielmehr den Anreiz zu einer „freiwilligen Rückkehr“ setzen. Noch deutlicher wird die ablehnende Haltung zum Abstammungsprinzip – in Abgrenzung zum Assimilationsprinzip – durch den österreichischen Rechtspopulisten Gerald Grosz. Er wittert in der Übereinstimmung von Staatsangehörigkeit und Volkszugehörigkeit die „Auferstehung widerwärtiger, völkischer Rassenideologie“.

Was bleibt? In der Einladung zu dem Treffen hieß es, dass für die Teilnahme eine „Mindestspende von 5.000 Euro“ erhoben werde. Diese Spende solle deutlich machen, dass „die Sammlung von Unterstützungsmitteln eine Kernaufgabe unserer Runde ist“. Wir erleben hier die Evolution des neurechten Spendensammelns. Von der freiwilligen Spende zur Pflichtspende. Schon morgen wird es mit einer eventuellen AfD-Regierungsbeteiligung wohl die „Spenden“ aus dem Topf der Steuerzahler geben. Das patriotische Milieu hat erneut bewiesen, dass es zwar im Spendensammeln sein Handwerk versteht, auf die Fragen einer klaren politischen Zielsetzung zur Ausländerrückführung bzw. „Remigration“ aber gewohnt defensiv und relativierend wirkt. Ein authentischer Wille zu einer Wende in der Ausländerpolitik ist allein durch die nationalrevolutionäre Parteibewegung von „Der III. Weg“ zu erwarten!

  • hinsetzen und die Show genießen 🍻

    Wolfgang 13.01.2024
  • Auf den Punkt gebracht! Von Leuten wie Sellner kann man nur noch Abstand nehmen.

    Christian 13.01.2024
  • Die Kalergischergen sind demnach wieder auf Marketingtour, sehr erhellend! -> Beuteland Deutschland – widerlich

    Orze 13.01.2024
  • Was für eine Trümmertruppe, auweia

    Mikesch 12.01.2024
  • M. S. – Wer soll das sein? 🙂

    Taschenuhr 12.01.2024

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