Nun ist es soweit, die Frau mit Kindern zur Kur gebracht,
Drei ganze Wochen wird jetzt eine Sause gemacht!
„Alter geht’s dir gut, du bist ein König, ein Hans im Glück,
bist ungebunden und frei bis sie sind wieder zurück.“
Das höre ich Freunde sagen und jauchze auch schon,
endlich gibt’s für harte Arbeit den Lohn!
Was kann man da nicht alles tun?
Feiern, randalieren und endlich lange ruhn.
Die Pläne sind gemacht, die Tür wird zugeschlagen,
endlich saufen ohne Klagen.
Die Socken werden auf die Küchenspüle gelegt,
und Krimskrams mit dem Fuß zur Seite gefegt.
Im Kühlschrank lagert klassisch das Bier,
gut gekühlt für das Fernseh-Turnier.
Die Körperhygiene wird drastisch reduziert,
man ist schließlich Mann und das passioniert!
Die ungewaschenen Füße klatschen auf den Wohnzimmertisch,
und plötzlich riecht es in der Wohnung gar nicht mehr so frisch.
Leere Bierflaschen werden über den Boden gerollt,
während der Magen von der Tiefkühlpizza grollt.
Man rülpst, man furzt, man fühlt sich frei,
stolz weht des Strohwitwers Konterfei.
Da sitzt er nun der stolze König,
reibt sich den Wanst und grinst nicht wenig.
Huch, die erste Nacht war gut, die zweite, dritte auch,
doch auf einmal rumort etwas im Bauch.
Im Hause ist es seltsam still,
niemand da, der etwas von dir will.
Irgendwie fängt das Essen an weniger zu schmecken,
auch keine Kinder mehr die dich frühmorgens wecken.
Der Tag driftet langweilig vor sich hin,
und irgendwie fehlt allem der Sinn.
Der Fernseher ist langweilig, das Trinken ist langweilig,
das Ausruhen ist langweilig, ach einfach alles ist so schrecklich langweilig!
Durchstreift man die Kinderzimmer ist es fad und leer,
kein Glucksen, Zanken, Kichern mehr.
Beim Blick aufs Ehebett fällt auf – da fehlt doch wer,
und plötzlich fährt ein Stich durchs Herz und macht es schwer.
Abends rauft man sich die Haare, die Lust ist vergangen,
man weiß einfach nichts mehr mit sich anzufangen.
Da sitzt er nun der zerrissene König,
unzufrieden – spürt von seinem Glück nur noch wenig.
Die Leere im Haus fängt an dich aufzufressen,
kein Alkohol hilft diesen Schmerz zu vergessen.
Mit der Hand streichelst du über unbenutzte Kinderbetten,
und entstaubst verzweifelt alte Kinder Marionetten.
Die Familienbilder werden achtsam ausgepackt,
mit Tränen in den Augen merkst du nun, deine Lage ist vertrackt!
Die Gerüche der Kinder und Frau verblassen aus den Stoffen,
der Blick auf den Jahrweiser läßt nichts gutes erhoffen.
Die Tage werden länger, die Nacht wird zur Qual,
diese verdammte Leere in diesem verlass´nen Areal!
Im Bett eingerollt, weinst du dich durch die Nacht,
gnadenlos hält die Einsamkeit ihre grausige Wacht.
Verzweifelt hast du das Haus geputzt, du willst gefallen,
dachtest du wärst frei und bist doch nur am fallen.
Auf dem Nachttisch stehen jetzt von der Familie alle Bilder,
ein ranken nach Hoffnung wie Hinweisschilder.
Grau ist die Sonne und dunkel der Tag,
und nichts was das Glück zurück zu bringen vermag.
Da sitzt er nun allein und weint der König,
ist von sich selbst nur noch sehr wenig.
Drei Wochen lang mußte er im hoch gepries´nen Glücke darben,
seine Seele ist geschunden, trägt unsichtbare Narben.
Dann endlich ist es soweit,
alles steht schon bereit!
Die Familie naht und das Herz es bebt,
das Gefühl kehrt zurück, das Gefühl das man lebt.
Was fad war, wird bunt, alles leuchtet und schwingt,
eine Melodie die frohe Kunde überbringt.
Die Tür geht auf – endlich seid ihr da,
der sehnlichste Wunsch ist zum Greifen nah.
Schließlich liegt das Glück in seinem Arm,
die Kinder, die Frau endlich wird’s im Herzen warm.
Die Familie – das ist alles was zählt,
für diese Erkenntnis hast du dich durch die Tage gequält.
Komplett ist nur was zusammen gehört,
wenn alles passt und nichts mehr stört.
Da sitzt er nun, ist nicht mehr wenig,
im Arm seine Familie – ist wahrhaft ein König.
Ein Hoch und ein klares Ja zur Familie!













