
Denn was stand da schwarz auf weiß vom Innenministerium?
„Derzeit gibt es keine Hinweise, dass die Kampfsportaktivitäten für konkrete politische Aktionen genutzt werden sollen.“
Tja, das ist nun mal der Unterschied zwischen martialischer Rhetorik und tatsächlicher Bedrohung (vielleicht aber auch Noetzis eigener kleiner Kosmos, in dem ihm die Realität wirklich so verdreht vorkommt). Und wenn man keine Hinweise hat, dann liegt das nicht daran, dass man sie übersehen hat – sondern weil es schlicht keine gab. So war es damals, und so ist es heute. Punkt.
Wenn Herr Noetzel also meint, sich mit dramatischer Wortwahl in die Rolle eines antifaschistischen Sherlock Holmes zu begeben, dann sollte er vielleicht vorher die Akten lesen – oder wenigstens die Fußnoten. Denn das Verbot des „Baltik Korps“ erfolgte nicht wegen Gewalt, sondern weil die Gesinnungsjustiz der BRD offenbar allergisch auf klare Worte reagiert. Man hat den Verein verboten, nicht etwa eine kriminelle Vereinigung; und das sagt doch schon alles.
Und wenn wir schon bei dem Punkt der Wahrnehmung sind: Herr Noetzel, als Vertreter einer Partei, die sich aus der SED heraus entwickelt hat, wäre ein Blick in den eigenen ideologischen Spiegel vielleicht angebracht. Denn während Sie sich über angebliche Demokratieverachtung echauffieren, steht Ihre politische Herkunft in einer Linie mit Mauerschützen und Zwangskollektivierung. Da kommt zusammen, was zusammengehört – oder wie man in Ihrer Ecke vielleicht sagen würde: „Die Partei hat immer recht.“
Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Wer Kampfsport mit Umsturz verwechselt, sollte vielleicht mal selbst ein Probetraining machen. Es stärkt nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die Fähigkeit, zwischen Realität und politischer Projektion zu unterscheiden.
Gruß an Micha und den kleinen Peter.













