
Besonders kritisch fällt ins Gewicht, dass der Staat den stark wachsenden Bedarf zwar kannte, ihm aber nicht mit entsprechenden Bauprogrammen begegnet ist. Stattdessen hinkt der Neubau dem tatsächlichen Bedarf deutlich hinterher. Um die Situation zu entschärfen, müssten bis 2030 jedes Jahr zehntausende neue Wohnungen entstehen. Davon ist Baden-Württemberg derzeit jedoch weit entfernt.
Die Folge sind steigende Mieten, Verdrängung einkommensschwächerer Haushalte und zunehmende soziale Spannungen. Verschärft wird die Lage laut Studie auch durch die anhaltend hohe Zuwanderung, auf die der Wohnungsmarkt politisch kaum vorbereitet wurde. Während die Regierung Migration fördert und zulässt, bleibt die zentrale Frage unbeantwortet, wo die neu ankommenden Menschen dauerhaft und bezahlbar wohnen sollen. Die Rechnung dafür zahlen vor allem junge Menschen und ältere Bürger, die auf dem angespannten Wohnungsmarkt kaum noch Chancen haben. Dass die Wohnungsnot inzwischen sogar als wirtschaftliches Risiko gilt, unterstreicht die politische Brisanz.
Fehlender Wohnraum erschwert Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten, da Auszubildende und junge Menschen keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Die von Verbänden geforderten Maßnahmen, wie ein stärkerer sozialer Wohnungsbau, kommen spät und wirken angesichts der Dimension des Problems eher wie ein Versuch der Schadensbegrenzung.
Insgesamt macht die Studie deutlich, dass die aktuelle Wohnungskrise kein Zufall ist, sondern das Ergebnis einer Politik, die über Jahre hinweg eine hohe, weitgehend ungesteuerte Zuwanderung zugelassen hat, ohne die daraus entstehenden Belastungen für den Wohnungsmarkt ausreichend zu berücksichtigen. Die Bedürfnisse der deutschen Bevölkerung wurden dabei zu oft vernachlässigt und die absehbaren sozialen und wirtschaftlichen Folgen nicht mit der nötigen Konsequenz angegangen.













