Gedichteinsendung: Trümmerfrauen – Kapitel 3/4: Gefahren und Übergriffe

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Deutschland war kaum wiederzuerkennen,
welche Worte könnten diese Zerstörung je benennen?
Wie will man diesen Schmerz ausdrücken,
wenn Glück und Friede aus dem Leben rücken?
Deutschland war zerschlagen, ein wahrer Geisterzug,
doch dieses Unheil war noch nicht genug.

Bei den „Siegern“ keimte der niedere Instinkt,
einer der bei dem Vergehen bis zum Himmel stinkt!
Triebhaft griffen sich Alliierte in den Schritt,
als man eine moralische Grenze überschritt.
Für viele „Sieger“ waren die Frauen nur nutzbares Fleisch,
sie ergötzen sich an ihrem ängstlichen Gekreisch, 

als sich diese seelenlosen Wesen an ihnen vergingen,
um sich einmal über Schwächere zu bringen.
So sah sie aus – die „heldenhafte“ Siegerpose,
ein schändlicher Wicht mit offener Hose!
Man versuchte vor solchen die Frau zu verstecken,
wohl wissend es gab Strafe wenn sie es entdecken!

So ging zu dem einher die Angst und die Panik,
wie ein schweres erdrückendes Gewicht am Genick.
Unmenschen kommen wenn sie Schwäche gewittert,
weil sie sich freuen wenn der Andere zittert.
Doch das war nicht die einzige Gefahr,
in den Ruinen wurde ein neuer Schrecken gewahr.

Das Entfernen der maroden Trümmer,
machte die Situation oftmals noch schlimmer.
Es glich einem brenzlichen Mikadospiel,
bis plötzlich ein Stein von oben fiel.
Das Kartenhaus Konstrukt war riskant,
das Bewegen der Trümmer gar hoch brisant!

Wie oft stürzten Wände in sich zusammen,
begruben die Frauen die zum Abräumen kamen.
Steinrutsch und Schläge zerbrachen ihre zarten Knochen,
dennoch blieb ihr Mut und Wille ungebrochen.
Heldenhaft stellten sie sich der Gefahr,
und legten jeden Tag ihren Einsatz dar.

Verheerend waren auch blinde Sprengmunition,
eine schlafende Mine vor ihrer Detonation!
Diese wurden ungewollt ausgelöst,
als man sie zwischen Trümmern entblößt.
Ihre Explosion war weit zu hören,
und wieder tat eine Seele den Göttern gehören.

Ihre Arbeit war wie das sitzen unterm Damoklesschwert,
voller Gefahren dem Risiko zugekehrt.
Doch grauenhaft war vor allem ein anderer Umstand,
die vielen gefundenen Körper völlig verbrannt.

Leichen lagen überall in den Ruinen,
zerrissen, zerfetzt sowie sie erschienen.
Grau waren die Körper und leidvoll das Gesicht,
diesen Anblick vergisst man nicht!

So mussten diese tapferen Frauen,
mit Mut sich an die Arbeit trauen.
Steine und auch Körper schleppen,
sich beugen, wuchten oder strecken.
Mit knurrendem Magen Leistung erbringen,
als Furcht und Leid einher gingen.

Wer könnte je begreifen was diese Frauen alles geleistet?
Welcher Gedanke sie antrieb und motivierend umgeistet?

 

Zum Nachlesen: Kapitel 1, Kapitel 2

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