
Problem Geburtenschwund
Das Thema „Rente“ war im vergangenen Bundestagswahlkampf ein absolutes Nischenthema. In den Wahlprogrammen der Parteien haben sich kaum substantielle Vorschläge und Positionen finden lassen. Kein Wunder: Deutschland steht vor einem massiven Problem und jeder Umgang damit ist heikel. Rentner stellen heute in Deutschland die quantitativ wichtigste Wählergruppe. Unter anderem aufgrund ihrer Sozialisation in einer Zeit verhältnismäßig stabiler wirtschaftlicher Verhältnisse in der BRD stellt gerade diese Wählergruppe das stärkste Rückgrat der herrschenden Parteien dar. Trotz wirtschaftlichem Niedergang, trotz immer fragileren sozialen Verhältnissen aufgrund der Massenmigration ist es die sogenannte „Boomer-Generation“ (Jahrgänge 1946-1965), die an SPD und Union eisern festhalten. Wählergruppen, die man daher nicht verprellen will oder krampfhaft gewinnen will. So war einer der wenigen konkreten Versprechen in Bezug auf die Rente von der SPD eine „garantierte“ Rente von 48 Prozent. Eine Ankündigung, die stark an das bekannte Zitat des CDU-Politikers Norbert Blüm aus dem Jahre 1986 erinnert, dass die Rente „sicher“ sei. Noch mehr Rente verspricht in ziemlich verlogener, weil unrealistischer Weise, die AfD: von „langfristig 70 Prozent“ fabuliert man bei der blauen Scheinalternative.
Dabei ist das Rentensystem in Deutschland bereits jetzt offensichtlich dysfunktional. Die Sozialabgaben, die von der werktätigen Bevölkerung geleistet werden müssen, sind bereits jetzt auf Rekordhöhe. Da auch die Arbeitgeber paritätisch Sozialleistungen für ihre Angestellten zahlen müssen, wachsen auch die Lohnnebenkosten auf ein ungesundes Niveau. Kern des Problems ist die Geburtenverweigerung seit den späten 1960er-Jahren. Verbunden mit einer gestiegenen Lebenserwartung sorgt diese Entwicklung dafür, dass immer mehr Alte von immer weniger Jungen finanziert werden müssen. Weil alte Menschen naturgemäß auch die meisten Kosten für das Gesundheitswesen erzeugen, sind die Aufwendungen für das Rentensystem mit dem Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung nur unzureichend abgebildet.
Der Generationenvertrag, also das Umlagesystem oder die Umverteilung von Jung zu Alt, wurde 1957 durch Konrad Adenauer eingeführt. Ein Aspekt für die Annahme, dass dieses System funktionieren könnte, dürfte auch das Vertrauen in die kontinuierlich wachsende Arbeitsproduktivität gewesen sein. Dank des stetigen Fortschritts, so die Annahme, würden immer mehr Güter in immer kürzerer Zeit mit immer weniger Arbeitsaufwand hergestellt werden. Lange Zeit ist die Arbeitsproduktivität gewachsen, sodass diese Rechnung zumindest scheinbar aufging. Dem ist mittlerweile nicht mehr so: Im Zuge der Finanzkrise 2009 ist die Arbeitsproduktivität in Deutschland eingebrochen und wächst nun kaum oder geht sogar zurück. Insbesondere im produzierenden Gewerbe sank die Arbeitsproduktivität 2022 um 3,8 Prozent, 2023 um 0,4 Prozent und letztes Jahr um 2,2 Prozent. Die eigentliche Krise kommt in den kommenden Jahren auf Deutschland zu, wenn die „Boomer-Generation“ in Rente geht.
Wir brauchen ein neues Rentensystem
Das Thema Rente ist für uns als Nationalrevolutionäre heikel. Es ist deutlich leichter, das Bild von den Alten zu zeichnen, die um ihre Lebensleistung betrogen worden sind. Gern bemüht ist das Bild von den Pfandflaschen sammelnden Rentnern. Sicherlich gibt es in Deutschland Altersarmut. Es entspricht unserem sozialistischen Selbstverständnis, das wir auch dieses Problem anprangern und es beheben wollen. Und doch stellt Altersarmut nur die eine Seite der Medaille dar. Denn gleichzeitig sind auch große Vermögenswerte bei anderen Teilen der pensionierten Bevölkerungsschichten akkumuliert. Plastisch formuliert wohnen viele Alte zu zweit oder allein in Häusern, die einstmals für große Familien erbaut worden sind.
Es ist verständlich, wenn man den Alten den Ertrag ihrer Lebensleistung gönnen will; wenn diese Situation nicht mit einem realen Generationenkonflikt verbunden wäre. Denn die Realität der jungen Generation sind horrende Mietpreise für winzige Wohnungen ohne eine Perspektive, jemals selbst eigenen Wohnraum oder gar ein kleines Häuschen besitzen zu können. Während die Boomer-Generation noch in der Lage war, bei nur einem arbeitenden Partner ein eigenes Haus, Auto und den Jahresurlaub zu finanzieren, kann sich die Jugend nur noch mit Alkohol und Drogen am Wochenende über ihre Perspektivlosigkeit hinwegtäuschen. Der Grund liegt in der expansiv-ansteigenden Abgabenlast. Die junge Generation arbeitet kaum noch für die eigene Tasche, dafür immer mehr für die Alten.
Das Grundübel war der Verzicht auf Kinder zugunsten von Autos, Reisen und Konsum durch die Boomer-Generation. Ein Fehler, der bereits gemacht wurde und so natürlich nicht mehr zu korrigieren ist. Gerade „Boomer“ setzen – auch in der AfD – auf Arbeitsmigration, um den eigenen Lebensstandard halten zu können. Als Nationalisten ist für uns klar, dass die langfristige Lösung einzig in einer massiven Steigerung der Geburtenrate deutscher Kinder liegen kann. Diese Maßnahme ist deswegen eine langfristige Lösung, weil die Auswirkungen natürlich erst dann spürbar werden können, wenn diese Kinder selbst in das arbeitsfähige Alter eingetreten sind. Solange braucht es daher Übergangsmaßnahmen.
Natürlich sind die Ausgaben für Alte nicht die einzige Belastung für den Sozialstaat. Die Subventionierung niedrig qualifizierter, arbeitsscheuer und arbeitsloser Ausländer ist ein weiterer Faktor. Dennoch wäre es, gerade angesichts der ambitionierten Pläne für ein nationalrevolutionäres Deutschland, fahrlässig, die Frage nach dem Rentensystem auszuklammern. Es braucht hier eine wirkliche Veränderung!
Die Förderung der deutschen Familie muss mit aller Konsequenz betrieben werden. Aufgrund der hohen Abgabenlast entscheiden sich heute viele junge deutsche Paare gegen Kinder oder entscheiden sich für maximal ein bis zwei Kinder. Das ist natürlich einerseits eine Frage des Idealismus. Wer wirklich will, kann auch im jetzigen System eine Großfamilie haben, das zeigen die Beispiele ausländischer Großfamilien. Andererseits gibt es da aber sehr wohl auch eine finanzielle Komponente und es ist nachvollziehbar, dass viele Deutsche sagen, dass sie sich Kinder einfach nicht leisten können. Die Entscheidung für Kinder muss daher doppelt belohnt werden: Einerseits durch niedrigere Abgaben für Familien, andererseits durch höhere Renten im Alter.
Es muss einen klaren Konnex zwischen Kinderreichtum und der Rentenhöhe geben. Kinderlose sind gegenüber Eltern im Vorteil, weil sie ihren Arbeitsertrag für sich selbst verwenden können und nichts in den Nachwuchs unseres Volkes investieren müssen. Das ist sozial ungerecht! Wer keine Kinder hat, soll daher nur eine Mindestrente erhalten können und, im Falle eines Vermögensaufbaus, zusätzliche Abgaben zu leisten haben. Das ist ein weiterer Anreiz für junge Paare, sich für Kinder zu entscheiden, weil sie damit direkt in die eigene Rente investieren. Auch das Renteneintrittsalter könnte an die Kinderzahl gekoppelt werden. So könnte das Eintrittsalter Regelerwerbsaltersrente für Kinderlose angehoben und für Eltern mit Kindern auf dem jetzigen Niveau gehalten werden. Auch Großeltern leisten einen sozialen Beitrag für das Volk, indem sie in die Betreuung der Enkelkinder eingebunden sind. Kinderlose haben folglich auch keine Enkelkinder und leisten daher im Alter auch häufig keinen Beitrag für die Gemeinschaft mehr.
Insgesamt ist das Thema Rente ein unangenehmes Thema, eben weil es in jedem Fall Verlierer gibt. Als Nationalrevolutionäre sind wir jedoch im Gegensatz zu Populisten nicht darauf angewiesen, uns mit jedem gut zu stellen. Zeit also, offen für revolutionäre Ansätze in der Politik zu sein!













