
Zeitung lesend schüttelst du den Kopf,
fragend greifst du dir am Schopf.
Wie konnte sowas nur geschehen,
wie weit wird das wohl noch gehen?
Holst dir ein Bier vom Keller,
setzt dich vor den Fernsehaufsteller.
Schlägst gemütlich die Beine übereinander,
und durchsuchst die Kanäle nacheinander.
Dass es so schlimme Dinge in Deutschland gibt,
das hat dich schon ganz schön geschickt.
Zum Glück passiert das ja nicht hier,
hier lacht und prostet man beim Bier.
Kein Grund sich zu bewegen,
du genießt der Ruhe Segen.
Die Kinder erzählen von ihrem Schulalltage,
oder von der Hausaufgabenplage.
Den Rasen mähst du, deine Frau putzt Fenster,
hier gibt es keine Schreckgespenster.
Mit den Kollegen sprichst du über die Nachrichten,
von den Überfällen und den Anschlagsberichten.
Arme Bundesländer oder Städte,
was für ein Glück man hier doch hätte.
Alles friedlich alles fein,
beim Frühstücksei und Sonnenschein.
Darum gibt es für dich keinen Grund zur Tat,
in deiner Zwergenwelt ist es probat.
Dann steht plötzlich der Terror vor der Tür!
In deiner Straße werden wahllos Autos aufgebrochen,
bei deinen Lieblingsbäcker der Azubi abgestochen,
deine Nachbarn wurden ausgeraubt,
deine Oma sich nicht mehr vor die Türe traut.
Deine Kinder werden geschlagen und unterdrückt,
weil schnell ein Mitschüler das Messer zückt.
Der Bankomat im Ort wurde gesprengt,
und alles sich zur Angst hinlenkt.
Deine kleine Zwergenwelt zerbricht,
die Wahrheit nimmt dir ganz das Licht.
Kopfschüsse in der Straßenbahn,
womit morgens deine Kinder fahr’n.
Schulräumung wegen Amoklauf,
ein wahrer Alptraum türmt sich auf.
Fassungslos beginnst du nun zu schrei’n,
du willst dich jetzt nur noch befrei’n.
„Ich will doch nur mein Frühstücksei, mein Bier,
will nur meine Zwergenwelt von hier!“
Doch du warst zu lange blind,
warst blauäugig wie ein kleines Kind.
Jetzt hat es auch dich getroffen,
nun ist auch deine Familie betroffen.
Plötzlich willst du kämpfen, rufst zur Gegenwehr,
warum war das vorher denn so schwer?
Hast du es denn nicht kommen sehen?
Spürtest du nicht die ersten Wehen?
Warum schläft man im brennenden Haus?
Steh endlich auf, brüll es heraus!
Wehret den Anfängen,
noch vor den Untergängen.
Sucht die Wahrheit, den Schulterschluss mit Kameraden,
wanket nicht, sondern marschiert auf der Zielgeraden!
Ist die Schlinge erst um das Genick,
nimmt dir auch das Leben der Strick.
Warte nicht bis der Terror dich sichtet,
Kämpfe! Ehe er sich errichtet.
Ich sage dir, es ist noch nicht zu spät,
Reih’ dich ein beim III. WEG!
Fürs Vaterland? – Bereit!
Fürs Volk? – Bereit!
Für die Heimat? – Bereit!













