Was ist deutsche Kultur?
Sie beginnt nicht bei der Abstammung eines Menschen. Sie zeigt sich in deutscher Sprache und unseren Dialekten, in regionalen Traditionen, Weihnachten und Ostern, Fastnacht und Kerb, Vereinsleben und Ehrenamt, Handwerk und Ingenieurskunst, Literatur und Musik, historischen Städten, Dörfern und Denkmälern.
Deutsche Kultur war dabei niemals völlig einheitlich. Hessen ist nicht Bayern, das Rheinland nicht Sachsen und Norddeutschland nicht Schwaben. Gerade diese regionale Vielfalt gehört zu Deutschland.
Eine Kultur bleibt jedoch nicht automatisch bestehen, nur weil sie jahrhundertelang existiert hat. Sie muss gelebt, weitergegeben und im öffentlichen Raum sichtbar gehalten werden.
Dass solche Traditionen tatsächlich ein kulturelles Erbe darstellen, ist keine bloße romantische Vorstellung. Im bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes finden sich beispielsweise deutsche Brotkultur, Schützenwesen, Orgelbau und Orgelmusik, Chormusik, rheinischer Karneval und schwäbisch-alemannische Fastnacht.[1] Die Deutsche UNESCO-Kommission beschreibt ausdrücklich die Weitergabe von Wissen und Können von Generation zu Generation als Grundlage lebendigen Kulturerbes.[2]
Auch das Vereinswesen gehört dazu. Rund 90.000 Sportvereine existieren in Deutschland; etwa eine Million Mitglieder engagieren sich dort ehrenamtlich.[3] Vereine schaffen Gemeinschaft, Verbindlichkeit und lokale Identität.

Welche Kultur soll im öffentlichen Raum sichtbar sein?
Genau deshalb lohnt sich ein kritischer Blick darauf, welches kulturelle Selbstverständnis Politik und staatliche Institutionen heute vermitteln. Frankfurt liefert dafür ein bemerkenswertes Beispiel. Seit 2024 lässt die Stadt die Freßgass während des Ramadans mit Halbmonden, Sternen und Fanoos-Laternen schmücken. Hinzu kommt der weithin sichtbare Schriftzug „Happy Ramadan“.[4]
Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um Dekoration. Die Frankfurter Stadtregierung erklärte 2025 anlässlich ihres Iftar-Empfangs: „Muslimische Feste und Rituale dürfen und sollen in Frankfurt sichtbarer werden. Das ist Wille der Stadtregierung.“[5] Genau an diesem Punkt muss die politische Diskussion beginnen.
Deutschland ist historisch und kulturell christlich geprägt. Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Advent, Nikolaus und St. Martin, Kirchen und Klöster, christliche Kunst, Kirchenmusik und unser historischer Kalender haben das Land über Jahrhunderte geprägt.
Aus unserer Sicht muss diese gewachsene kulturelle Prägung auch im öffentlichen Raum erkennbar bleiben.
Religionsfreiheit bedeutet selbstverständlich, dass jeder seinen Glauben frei wählen und im Rahmen der Gesetze ausüben kann. Daraus folgt für uns aber nicht, dass Staat und Kommunen jede Religion zusätzlich öffentlich bewerben oder deren Präsenz durch politische Maßnahmen gezielt verstärken sollten.
Wer eine Moschee, Synagoge oder eine andere religiöse Gemeinschaft aufsuchen möchte, kann dies aus eigener Entscheidung tun. Der öffentliche Raum muss deshalb nicht zu einem Wettbewerb um immer größere religiöse Sichtbarkeit werden.
Abzulehnen sind hörbare Glaubensverkündigungen wie verstärkte Muezzinrufe oder weithin sichtbare Moscheen. Hier geht es nicht darum, einem Menschen seinen persönlichen Glauben vorzuschreiben. Es geht um die Frage, was eine Stadt aktiv in den gemeinsamen öffentlichen Raum hineinträgt.
Wer dauerhaft nach Deutschland kommt, findet hier kein kulturell unbeschriebenes Blatt vor. Er findet eine gewachsene Sprache, Geschichte, Rechtsordnung, Kultur und gesellschaftliche Gepflogenheiten vor.
Integration bedeutet deshalb mehr, als einen deutschen Pass zu besitzen. Deutsch zu lernen, die Rechtsordnung zu akzeptieren und sich mit Geschichte, Kultur und gesellschaftlichen Regeln des Landes auseinanderzusetzen, sollte selbstverständlich sein. Dies vermögen aus unserer Sicht vornehmlich uns kulturell nahestehende Völker aus der westlichen Welt.
Herkunft und kulturelle Zugehörigkeit sind dabei nicht dasselbe. Ein Mensch mit ausländischen Eltern kann sich Deutschland kulturell tief verbunden fühlen. Umgekehrt garantiert deutsche Abstammung allein nicht, dass jemand deutsche Kultur kennt oder weitergibt. Mitentscheidend ist neben der Abstammung deshalb auch, was tatsächlich gelebt wird.
Wir tragen selbst Verantwortung
Die Verantwortung kann allerdings nicht ausschließlich bei Politik oder Zuwanderung gesucht werden. Wenn Deutsche ihre eigenen Dialekte nicht mehr sprechen, Vereine aufgegeben werden, regionale Feste verschwinden, Handwerkswissen verloren geht und Märchen, Literatur, Musik und Geschichte den eigenen Kindern nicht mehr vermittelt werden, kann keine politische Forderung diese Kultur allein retten. Die deutsche Brotkultur zeigt beispielsweise, wie kulturelle Weitergabe funktioniert: Traditionelles Wissen wird im Handwerk vom Meister und Gesellen an den Lehrling weitergegeben.[6] Genau dieses Prinzip gilt weit darüber hinaus: Wissen. Können. Weitergeben.
Deutsche Kultur muss deshalb selbstverständlich sichtbar und lebendig bleiben – in Familien und Schulen, Vereinen und Feuerwehren, Handwerksbetrieben, Kirchen, Dörfern, Städten und im öffentlichen Raum. Eine Kultur bleibt nicht erhalten, weil sie einmal existiert hat. Sie bleibt erhalten, wenn Menschen sie kennen, leben, schützen und an die nächste Generation weitergeben.
Eine politische Frage
Die nationalrevolutionäre Bewegung & Partei DER III. WEG stellt den Erhalt deutscher Sprache, Kultur, Traditionen und nationaler Identität in den Mittelpunkt seines eigenen politischen Selbstverständnisses. Die Partei verbindet diese Fragen mit der Forderung nach weitreichenden politischen Veränderungen. Diese Position und die daraus abgeleiteten Forderungen müssen, wie die Programme anderer Parteien, anhand ihrer konkreten Inhalte und möglichen Folgen beurteilt werden.
Unabhängig von der parteipolitischen Entscheidung bleibt jedoch eine Aufgabe, die niemand an Politiker delegieren kann:
Sprecht Deutsch. Pflegt Dialekte. Feiert regionale Feste. Unterstützt Vereine. Lernt deutsche Geschichte. Erhaltet Handwerk und historische Ortsbilder. Gebt Märchen, Musik und Traditionen an eure Kinder weiter.
Denn deutsche Kultur ist kein Museumsstück.
Sie lebt nur so lange, wie Menschen sie leben.
Quellen
[1] Deutsche UNESCO-Kommission: Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes, Ausgabe 2025.
[2] Deutsche UNESCO-Kommission: „Immaterielles Kulturerbe in Deutschland“ – zur Pflege und Weitergabe lebendiger kultureller Traditionen.
[3] Deutsche UNESCO-Kommission: „Gemeinwohlorientierte Sportvereinskultur“ – rund 90.000 Sportvereine und etwa eine Million ehrenamtlich engagierte Vereinsmitglieder.
[4] Stadt Frankfurt am Main, Dezernat II: „Hoffnung auf ein gutes Miteinander“, 27. Februar 2025 – Ramadan-Beleuchtung in der Freßgass mit Halbmonden, Sternen, Fanoos-Laternen und „Happy Ramadan“.
[5] Stadt Frankfurt am Main, Dezernat II: „Ohne Sie wäre Frankfurt nicht das was es ist“, 10. März 2025 – Iftar-Empfang der Stadt Frankfurt.
[6] Deutsche UNESCO-Kommission: „Deutsche Brotkultur“, Eintrag im bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes seit 2014.
















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