Gedichteinsendung: Trümmerfrauen – Kapitel 1/4: Erwachen im Alptraum

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Der Staub rieselt leise herab,
ganz Deutschland ist ein aschfahles Grab.
Berge von Leichen und meterhohe Trümmer,
jeder Blick machte die Erkenntnis noch schlimmer.
Brandherde glimmen noch rauchend schwach,
dann einstürzende Häuser mit lautem Gekrach.

Grau und stickig ist die Luft geworden,
verschmutzt durch fremde Angreiferhorden.
Das Leben scheint wie aus der Heimat gewichen,
all der Glanz ist fort – wie weggestrichen.
Das Entsetzen raubt fast den Verstand,
„was ist geschehen im deutschen Vaterland?“

Tränen jagen über das traumatisierte Gesicht,
man sieht es – aber man glaubt es nicht.
Fassungslos starrt man auf Häuserruinen,
strahlende Bauwerke ehe die Bomber erschienen.
Den Überlebenden bleibt keine Wahl,
es ist alles zerstört ihnen verbleibt nur die Qual.

Die Umgebung gleicht einer Kraterlandschaft,
Familie wurde ermordet und die Männer sind in Haft.
Mit weinenden Augen stehen viele Frauen allein,
vor den Trümmern fragend „wie kann das sein?“
Einige halten dreckverschmiert ihre Kinder im Arm,
ihr Herz blutet ob all dieser Gram.

Die zurückgebliebenen Kinder und Frauen,
konnten und wollten ihren Augen nicht trauen.
Geschätzte 400 Millionen Tonnen an Schutt,
lagen auf ihrer Heimat und die war kaputt.
Nachdenklich starrt das Mädchen ihr zu,
fragt mit flüsterndem Ton – „Wer bist Du?“

Straßenzüge sind kaum wiederzuerkennen,
wie eine neue Welt mit Trümmern, die brennen.
Wo ist bloß des Vaters Haus?
Wo schenkt die Mutter die Hoffnung aus?
Der Wind trägt das Schluchzen durch die leeren Gassen,
verzweifelt versucht man das Ganze zu fassen.

Experten schätzen es dauert 30 Jahre,
bis alle Trümmer verräumt von dieser Totenbahre.
30 Jahre bis Deutschland vom ganzen Dreck befreit,
30 Jahre bis die Trauerglocke zur Ruhe bereit.

Es folgt die Einsicht – nichts wird wie immer,
– in Heilbronn liegen 1,5 Millionen Tonnen an Trümmer,
– in Aachen liegen 3 Millionen Tonnen an Trümmer,
– in Würzburg liegen 3,5 Millionen Tonnen an Trümmer,
– in Dresden liegen 22 Millionen Tonnen an Trümmer,
– in Berlin liegen 60 Millionen Tonnen an Trümmer.
Ein jeder spürt wie der Schrecken die Seele packt,
wie langsam die Hoffnung auch der Glaube verzagt.

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