
Etwas schwieriger wird das Täuschungsmanöver, wenn es sich um eine andere „Opfergruppe“ handelt. Neger sind nun einmal schwarz, von anderen Merkmalen nun mal abgesehen. Vor einer Imitation scheint dieser Menschentyp sicher zu sein. Eine ursprünglich blonde US-Amerikanerin hat es dennoch geschafft, seit ihrer Studienzeit als Schwarze zu gelten und sogar eine Dozentenstelle für „African Studies“ und „Race and Culture“ zu besetzen. Die 37-jährige Rachel Dolezal ist jetzt unter weltweitem Aufsehen ebenfalls enttarnt worden. Fotos von ihr als Kind und Jugendliche belegen eindeutig ihre weiße Hautfarbe.
Ähnlich wie im Fall Wilkomirski beginnt nun eine Debatte, ob es sich um schlichten Betrug zur Erschleichung von Vorteilen handelt, oder ob die Betrüger teilweise an ihre Geschichten glaubten. In einer Zeit, in der sich jeder sein Geschlecht aussuchen soll und die biologischen Grundlagen der eigenen Identität angeblich keine Rolle mehr spielen, liegt es gewissermaßen nahe, wenn besonders Unverschämte sich je nach Bedarf als Neger oder Jude „verkaufen“ und dabei nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben.
Durchgehen lassen kann die multikulturelle Öffentlichkeit ein solches Verhalten allerdings nicht. Die finanziellen Töpfe für die Förderung von „Minderheiten“ wären bald leer, wenn jeder sich daraus bedienen dürfte. Eine gewisse Selektion nach äußerlichen Merkmalen ist unvermeidbar, damit das antirassistische Verteilersystem funktionieren kann. Schwarze Schuhcreme ins Gesicht schmieren reicht nicht, und der vermeintliche Jude kommt um seinen „Nichtarier-Nachweis“ nicht herum.













