
Schließlich nahm sich Otto Fürst von Bismarck als Ministerpräsident Preußens der Aufgabe an. Nach drei Kriegen gegen Dänemark (1864), Österreich-Ungarn (1866) und schließlich gegen Frankreich (1870/71), den sogenannten Einigungskriegen, gelang es ihm den allseits ersehnten Nationalstaat zu schaffen. Nach dem Sieg über Frankreich, getragen von einer Welle nationaler Begeisterung, wie wir sie heute nur noch erahnen können, wurde am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles das Zweite Deutsche Kaiserreich proklamiert und Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser ausgerufen.
Welche Wirkung dieses Ereignis auf die Deutschen hatte, macht beispielsweise der Tagebucheintrag der Freifrau vom Spitzenberg deutlich:
„Und was für ein Friede für uns Deutsche! Herrlicher und glorreicher als wir je einen geschlossen! Vereint zu einem Reiche, dem größten, mächtigsten, gefürchtetsten in Europa, groß durch seine physische Macht nicht allein, größer noch durch seine Bildung und den Geist, der das Volk durchdringt! Jedes deutsche Herz hatte das erhofft, keines geahnt, daß seine Träume sich in dieser Weise, so bald und so herrlich, erfüllen würden. Glücklich sind wir, daß wir nicht nur den Stern deutscher Größe und Herrlichkeit aufgehen sahen, sondern daß wir noch jung genug sind, um uns unter seinen Strahlen zu wärmen, um die, so Gott will, recht reichen und segensvollen Früchte zu genießen, die aus dieser unter Blut und Tränen gesäten Saat hervorgehen.“
Man stelle sich eine solche Stimmung heutzutage einmal vor! Jedem nationalen Selbstgefühls und Stolzes beraubt, reagiert der bundesrepublikanische Bürger entsetzt über solche Sätze. Voller Selbsthass arbeiten sie lieber an der Selbstauflösung Deutschlands als an der Pflege ihres Erbes. So ist es heute wieder so weit, dass das deutsche Volk unterdrückt und fremdbestimmt ist. Wieder kontrollieren auswärtige Mächte und Organisationen Deutschlands Schicksal.
Der 18. Januar steht für all das, wofür wir kämpfen wollen: Ein souveränes Deutschland, in dem alle Deutschen frei, einig und selbstbestimmt leben können. Das Erbe von 1871 gilt es zu bewahren.













